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II. Verfügungen der Departementceé.
Des Departements des Innern:
1. Des Ministerium des Innern.
Verfügung, betreffend die Vorsichts Maßregeln gegen die Einschleppung der Rindet-Pest.
Durch den neuerlich in größerer Ausdehnung Statt gehabten Ausbruch der Rinder-Pest
in mehreren Gegenden der Oestreichischen Monarchie, sieht man sich veranlaßt,
die sämtlichen Polizei-Beyörden des Königreichs nicht nur auf die im Jahr 1613
wegen dieser verheerenden Seuche ergangenen Belehrungen und Vorschriften (Reg. Blatt
von 1813, Nro. 52, S. 402, Beil. zu Nro. 56, S. 456 ff. und Nro 57, S. 441) aufmerksam
zu machen, sondern auch im Einklange mit den im Königreich Bayern deßhalb
ergriffenen Vorsichts-Maßregeln nachsiehende weitere Anordnungen bis zu anderweitiger
Versügung zu treffen.
1) Sollten ganze Transporte oder einzelne Stücke von Hornvieh, Schafen,
Schweinen oder Ziegen, desgleichen von rohen Thierhäuten, Wolle, ungeschmolzenem
Talg, Hörnern, Klauen oder Borsten, der im Königreich Bapern
dagegen angelegten Sperre ungeachtet, aus Ungarn, Oestreich, Schlesien,
Mähren oder Böhmen im diesseitigen Königreiche eintreffen, oder, um der
Rückwirkung der Bayernschen Maßregeln auf die Einfuhr der lebten zwey
Monate zu entgehen, auf das diesseitige Gebiet gebracht werden, so sind dieselben
ohne Verzug anzuhalten.
2) Wenn sie noch nicht so weit von der Landesgränze entfernt sind, daß leßtere
nicht ohne Berührung diesseitiger Oreschaften wieder gewonnen werden könnte,
so sind sie unverweilt über die Gränze zurückzuschaffen, unter schleuniger Benachrichtigung
der nächsten Polizei-Behörde des betrefsenden Nachbar-Staats.
3) Wären sie aber bereits tiefer im Innern des Königreichs angelangt, so sind
sie in dem Ort, in welchem sie sich zufällig befinden, aufs Sorgfältigste abgesondert
so lange zu verwahren, bis auf einen unter erschöpfender Darstellung
aller einschlägigen That-Umstände an das Königl. Medicinal-Collegium zu erstattenden
Bericht die Vorschriften wegen fernerer Behandlung der betreffenden
Gegenstände ertheilt worden seyn werden.