Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1871. (48)

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b)  Verfügung,  betreffend  die  Beschaffenheit  der  Schenlgefässe  der  Wirthe.

Auf  Grund  der  neuen  Maaß=  und  Gewichtsordnung  vom  17.  August  1868  (Reg.-Blatt
  von  1871  Nro.  1  Beil.  S.  32  ff.)  Art.  10  und  14  und  des  §.  46  der  Maaßordnung
  vom  30.  November  1806  wird  verfügt:

S.  1.

Alle  für  den  Ausschank  von  Wein,  Obstmost,  Bier  und  Branntwein  bestimmten
Gefässe  jeder  Art  müssen  mit  einem  äußerlich  eingeschliffenen,  eingeschnittenen  oder  eingebrannten
  Strich  versehen  sein,  welcher  bei  der  Aufstellung  des  Gefässes  auf  einer
horizontalen  Ebene  den  Soll-Inhalt  begrenzt.

Zuläßig  sind  für  den  genannten  Zweck  nur  solche  Gefässe,  deren  Soll-Inhalt  einer
der  von  der  Maaß=  und  Gewichtsordnung  für  den  öffentlichen  Verkehr  zugelassenen
Maaßgrößen  (§.  5  der  Eichordnung  vom  16.  Juli  1869)  entspricht.

Schenkgefässe  von  1,  ½  und  ¼  Liter  bedürfen  keiner  weiteren  Bezeichnung  ihres
Inhalts.

Andere  nach  der  Maaß=  und  Gewichtsordnung  zuläßige  Größen  sind  durch  Einschleifen,
  Einschneiden  oder  Einbrennen  des  Inhalts  nach  Liter  in  der  von  der  Eichordnung
  vorgeschriebenen  Weise  besonders  zu  bezeichnen.

F.  2.  «

Der  Strich,  welcher  den  Soll-Inhalt  begrenzt,  muß

a)  bei  Schenkgefässen  für  Wein,  Obstmost  und  Branntwein  wenigstens  ½  Centimeter,



b)  bei  Schenkgefässen  für  Bier  wenigstens  1  Centimeter,

c)  bei  Flaschen  wenigstens  2  Centimeter  unter  dem  obern  Rande  liegen.

8.  3.

Den  Wirthen  ist  freigestellt,  diese  Bezeichnung  ihrer  Schenkgefässe  selbst  vorzunehmen
  oder  durch  wen  immer  vornehmen  zu  lassen.  Sie  sind  für  deren  Richtigkeit
verantwortlich.

S.  4.

Jeder  Wirth  ist  verpflichtet,  vorschriftsmäßig  geeichte  und  gestempelte  Flüssigkeitsmaaße

  von  dem  seinen  Schenkgefässen  entsprechenden  Inhalte  im  Schenklokale  bereit  zu