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Deutschland.
den Bund heran, ob nicht seine Betheiligung am Kriege für ihn unter den
von Oesterreich und Preußen hervorgehobenen Umständen durch Pflicht und
Ehre geboten sei und will es den genannten Regierungen anheimgeben, diese
Frage zur Entscheidung zu bringen und, werde sie bejaht, so werde auch die
Unterordnung der Bundestruppen unter den vorgeschlagenen Oberbefehl keiner
Schwierigkeit begegnen."
Darmstadt meint, daß genügende „Gründe ohne Zweifel dafür sprechen,
an der ohnehin nicht mehr gebotenen bisherigen Trennung des factischen Vorgehens
in Holstein und in Schleswig nicht länger festzuhalten, sondern die
Maßregeln des Bundes in Holstein mit denjenigen der beiden deutschen Großmächte
in Schleswig zu einer die beiden Herzogthümer umfassenden einheitlichen
Action zu verschmelzen“ und trägt demgemäß darauf an, Bundestruppen,
die unter den Oberbefehl Wrangels gestellt werden sollen, als Theilnehmer an
den Operationen gegen Dänemark zu senden, auch den Oberbefehl der Bundestruppen
in Holstein an Wrangel zu übergeben und zwei weitere (österr. und
preuß.) Bundescommissäre in Holstein unter der Bedingung zuzulassen, daß
sich die Bundesverwaltung auch über Schleswig erstrecke, alles „unter fortwährender
Offenhaltung der Erbfolgefrage.“ Die großh. Regierung hofft,
daß „die patriotischen Motive, von welchen sie hiebei geleitet werde, Seitens
ihrer Bundesgenossen, namentlich auch Seitens der h. Regierungen von Oesterreich
und Preußen vollständig werden gewürdigt werden.“
Hannover trägt darauf an, an Dänemark von Seite des Bundes den
Krieg zu erklären, falls dieses nicht die mit Beschlag belegten deutschen Schiffe
herausgebe (wobei selbstverständlich der Oberbefehl über die Bundestruppen
ebenfalls an Wrangel fallen und den Forderungen Oesterreichs und Preußens
entsprochen würde).
2. März. (Württemberg). Die democratische Fraction tritt in Stutt-
gart aus dem schleswig-holsteinischen Vereine aus und veröffentlicht
ein eigenes „Programm der Volkspartei“:
„1) Da die schleswig-holsteinische Frage nichts anderes als die deutsche,
und diese wieder die politische Frage jedes einzelnen deutschen Landes ist, so
kann den deutschen Herzogthümern nur durch Verbesserung der staatlichen
Zustände in ganz Deutschland geholfen werden, und hier sind es hauptsächlich
drei Punkte, auf welche die Bestrebungen der Volkspartei gerichtet sein müssen;
2) ein Parlament mit Centralgewalt, die im Hinblick auf die gegenwärtige
Lage vorerst durch eine Coalition der Mittelstaaten zu bilden wäre;
3) die aufrichtige Durchführung des constitutionellen Princips, also für Würtemberg:
Rückkehr auf den gesetzlichen Boden der deutschen Grundrechte, Wiederherstellung
des auf Grund des § 89 der Verfassungsurkunde beseitigten Wahlgesetzes
vom 1. Juli 1849 und Verfassungsrevision; 4) eine unser Militärwesen
ergänzende volksthümliche Wehrverfassung; 5) die Volkspartei wählt
aus ihrer Mitte ein Schleswig-Holstein-Comité, welches die Aufgabe hat, das
Interesse für das unglückliche Bruderland immer lebendig zu erhalten, und
in dem angegebenen Sinne nach Kräften für dessen Vereinigung mit Deutschland
zu wirken.“
3. „ (Hamburg). Erklärung der Majorität der Bürgerschaft gegen
die bisherige Haltung des Senats in der schleswig-holsteinischen Frage:
„Die Bürgerschaft hat am 11. December den Senat ersucht, die alt hergebrachte
und verfassungsmäßige unzertrennliche Verbindung der Herzogthümer
Schleswig-Holstein, die Selbständigkeit dieser Herzogthümer und ihre vollständige
Trennung von Dänemark, sowie die gesetzliche Erbfolge mit allen ihm zu
Gebot stehenden Mitteln schützen und stützen zu wollen, und hat sich ihrerseits
zur Hergabe dieser Mittel, soweit sie von ihr abhängen, bereit erklärt.
Die Bürgerschaft hat ferner am 6. Januar dem Senat gegenüber die zuversichtliche
Erwartung ausgesprochen, daß derselbe bei der am Bundestage be-