Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1831. (8)

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durch  Tafeln  an  den  Eingängen  des  Orts,  beziehungsweise  des  Hauses,  welche
mit  großer  leserlicher  Schrift  das  Wort  „Cholera“  enthalten,  theils  durch  öffenrliche
Bebanntmachung  des  Ausbruchs  der  Krankheit  in  einem  Orte  sowohl  mittelst  Ausschreibeno
  an  die  benachbarten  Orte,  als  mittelst  Einrückens  in  die  nächsten  Anzeigeblätter.


g.  28.

Die  zur  Aufnahme  von  Cholerakranken  bestimmten  öffentlichen  Lokale
  sind  ohne  Unterschied,  ob  dergleichen  Kranke  sich  darin  befinden  oder  nicht,  einmal
  für  allemal  durch  ähnliche  Warnungstafeln  kenntlich  zu  machen.

So  lange  sie  mit  Kranken  besetzt  sind,  unterliegen  sie  serner  jeden  falls  der
Sperre,  diese  mag  über  andere  Gebäude  des  Orts  verhängt  seyn  oder  nicht,  und  der
einzelne  Genesene  darf  derselben  nicht  eher  entlassen  werden,  als  nachdem  in  Beziehung
  auf  ihn  die  allgemeinen  Bedingungen  für  die  Wiederaufhebung  der  Sperre
(oben  §.  25)  erfüllt  sind.

K.  29.

In  allen  Häusern,  in  welche  die  Krankheit  eindrang,  namentlich  aber
in  den  gedachten  öffentlichen  Lokalen,  sobald  Cholerakranke  in  solche  ausgenommen  worden
  sind,  ist,  wenn  auch  keine  Sperrung  derselben  Statt  finder,  dafür  zu  forgen,  daß
durch  häusige  Räucherungen  die  schädliche  Beschaffenheit  der  Luft  enrfernt  und  der

Ansteckungsstoff  vertilgt  werde.
C.  30.

Alle  Gift  fangende  Gegenstände,  besonders  Kleider,  Pelzwerk,  Federbetten
und  dergleichen  sind  aus  der  Nähe  der  Kranken  nach  Möglichkeit  wegzubringen,
  und,  soweit  solche  nicht  zum  täglichen  Gebrauche  unentbehrlich  find,  einzupacken.


GC.  ö1.

Die  Ausleerungen  der  Kranken  sind  auf  eine,  die  Umgebungen  gegen  die
Ausdünstungen  derselben  so  viel  als  möglich  schüßende  Weise  wegzuschaffen,  und,  wo
es  immer  thunlich,  in  abgesonderte  Gruben  zu  schütten,  die  dazu  gebrauchten  Gefässe
aber  mit  Sorgfalt  zu  reinigen.  Die  Kleider,  das  Weißzeug,  die  Berten  und  andere
Geräthe,  mit  denen  der  Kranke  in  unmittelbare  Berührung  kam,  sind  nach  dem  Gebrauche
ebenfalls  sorgfältig  zu  reinigen,  und,  wenn  sie  werthlos  seyn  sollten,  zu  vernichten.

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