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Kriegs= und Zivilgefangene, Internierte (Forts.). Uebersicht
siehe S. 6473. III. Deutsche Kriegsgefangene u.
Internierte in den einzelnen feindlichen Ländern.
dem Felde mehr gegeben hatten, sind in den letzten
Monaten vereinzelt und auf Umwegen Briefe und
Karten bei ihren Angehörigen eingetroffen mit der
kurzen Mitteilung, daß sie in Gefangenschaft seien
und nicht schreiben dürften.
Kann der Herr Reichskanzler Auskunft darüber
geben, ob und in welchen französischen und
russischen Gefangenenlagern den deutschen
Soldaten noch immer verboten ist, an ihre Angehörigen
zu schreiben, und was gedenkt er zu
tun, um die Aufhebung des Schreibverbots zu
erwirken?: Bd. 318, Nr. 385.
Schriftliche Antwort: Bd. 319, Nr. 407.
Anfrage Dr. Heckscher: Auf Grund zuverlässiger
Berichte steht fest, daß auf der Insel Corsika
deutsche Zivil= wie Militärgefangene in
Sumpffiebergegenden beschäftigt werden.
Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun,
um die französische Regierung zu veranlassen,
diesem Zustand ein Ende zu machen?: Bd. 322,
Nr. 1165.
Schriftliche Antwort: Bd. 322, Nr. 1233.
Auslieferung der aus Elsaß-Lothringen Verschleppten
und humane Behandlung der in französischer Gefangenschaft
befindlichen deutschen Zivilpersonen.
Petitionen. Mündl. Ber. d. Haush. Aussch.:
Bd. 315, Nr. 53 unter IIIf.
Bd. 306, 6. Sitz. S. 62D.
Ferner:
Bd. 308, 72. Sitz. S. 1988 C, 19940.
Bd. 309, 85. Sitz. S. 2446D.
86. Sitz. S. 2500 D.
Anfrage Dr. Müller (Meiningen): Was gedenkt
der Herr Reichskanzler zu tun, um raschestens,
jedenfalls vor Eintritt des Winters, die längst
gegebene Zusage der französischen Regierung betreffs
Freilassung der völkerrechtswidrig in Frankreich
zurückgehaltenen elsässischen Geiseln (auch
Frauen und Kinder) durchzusetzen?: Bd. 322,
Nr. 1170. — Nicht beantwortet.
Anfrage Dr. Heckscher, Ahlhorn, Waldstein: Bei
Kriegsausbruch haben die französischen Behörden
in Marokko den Marokko-Deutschen amtlich
zugesichert, daß sie nach dem neutralen Auslande
verbracht würden. Diesen Zusicherungen zuwider
sind die Marokko-Deutschen zunächst nach Algier
bis in die Oasen der Wüste Sahara verschleppt
und nunmehr nach Frankreich verbracht worden.
Sowohl in Afrika, wie auch in Frankreich sind
unsere Landsleute von den Franzosen in einer
menschenunwürdigen Art behandelt worden.
Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun,
um die Erfüllung der amtlichen französischen Zusicherung
zu erreichen und die Freilassung der
heute noch in französischer Gefangenschaft befindlichen
annähernd zweihundert Marokko-Deutschen
durchzusetzen?: Bd. 320, Nr. 639.
Bd. 309, 87. Sitz. S. 2530 D.— Beantwortet.
—, siehe auch die Anfrage unter II A.
Behandlung der Deutschen in Dahomey: Bd. 313,
174. Sitz. S. 5481 C.
Anfrage Dr. Heckscher: Nach einer Reutermeldung
wurde ein Deutscher, namens Holtz, und ein
Oesterreicher, namens Carmelitsch, an der Grenze
des französischen Somali-Landes nach einem
Gefecht gefangen genommen. Holtz soll nach der
Reichstag. — Sachregister.
— — —.
Kriegs= und Zivilgefangene, Internierte (Forts.). Uebersicht
siehe S. 6473. III. Deutsche Kriegsgefangene u.
Internierte in den einzelnen feindlichen Ländern.
gleichen Meldung nach Djibuti gebracht und vor
ein Kriegsgericht gestellt worden sein.
Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft
darüber zu erteilen, welche Maßnahmen die
deutsche Reichsregierung getroffen hat, um einen
französischen Justizmord zu verhindern?: Bd. 322,
Nr. 1147.
Schriftliche Antwort: Bd. 323, Nr. 1266.
Austausch mit Frankreich.
Resolution des Haushaltsausschusses: den Herrn
Reichskanzler zu ersuchen, eine Vereinbarung
mit der französischen Regierung zu erstreben,
die bewirkt,
1. daß die trotz des im Januar d. J. abgeschlossenen
Auslieferungsvertrages noch in
Gefangenschaft zurückgehaltenen Frauen,
Kinder und über 55 Jahre alten oder
kriegsuntauglichen Männer baldigst freigegeben
werden;
2. daß die in jenem Auslieferungsvertrage für
die Männer festgesetzte Altersgrenze von
55 Jahren auf die für unsere Militärpflicht
geltende Zahl 45 herabgesetzt werde, wie das
von seiten Englands in nächster Zeit zu erwarten
ist;
3. daß diejenigen, die weiter in Gefangenschaft
verharren müssen, vertragsmäßig den kriegsgefangenen
Soldaten in jeder Hinsicht gleichgzestellt
werden;
4. daß noch zahlreicher, als bisher geschehen,
kranke Zivilgefangene zur Erholung in die
Schweiz gesandt werden;
5. daß die gegenseitige Verpflichtung, die über
Militärpersonen verhängten Arrest= und Gefängnisstrafen
bis Beendigung des Krieges
auszusetzen, auch auf die Zivilgefangenen
ausgedehnt wird;
6. daß die schreienden Mißstände in verschiedenen
Gefangenenlagern, insbesondere in dem der
Chartreuse prèes le Puy, beseitigt werden:
Bd. 319, Nr. 429 unter lc.
Bd. 308, 72. Sitz. S. 1980 C, 1983-,
2000 A. — Angenommen.
Austauschverhandlungen, Abkommen zeoischen
Deutschland und Frankreich im Haag:
Bd. 313, 174. Sitz. S. 5482 A.
175. Sitz. S. 5501 A.
179. Sitz. S. 5610 A.
184. Sitz. S. 5817 A.
Anfrage Dr. Müller (Meiningen): Das sog.
Berner Abkommen, das die gegenseitige Rückkehr
der seit mehr als 18 Monate in
Gefangenschaft lebenden Soldaten ermöglichen
sollte, und nach welchem monatlich
8000 kriegsgefangene Unteroffiziere und Mannschaften
ausgetauscht werden sollten, ist leider
nach verhältnismäßig geringen Anfängen fast
eingeschlafen, da die französische Regierung erklärte,
daß es ihr an erforderlichen Fahrbetriebsmitteln
fehle.
Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun,
um die Erfüllung der vereinbarten Verppflichtungen
durch die französische Regierung durchzusetzen?:
Bd. 325, Nr. 1946.
Schriftliche Antwort: Bd. 325, Nr. 1992.