Metadata : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

6466.  1611  149

von  der  Sache  nichts  weis.  Datum  Heidelberg  den  9.  februarii
a.  1611.
Ma.,  547j14,  £.  10;  Kpt!

65.  Zuüiga  an  Herzog  Maximilian  von  Baiern.

„Dominus  elector  Moguntinus  denuo  ad  me  scripsit  super  negotio
Saxonico,?  quod  magni  ponderis  et  momenti  esse  sentio  et  magnopere
desidero,  ut  Ser.'“  V,'®  dominusque  elector  unanimes  in  eo  sint.
Fedus  enim  inire  cum  principibus  aliene  religions  ad  reciprocam  defensionem
  non  intelligo  vetitum  esse,  dummodo  conditiones  et  formule
inveniantur  apte  et  congruentes.  Carolus  V.  pie  memorie  in  bellis
adversus  Gallos  gestis  sepius  usus  est  opera  Heinrici  regis  Anglie  et
rex  catholicus  Philippus  Il.  serio  cogitavit  de  federe  sanciendo  cum
rege  Daniae  adversus  rebelles  suos  Holandos.  Et  revera  si  hae
turbae  mihi  permitterent,  libentissime  Monachium  et  Moguntiam
excurrerem,  cum  tanti  momenti  sit  ad  bonun  nostri  federis  et  unionis
catholieae,  ut  inter  Ser.”  Y,ram  ot  dominum  electorem  optime  conveniat“.
  Datum  Pragae  21.  februarii  a.1611.

Bamberg,  Bundesakten  I.,  f.  451;  Kopie.

66.  Reichshofrat  H.R.  Hegenmüller  an  den  Erzbischof
von  Salzburg.

Auf  das  Schreiben  vom  17.3,  das  am  20.  hier  einlief  und  den
Kaiser  „consoliert‘“‘  hat.  Auf  dessen  Befehl  überschicke  ich  E,  hochfi.

8./18.  Februar  1611,  Mb.,  119;3,  f.  215;  Kpt.).  —  Der  Kurfürst  beschied
Lautern  am  25.  Februar,  dass  er  den  augenblicklichen  Stand  der  Dinge  in
Böhmen  selbst  nicht  genau  kenne,  jedoch  von  Verhandlungen  zwischen  dem
Kaiser  und  König  höre  und  daraus  schliesse,  dass  jener  es  nicht  ungfütlich
mit  Matthias  und  den  Reichsständen  ıneine  und  dass  kein  Anlass  zu  Mistrauen
  und  Kriogsverfassung  gegeben  sei.  Der  Administrator  möge  auf  andere
Stände  beruhigend  einwirken,  dasselbe  wolle  auch  er  tun.  Der  angekündigte
Upionstag  werde  andern  Ständen  wol  zu  ähnlichen  Versammlungen  Anlass  geben  ;
der  Kurfürst  hoffe  aber,  dass  alles  auf  das  Wol  des  Vaterlandes  gerichtet  und
mit  Zuziehung  Ausländischer  Mass  gehalten  werden  würde,  um  Jdase  Mistrauen
nnter  den  Ständen  nicht  zu  vermehren;  gut  wäre,  wenn  der  Administrator
bei  dieser  Gelegenheit  Kurbrandenburg  und  Neuburg  wegen  Jülich  zur  Güte
brächte  [vgl.  dagegen  oben  no.  53,  S.  113,  Anm.  1].  Von  den  angedeuteten
Absichten  des  Erzherzogs  Leopold  wisse  der  Kurfürst  nichts  und  glaube  auch
nicht  daran:  der  Erzherzog  sei  auf  des  Kaisers  Befehl  nach  Prag  gekommen
und  habe  beim  Kriegewesen  Dienste  geleistet;  er,  der  Kurfürst,  habe  ihn
wiederholt  ermahnt,  dabei  alles  zu  vermeiden,  was  gegen  den  brüderlichen
Vergleich  sei.  „Höherer  Sachen“  werde  sich  der  Erzhersog  kaum  unterfangen,
  denn  der  Kaiser  wisse,  dass  hierin  ohne  die  Kurfürsten  nichts  zu  verriehten
  sei,  auch  sei  der  Erzherzog  gewiss  selbst  so  einsichtig,  dass  diese
Sacbe  nicht  vor  ihn  gehöre;  nötigenfalls  werde  aber  der  Kurfürst  Erinnerung
tun  (Stg.,  Unionsacta,  IX.,  f.  569;  Kopie).

!  Die  Antwort  vom  24.  Februar  8.  unter  no.  70.

?  Schreiben  vom  28.  Januar;  s.  oben  no.  32,

s  Vgl.  oben  no.  61.

Februar
19.

Februar
21.

Februar
22