Gesetz zum Schutz der Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894. 85—7. 577
Zeichen, welche gelöscht sind, dürfen für die Waaren, für welche
sie eingetragen waren, oder für gleichartige Waaren zu Gunsten
eines anderen, als des letzten Inhabers erst nach Ablauf von zwei
Jahren seit dem Tage der Löschung von Neuem eingetragen werden.
§ 5. Erachtet das Patentamt, daß ein zur Anmeldung gebrachtes
Waarenzeichen mit einem anderen, für dieselben oder für
gleichartige Waaren auf Grund des Gesetzes über Markenschutz vom
30. November 1874 (RGBl S. 143) oder auf Grund des gegenwärtigen
Gesetzes früher angemeldeten Zeichen übereinstimmt, so
macht es dem Inhaber dieses Zeichens hiervon Mittheilung. Erhebt
derselbe nicht innerhalb eines Monats nach der Zustellung Widerspruch
gegen die Eintragung des neu angemeldeten Zeichens, so ist
das Zeichen einzutragen. Im anderen Falle entscheidet das Patentamt
durch Beschluß, ob die Zeichen übereinstimmen.
Aus dem Unterbleiben der im ersten Absatz vorgesehenen Mittheilung
erwächst ein Ersatzanspruch nicht.
8§ 6. Wird durch den Beschluß (8 5 Absatz 1) die Uebereinstimmung
der Zeichen verneint, so ist das neuangemeldete Zeichen
einzutragen.
Wird durch den Beschluß die Uebereinstimmung der Zeichen
festgestellt, so ist die Eintragung zu versagen. Sofern der Anmelder
geltend machen will, daß ihm ungeachtet der durch die Entscheidung
9s Patentamts festgestellten Uebereinstimmung ein Anspruch auf
ie Eintragung zustehe, hat er diesen Anspruch im Wege der Klage
gegenüber dem Widersprechenden zur Anerkennung zubringen. Die Einkagung
auf Grund einer zu seinen Gunsten ergehenden Entscheidung
wird unter dem Zeitpunkte der ursprünglichen Anmeldung bewirkt.
§. Das durch die Anmeldung oder Eintragung eines Waarenzeichens
begründete Recht geht auf die Erben über und kann durch
„ ertrag oder durch Verfügung von Todeswegen auf Andere überkagen
werden. Das Recht kann jedoch nur mit dem Geschäftsbetriebe,
zu welchem das Waarenzeichen gehört, auf einen Anderen übergehen.
* Uebergang wird auf Antrag des Rechtsnachfolgers in der
eichenrolle vermerkt, sofern die Einwilligung des Berechtigten in
GFveisender Form beigebracht wird. Ist der Berechtigte verstorben,
ist der Nachweis der Rechtsnachfolge zu führen.
kan olange der Uebergang in der Zeichenrolle nicht vermerkt ist,
zei rkr der Rechtsnachfolger sein Recht aus der Eintragung des Waaren-Vens
nicht geltend machen.
sen Verfügungen und Beschlüsse des Patentamts, welche einer Zuein
ng an den Inhaber des Zeichens bedürfen, sind stets an den
Hetragenen Inhaber zu richten. Ergiebt sich, daß derselbe ver-GSriedberg,
Handelsgesobg. 9. Aufl. « 37