112 Bericht des gemischten Ausschusses etc.
vor, dass wenige Jahre vorher die Ayre-Calder-Gesellschaft, gedrückt von der
Konkurrenz der Eisenbahn und nicht unterstützt vom Parlament, auf dem Punkte
gewesen war, eine Vereinbarung mit der Lancashire-Yorkshire Eisenbahn einzugehen,
welche der Konkurrenz ein Ende gemacht hätte.
Weiterhin ist zu bemerken, dass die Ayre-Calder-Gesellschaft findet, dass
die billigste Art der Besorgung eines umfangreichen Verkehrs auf Kanälen ist,
sie selbst zu unternehmen, und diese Art der Besorgung wird sich fernerhin
leicht ausbreiten. In diesem Falle wird die Konkurrenz von Privatgeschäftsleuten
zu Ende sein, und die Kanalgesellschaften werden in derselben Stellung sein,
wie die Eisenbahngesellschaften. Wenn überdies die Politik der Fusion der
Kanäle untereinander angenommen wird, werden die direkten Routen in eine
gewisse Anzahl von Händen fallen, und das kann zur Kombination zwischen
den Eisenbahn- und Kanalgesellschaften führen. Gleichzeitig wäre es das Interesse
der vereinigten Unternehmer, die Leistungsfähigkeit jedes Theiles des Systems
zu entwickeln, anstatt, wie bisher, einen Theil davon zu entwerthen und zu
unterdrücken zu dem Zwecke um ihn billig zu kaufen oder einen anderen zu
begünstigen. Unter diesen Umständen ist es nicht leicht abzusehen, was am
Ende als die weiseste Politik in Bezug auf Kanäle zu verfolgen wäre. Jede
Politik, mit Ausnahme der des Staatskaufs, führt leicht zu Koalition und Monopol.
Aber Koalition und Monopol lassen möglicherweise grössere Vortheile erwarten
als das gegenwärtige zerfahrene System. Für jetzt scheint das System der
Wasserverfrachtung leichter zu entwickeln und zu erhalten durch Kräftigung der
Hände unabhängiger Kanalgesellschaften, als durch Anheimgeben wichtiger Glieder
einer durchgehenden Verbindung an die Willkür der Eisenbahngesellschaften;
aber es ist schwer eine zwingende Regel aufzustellen, welche die zukünftige
Uebertragung von Kanälen an Eisenbahngesellschaften im Ganzen verbieten
würde, und es ist noch schwerer solche Kanalgesellschaften, welche bereits übertragen
worden sind, wieder zu unabhängigen herzustellen.
In anderen Ländern wurde die Konkurrenz zu Wasser eifersüchtig aufrecht
erhalten. In Belgien war und bleibt das ausgedehnte Kanalsystem in den
Händen der Regierung. In Norddeutschland sind die grossen schiffbaren Flüsse
öffentliches Eigenthum, und man verlangt dort neue Kanäle zur Konkurrenz mit
den Eisenbahnen. In Frankreich sind die Flüsse und Kanäle Öffentliches Eigenthum
und es erscheint, dass die Regierung die Kanäle zu Kosten des Staaten
von 8,400,000 Fres. erhält, während ihr Einkommen aus dieser Quelle nur
3,500,000 Fres. beträgt.
Eine mögliche Lösung der Schwierigkeit wäre, dass der Staat die Kanäle
kaufen soll und Geschäftsleute aneifern auf ihnen eine unabhängige Konkurrenz
mit den Eisenbahnen zu unterhalten. Aber es giebt grosse Schwierigkeiten für
diesen Kauf. Für die guten Kanäle wäre ein hoher Preis zu zahlen, während
die kleineren Kanäle zu jedem Preise ein schlechter Einkauf wären. Die Eisenbahngesellschaften
würden alle ihre Macht anwenden um die Uebertragung der
Kanäle zu irgend einem vernünftigen Preise von ihnen selbst an den Staat zu
verhindern, da deren Werth nicht nur auf der Summe des direkten Gewinnes,
den sie aus ihnen beziehen, beruht, sondern auf der Summe des Gewinnes, den
sie ihnen durch Beseitigung der Konkurrenz gewähren; und, vorausgesetzt, dass
der Kauf geschehen wäre, wäre noch immer ein grosser Zweifel, ob die Konkurrenz
mit den Eisenbahngesellschaften aufrecht erhalten werden könnte, ausser