5. „.Swie Mohe riche waere deheines kuniges man;
nD
Swaz im gebyte sin herre, wie torst.er daz verlan?
Des ersmielte Gunther, do si daz gesprach ......
In neuhochdeutscher Uebersetzung:
. Nun dachte auch allezeit des Gunthers Weib:
„Wie trägt doch so hoch Kriemhild die Gestalt?
Nun ist doch unser eigen Siegfried ihr Mann,
Dass er uns nicht dienet, des wollte ich gern
ein Ende haben.“
. Das trug sie in ihrem Herzen und war doch
wohl verschwiegen,
Dass sie ihr so fremd waren, das war der
Frau leid;
Dass sie nicht Zins erhielt von des Fürsten
Land,
Wo von das gekommen wäre, das hätte sie
gerne erfahren.
Sie versuchte es in mancher Art, ob das könnte
geschehen,
Dass sie Kriemhilde könnte noch sehen.
Sie sagte es heimlich, wes sie da Verlangen
hätte;
Da dünkte dem König reich‘ der Frauen Bitte
nicht allzu gut.
„Wie könnten wir sie bringen‘, sprach der
Lobes Reiche,
Her in diese Lande? Das wäre unmöglich.
Sie sind uns gar zu ferne, ich wage es ihnen
nicht zu gebieten‘.
Darauf antwortete ihm Brunhilde in sehr
schlauer Art.
5. „Wie sehr mächtig auch wäre irgend eines
Königs Mann;
Feist, Die deutsche Sprache. 15