Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1888. (22)

182  Einfall  der  Schweden.

die  Hilfe  der  Verbündeten  zu  erhalten,  aber  mehr  als  gute  Worte  und  verheißungsvolle
  Beschlüsse,  mit  denen  man  allerdings  sehr  freigebig  war,  setzte  er
weder  am  Reichstag,  noch  in  Dänemark,  weder  in  Wien,  noch  selbst  beim  Prinzen
von  Oranien  durch,  selbst.  die  Subsidien  von  Spanien  und  Holland  stockten  völlig.
Die  Niederlande  fürchteten  für  ihren  Handel  und  schenten  sich  vor  der
tüchtigeren  Seerüstung  Schwedens.  In  Kopenhagen  verlangte  man,  daß  Holland
und  der  Kaiser  vorangingen,  und  gerade  dieser  wieder  machte  seine  Zustimmung,
noch  nachdem  der  Feldzugsplan  mit  Wilhelm  von  Oranien  festgestellt  war,  von
der  däuischen  abhängig.  Ja  in  Wien  meinte  man  selbst  im  Angenblick  der
schwersten  Gefahr  offenherzig  genug,  der  Kurfürst  möchte  allzu  mächtig  werden.
Denn  darüber  hatte  er  allerdings  keinen  Zweifel  gelassen,  daß  jetzt  den  Schweden
Pommern  unter  allen  Umständen  entrissen  werden  müsse.  Nur  um  so  mehr  mußte
er  selbst  sich  rüsten  und  vorbereiten  zum  Kampf.  Und  da  ist  es  von  besonderer
Bedeutung,  daß  er  damals  Pläne,  die  ihm  schon  früher  vorgelegt  und  lebhaft
seinen  Geist  beschäftigt  hatten,  zur  Ausführung  brachte.  Er  machte  den  Versuch,
1635  auch  auf  der  See  dem  Feinde  entgegen  zu  treten.  Im  Februar  1675  erteilte
er  die  ersten  Kaperbriefe,  bald  darauf  schloß  er  den  ersten  Vertrag  mit  dem  Schöffen
der  Stadt  Middelburg,  Benjamin  Raule,  wonach  dieser  die  ersten  drei  brandenburgischen
  Schiffe  auszurüsten  hatte.  Drei  weitere  Schiffe  wurden  in  Amsterdam
auf  brandenburgische  Kosten  übernommen  und  ein  Marinier-Regiment  angeworben.
4  die  Schweden  waren  inzwischen  immer  weiter  vorgedrungen  und  übten
Schandthaten,  die  kaum  hinter

denen  des  dreißigjährigen

Krieges  zurückstanden,  wenn

4  auch  mancher  Befehlshaber

sich  Mühe  gab,  die  Disziplin

⅛.  -  strenger  zu  handhaben.  Bei
Stettin  hatten  sie  die  Oder

F#  errschriten  waren  bis  in
#  unmittelbarste  Nähe  Berlins

  gelangt,  besetzten  die

.  wichtigsten  Pässe  über  die
Jej-  Havel.  Der  ülergang  über
die  Elbe  stand  bevor,  es  drohte

die  Vereinigung  mit  Han-6


—.—  nover,  die  Überrumpelung
W  7  —  Magdeburgs.  Und  weder  der
*  Statthalter  in  den  Marken,
der  Fürst  von  Anhalt,  noch
E—  ½  die  Bürger  oder  Bauern,  die
In  das  Stammhuch  des  Grasen  v.  Baudissin  geichrirden.  In  Gröde  teils  auf  Befehl  des  Fürsten

deso  —  jeßt  ini  Berliner  Privatvesit#.0  .  ...
von  Anhalt,  teils  freiwillig

  

ü  bertragung.

windt  ondt  negen  «  sich  bewaffnet  hatten,  konnten
Wir  offt  Sptgegen  ihnen  erfolgreichen  Wider-Ducke
  mich  laß  Vor  Vber  gan  .  .  .
W  usw-kqu»k...w.»k»«k..  stand  leisten.  Immerhin  zeigte
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dkksksogmzsykmssgzmx-"."  soweit  sie  eine  freiwillige