136 7. Die Könige und Kaijer aus dem jächjifschen Haufe.
feine Verfafjung, aber doch immerhin eine Fünigliche Macht und
befriedigende Ordnung, teils wirklich aufgerichtet, teil wenigstens
angebahnt. Und jest fonnte man auch die Blide wieder auf
Stahien richten: jchon für die nächjte Zukunft fol Heinrich an einen
Zug dorthin gedacht haben, was doc) faum etwas anderes als Die
Erneuerung des Smperiums bedeutet haben würde. Allein jchon war
ihm das Hiel geitedt. Bei einer Sagd im Harz, bei Bodenfeld, traf
ihn ein Schlagfluß; nach Erfurt, wohin eine Anzahl von Fürften
beichieden war, zurüdgebracht, entjchied er noch die Sufßzelfionzfrage:
zu Memleben im Frühling des Sahres 936 verjchied er.
Bon Teilung war der Natur der Königsherrichaft nach, wie
fie fich entwidelt hatte, nicht mehr die Nede. Der ältejte Sohn
aus Heinrich Che mit der angeljächjiichen Mathilde, Otto, war
Nachfolger, gegen die Meinung oder Neigung der Königin, die
den Jüngeren, Heinrich, vorgezogen hätte aus dem etwas byzantiniich
anmutenden Grunde, weil er „im Burpur geboren jet” —
zur Welt gefommen war, als ihr Gatte nicht mehr bloß Herzog,
jondern jchon König war. Dtto I (936—973) war jehr ver-Ichieden
von feinem Water, der fich das Ziel nicht Hoch geftect
hatte und auch in feinen Lebensgewohnheiten jehr einfach gemwejen
war. Heinrich, vor feiner Wahl jelbit Herzog, teilte einigermaßen
die Anjchauungen diefer neu oder wieder emporgefommenen Macht
und war zufrieden, den Herzogen gegenüber als erjter unter Gleichen
zu herrichen; mit der Kirche, den Bilchöfen, welche dem Herzogtum
und feinen Eingriffen gegenüber das Königtum und die Reichseinheit
hochhielten, fuchte er nicht die enge Verbindung wie Konrad I in
den Tagen der Hohenaltheimer Synode. Er war durchaus eine
weltliche Natur und wollte auch von den geiftigen Bejtrebungen
im Sinne Rarl3 des Großen nicht viel wiljen: es ift charafteriftiich
genug, daß er feine Söhne ohne Latein, ja ohne die Kunjt des
Lelens aufwachien ließ. Dies ward jest anders: Dtto, früh felb-Ständig,
jchlug andere Wege ein als fein Vater. Schon die Thronbefteigung
fand diesmal in jehr feierlicher Weife Statt: zu Aachen
in Gegenwart vieler Großen und Dreier Herzoge, Arnulf von