Abriß der Ortsgeschichte 645
ein sehr fruchtbarer Schriftsteller, geboren zu Pleistein (1774, 3. März) starb
zu München (1847) als geistlicher Rath und Domkapitular.
Die oftgenannten Paulsstorfer saßen auf dem Tännesberg und verschrieben
damit (1327) den bayerischen Fürsten Oeffnung. Gegen 200 Schock
guter großer Prager Pfenninge verbanden sie sich mit vieser Veste (1354)
auf 2 Jahre dem Heinrich von Neuhaus und gegen eine jährliche Gült von
30 Schock (1357) dem Kaiser Karl. Pfalzgraf Ruprecht III erkaufte (1394).
von Karl dem Paulstorfer das obere Haus Tännesberg zur Hälfte mit den
dazu gehörigen Herrschaften, Gerichten, Dörsern und Rechten, und im selben
Jahre von Konrad Paulstorfer (auch von Murach genannt) dessen Antheil an
dem unteren Haus. Der Letztere behielt sich einige Vogteigüter und den seidenen
Beutel zu Stulln (Log. Nabburg) vor. (Dieser seidene Beutel ward
jährlich vom St. Theodor-Kloster zu Bamberg zur Einsammlung bestimmter
Zinse nach Stulln und Tännesberg gesendet. Die Stiftung fällt um das
Jahr 1174.) Doberhoß Paulstorfer, in einer Fehde gegen den Pfalzgrafen
von diesem gefangen, erhielt (1396) seine Loslassung gegen Verkauf seines
Antheiles am Tännesberg; endlich (1397) überließ Hosel Paulstorfer auch
noch seine zwei Theile am unteren Haus den Pfalzgrafen, wodurch dies ganze
wahrscheinlich schon unter den Pgulstorfern in ein aufgetragenes böhmisches
Lehen verwandelte Besitzthum an die Pfalz gelangte. Tännesberg fiel (1410,
3. Okt.) an Herzog Johann und (1411, 26 Septbr.) zum Neumarktischen
Landgerichte Neunburg. Auch die in den Gerichten Nabburg und Murach
gelegenen, von Alters her zum Tännesberg gehörigen Güter und Weiher
verblieben dem Herzoge Johann, doch mit Ausnahme der Gerichtsbarkeit. Er
verlieh im nächsten Jahre dem Orte Marktfreiheit und volle Gewalt zu allen
Sätzen über Fleisch, Brod und Getränke nach den Gewohnheiten der Stadt
Neunburg. 1) Eine Fehde dieses Marktes mit den Bugsassen zu Wetterfeld
gelangte. In Pleistein waren ehedem zwei Burghuten, deren eine ihre Freiung
verlor, da sie Friedrich II. einem Weiherknechte, Namens Dappermeyer, verlieh,
auf der anderen erscheinen (1570) die v. Brand Schubhard (1615), Spannerbeck
(1655), d’Amourmeister (1660), Stikhmüller (1685), v. Dubsky (1714) u s. w.
In die Herrschaft Pleistein gehörte anch der Hammer Pfrentsch, den die Rummel
(1663) von den Castnern erlangten. Der Pfrentschweiher dehnte sich
1¼ Stunde in die Länge und ½ Stunde in die Breite aus und wurde 1362
von den Landgrafen Ulrich und Johann von Leuchtenberg mit Erlaubniß des
Königs von Böhmen angelegt, der ihnen den Grund und Boden hiezu gab. Er
wurde alle vier Jahre ausgefischt, wobei sich jedesmal eine große Menge Gäste
von Nahe und Ferne einfand. Seit 1836 ist er trocken gelegt und zur Cultur
von Wiesen und Aeckern gebracht worden, zu welchem Zwecke in Pfrentsch ein
landwirthschaftliches Institut entstand. Die Sage kennt hier eine versunkene Stadt.
!) Sehr häufig sind ähnliche Verleihungen mit Bezugnahme auf die Freiheiten anderer
Städte die Ursache zu irrigen Auffassungen geworden; besonders ist dies