Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß Älterer Linie. 1878. (27)

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der  linken  Seite  den  Zugang  an  gestempelten  Spielkarten,  und  auf  der  rechten  Seite  den
Abgang  durch  Verkauf  und  Versendung  nachweisen.

Bei  allen  Eintragungen  muß  das  Datum,  wann  der  Zugang  und  Abgang  geschehen,
bemerkt,  und  bei  dem  Verkauf  und  der  Versendung  der  gestempellen  —  müssen
Name  und  Wohnort  des  Käusers  resp.  Empfängerd  genau  angegeben  w

en  revidirenden  Beamtlen  sind  die  vorhandenen  fertigen  Karten  w  der
iberzähligen  und  Ausschußbläller  sämmtlich  vorzulegen  (§.  14  ded  Gesetzes)

§.  9.  Die  bei  der  Fabrikation  vorkommenden  überzähligen  und  Kuoichüläne
müssen  gesammelt,  in  dem  der  Steuerbehörde  hierzu  angemeldeten  Behältnisse  unter  Verschluß
  gebracht  und  die  Ausschußblälter  in  der  von  der  Steuerbehörde  zu  bestimmenden
Zeit  unter  Aussicht  der  kontrolirenden  Beamten  sämmtlich  unbrauchbar  gemacht  werden.

n  der  Regel  geschieht  dies  dadurch,  daß  die  Blätter  in  der  Mitte  eingeschuitten  werden.
Auf  den  Antrag  des  Fabrikanten  kann  die  oberste  Landesfinanzbehörde  ein  anderes,  gegen
den  Gebrauch  der  Blätter  zum  Kartenspiel  völlig  sicherndes  Mittel  zulassen.  In  allen
Fällen  sind  die  Aßblätter,  und  bei  Spielkarten,  welche  solche  nicht  enthalten,  4  andere
Vlälter,  welche  der  Reichskanzler  zu  bestimmen  hat,  wenn  sie  als  Ausschuhblätter  ausgesondert
  werden,  zu  vernichten

Der  Einzelverkauf  von  Spielkarten  in  Mengen  von  weniger  als  zehn  Spielen
ist  den  Spielkarlenfabrikanten  nur  in  einem  besonderen,  von  den  Fabrikräumen  vollständig
getreunten  Lokale  gestattet.  Befindet  sich  dieses  Lokal  in  demselben  Gebäude,  in  welchem
die  Fabrikation  der  Spielkarten  betrieben  wird,  so  darf  dasselbe  nur  nach  vorgängiger  Genehmigung
  der  Steuerbehörde  benußt  werden.  Die  Fabrikanten  sind  verpflichtet,  jede
Menge  von  Karten,  welche  zum  Einzelverkauf  bestimmt  wird,  ehe  dieselbe  in  das  betreffende
Lokal  übergeführt  wird,  in  dem  zum  Ausweise  über  die  gestempelten  Karten  dienenden
Buche  (F.  8)  abzuschreiben,  und  in  ein  über  den  Einzelverkauf  zu  führendes  Buch  einzutragen,
  auch  in  lebterem  mindesten  täglich  Galtung  und  Anzahl  der  abgesetzten  Spiele
anzuschreiben.  Der  erste  Absatz  des  §.  6  des  Gesetzes  findet  auch  auf  den  Einzelverkauf
der  Fabrikanten  und  die  dazu  bestimmten  Lokale  Anwendung.

Versendungen  einzelner  Karlenspiele  alS  Proben  u.  s.  w.  nach  Orten  außerhalb  des
Sibes  der  Fabrik  begründen  die  Anwendung  der  vorstehenden  Vorschriften  über  den
Einzelverkauf  der  Fabrikanten  nichk.

Anlage  B.

Bestimmungen

über
die  Nachversteuerung  der  Spielkarten.

.Zuständig  zur  Erhebung  der  Nachsteuer  ist  bezüglich  der  Spielkartenfabriken  die
Steuerstelle,  welche  die  steuerliche  Aussicht  über  dieselben  zu  führen  hat.  Im  übrigen  aber
kann  die  Anmeldung  und  die  Entrichtung  der  Nachsteuer  bei  jeder  Reichssteuern  erhebenden
  Amtoslelle  erfolgen,  in  deren  Bezirke  die  betreffende  Handelsniederlassung  oder  der
Aufenthaltoort  des  Anmeldenden  belegen  ist,  in  den  Zollauoschlüssen  bei  den  unler  Ziffer  I.
der  Ausführungsvorschriften  bezeichneten  Amtsstellen.