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huͤlfles dahin, Waisen liefen nach einem dreißigjährigen
Kriege schaarenweise herum. Wie mancher treffliche junge
Kopf hätte dem Vaterlande gebildet, wie manche Tochter
von einer nicht ganz verschmachtenden Mutter zur Vercdlung
des känftigen Menschengeschlechtes erzogen werden können,
wenn Wittwen= und Waisen-Cassen damals eingerichtet
worden wären. Zwar floß manche schöne Pension
aus der Klosiercasse, und dem guten Herzoge sey es gedankt,
daß er kein Fräuleinstift einzog. Aber einzelne Freigebigkeiten
des guten Landesherrn, die doch bald in einzelnen
Fällen mißbraucht, bald bis zur entstehenden Nothwendigkeit
eines planmäßigharten Entschlusses überstürmt werden mußten,
konnten nie so segensreich seyn, als eine eigene Wittwenund
Waisencasse gewesen wäre, die manchem in treuem
Dienst graugewordenen Mannc, der auf politische Verbindung
nicht rechnen konnte, das Sterben erleichtert haben
würde. Man war zwar noch nicht weise genug, um Mortalitätsberechnungen
anzustellen, und so auch für den Fehler
nicht gelehrt genug, in Mortalitätsberechnungen zu verirren,
aber wozu auch vorerst so hohe und theuererkaufte Weisheit?
Mässige Besoldungsabzüge, der Ertrag einer
kurzen Carenzzeit des ersten Besoldunggenusses,
und ein großmüthiges Geschenk des Landesherrn
zum ersten Fond der neuen Casse,
das sich bei dem Abgange der gehäuften Pensionen bald
wieder vergütet haben mochte, würden in eine Summe zunoch
Betrachtungen hinzu über Ebbe und Fluth des Vermögens,
des Ansehens, des Tones der Erziehung, so steht man bald
mit gesenktem, bald mit fest hervorschauendem Blicke vor einer
pragmatischen Aussicht da, die fürwahr so lehrreich ist, als ein
philosophischer Spaziergang auf einem Schlachtfelde.