Full text : Der König Friedrich II. von Preussen und die deutsche Nation.

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sollte,  verbürgte  dem  Schweden  als  erste  und  nächste  Beute  das
Herzogthum  Pommern  auf  Kosten  des  Hauses  Brandenburg.

Der  wesentliche  Zug  indessen,  der  durch  Friedrichs  II.  Auffassung
  und  Darstellung  hindurchgeht,  ist  die  Anklage  des  Kaisers
Ferdinand  II.  auf  Despotismus.  Diese  Anklage  hält  er  aufrecht
um  jeden  Preis.  Er  erörtert  das  Verhältnis  zwischen  Ferdinand
und  Friedrich  von  der  Pfalz.  Er  behauptet,  daß  der  Kaiser  einen
Kurfürsten  nur  mit  Zustimmung  des  ganzen  Reichstages  in  die  Acht
habe  erklären  können.  Also  stehe  es  in  der  goldenen  Bulle.1)  Voltaire,
  der  die  Arbeiten  des  Königs  zur  Durchsicht  erhielt,  machte
dabei  die  bescheidene  Anmerkung.  „Es  scheint  mir,  daß  das  in
der  goldenen  Bulle  nicht  stehe,  und  daß  dies  sehr  wichtig  ist.“
Mithin  war  es  ein  Irrthum.  Allein  wenn  man  den  Irrthum  aufgab:
  so  verlor  man  die  Gelegenheit  dem  Kaiser  diesen  Vorwurf
zu  machen.  Der  Historiker  Friedrich  II.  strich  den  Irrthum  nicht
hinweg.

Das  Gewicht  der  vollen  Ungunst  des  königlichen  Geschichtschreibers
  fiel  auf  den  Grafen  Schwarzenberg,  den  Minister  Georg
Wilhelms.  Er  meint,  2)  man  dürfe  Georg  Wilhelm  nicht  zu  hart
anklagen.  Allerdings  beging  er  ungeheure  Fehler;  aber  diese  bestanden
  wesentlich  darin,  daß  er  sein  ganzes  Vertrauen  in  den
Grafen  Schwarzenberg  setzte,  der  ihn  verrieth  und  sich  selber  zum
Kurfürsten  machen  wollte.  Schwarzenberg  war  katholisch.  Er  hielt
immer  die  Partei  des  Kaisers.  Er  hatte  die  Festungen  des  Kurfürsten
  dem  Kaiser  überliefert.

Es  ist  kaum  irgend  ein  Verhältnis  der  königlichen  Geschichtsanschauung
  so  wichtig,  wie  dieses,  um  die  Tendenz  derselben  darzulegen.
  Friedrich  hat  für  seine  Anklagen  des  Verrathes  gegen
Schwarzenberg  einen  Beweis  irgend  welcher  Art  nicht  gebracht.
Als  Gustav  Adolf  kam,  forderte  er  Einlaß  in  die  Festungen

1)  a.  a.  O.  p.  31.  —  2)  a.  a.  O.  p.  48.  "