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hält, und stellt ihr die Idealpolitit gegenüber,
die sich lediglich durch die Macht
er Idee beherrschen läßt. Beide sind in
ihrer Einseitigkeit gleich venwerflich. Denn
die Realpolitik wird sich, wenn sie des idealen
Zugs völlig entbehrt, in kleinlicher
Weise lediglich auf die Förderung materieller
Interessen (Interessen politik)
beschränken, wie dies z. B. lange Zeit hindurch
bei der englischen Kolonialpolitik der
Fall gewesen ist, während die Idealpolitik,
welche den Boden der Wirklichkeit unter
den Füßen verliert (Phantasiepolitik,
Gefühlspolitik), unfruchtbar,
wenn nicht verderblich sein wird, wie es
. B. stets die Idee eines Weltreichs für
ken danach Strebenden gewesen ist. Der
deutschen #*l insbesondere hat man früher
nicht mit Unrecht den Vorwurf gemacht,
daß sie zu ideal sei, und es ist ein großes
Verdlenst der Bismarckschen P., daß sie
das ideale Ziel der nationalen Einigung
Deutschlands auf praktischem Weg verfolgt
und so erreicht hat. Dagegen kann man
die P. weiter in innere und äußere P.
einteilen.
Die innere P. beschäftigt sich nämlich
mit den Verhältnissen, in welchen der
Staat zu seinen eignen Angehörigen steht,
während die letztere die Beziehungen des
Staats zu andern Staaten und die Stellung
desselben im Staatensystem überhaupt
behandelt. Den Gegenstand der innern
P. bilden hiernach vor allem die Verfassung
und die ergan che Einrichtung des
Staatswesens selbst (Verfassungspolitik),
dann die Vorbereitung der se
welche die öffentlichen und privaten Lebensverhältnisse
der Staatsangehörigen
normieren sollen (Gesetzgebungs-,
Rechtspolitik). Seitdem durch die moderne
Repräsentativverfassung den Staatsbürgern
das Recht der Mitwirkung bei der
Gesetzgebung durch die Volksvertretung
gesichert, ist es vorzugsweise das letztere
Gebiet der P., mit welchem man sich, z. B.
bei den Kontroversen über die Abschuffung
der Todesstrafe, über die Einführung von
Schwur= und Schöffengerichten, über die
öffentliche Anklage u. dgl., auch im großen
Publikum zu Frschästgen pflegt. Aber
auch die übrigen Zweige der Staatsver-Politik.
waltung, namentlich das Finanzwesen
(Finanzpolitik und die staatliche Fürsorge
für die Wohlfahrt und für die Kulturverhältnisse
des Volks (Gell#wirt
schaftspolitik, politische Okonomie,
Nationalökonomie, Sozialpolitik),
gehören ins Bereich der innern
P. Der letztere Teil derselben ist in neuester
Zeit ganz besonders in Deutschland,
seitdem hier die frühere Idealpolitik einer
geradezu entgegengesetzten Strömung gewichen
ist und ein unverkennbar realistischer
Zug sich geltend macht, in den Vordergrund
getreten und hat hier bereits eine
ungengrchch= Litteratur, die freilich zum
Teil nicht in die Tiefe der Sache eindringt,
ins Leben gerufen (s. Volkswirtschaftslehre).
Die äußere P. (P. im engern
Sinn, hohe P.) beschäftigt sich dagegen
mit den Verhältnissen der Staaten untereinander
im Zustand des Friedens sowohl
als in dem des Unfriedens, also namentlich
mit dem nesterehr (Handelsund
Zollpolitik), mit den diplomatischen
Beziehungen (s. Diplomatie),
mit der Wehrkraft des Volks und mit dem
Heer= und Marinewesen.
Die P. als Wissenschaft hat sich aber
noch außerdem mit der Feststellung des
Begriffs der P., dann aber mit der Einwirkung
der äußern Natur auf das politische
Leben, insbesondere mit der Größe,
Gestaltung und Produktionskraft des
Staatsgebiets, der Dichtigkeit, der Kultur,
dem Reichtum und dem Charakter
seiner Bevölkerung, zu befassen, wobei
ihr die Statistik (s. d.) als wichtigste
Kilsewissenschat ur Seite steht. Ferner
ist hier der influ der Menschennatur
auf die P. und im usammmensen damit
das Wesen der politischen Parteien
zu erörtern, und endlich bildet die Lehre
vom Staatszweck überhaupt und von den
Mitteln zur Erreichung desselben den
Gegenstand der theoretischen P. Bei der
Erörterung der Ziele und Mittel der P.
7 denn auch regelmäßig die wichtige
r
age nach den Grenzen der P. und der
oral behandelt zu werden. Der Italiener
Machiavelli war es, welcher die P.
vollständig von der Moral getrennt wissen
wollte und den Satz, daß in der P. die