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Engel (in dessen trefflichem Aufsatze in der Zeitschrift des preußischen statistischen
Bureaus 1864, S. 113 ff.) und von Sar im allgemeinen Theile der „Verkehrsmittel“
illustrirt, gibt der zweite Abschnitt der Schrift einen gedrängten Ueberblick über die
Entwickelung und die Grundsätze des Weltpost= und des Allgemeinen Telegraphen-Vereins;
die letzteren Erörterungen bilden daher eine leicht verständliche Ergänzung
zu dem in diesem Heste veröffentlichten Artikel über die Londoner Telegraphenkonferenz
und sind, insbesondere im Hinblick auf die Vorgeschichte derselben, dort in
in der Literatur (p. 105) nachzutragen.
Der Schlußabschnitt, welcher eine Reihe statistischer Daten dem Publikum in gefälliger
Form zugänglich macht, eröffnet auf Grund jener zahlenmäßig dargestellten
Erfahrungsthatsachen einen Ausblick auf die kulturelle Bedeutung jener Institute und
auf die Beziehungen zwischen den geistigen Interessen der Gesellschaft und den Bestrebungen
und Leistungen der Anstalten des Weltverkehrs. v. Kirchenheim.
37. Thun, Schhons. Die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter. Zwei
Theile. Erschienen in Schmoller's staats= und socialwissenschaftlichen Forschungen
als Heft 2 und 8 des II. Bandes. Leipzig, Duncker und Humblot. 1879. 8.
218 und 262 S.
Ein Theil des vorliegenden ausgezeichneten Werkes ist den Lesern dieser Zeitshrit
bereits bekannt durch den Zuffat. welchen Thun im ersten Heft des Jahrgangs
1879 des Jahrbuchs unter dem Titel: „Die Crefelder Seidenindustrie und die Krifis",
hat erscheinen lafsen. Wir müssen von vorneherein verzichten, einen auch nur einigermaßen
genauen, dem Gang der Thun'schen Untersuchungen folgenden Auszug des
Werkes zu geben. Die Arbeit zeigt genau die Bewegungen, welche die von ihr geschilderten
Industrien seit ihrer Engsiehung bis auf den heutigen Tag erschütterten, — einen
ewigen Wechsel des Glückes und Unglückes, vortheilhafte und unvortheilhafte Konstellationen,
Reformen und Neorgansfationen nach technischer und socialer Seite hin,
günftige und ungünstige Konjunkturen, Stunden der Freude oder des Leides, oft für
ie Arbeitgeber allein, oft für die Arbeitnehmer allein, oft für beide, häufig mit anderen
Gründen und Wirkungen, Vorgänge, die in der detaillirten Schilderung des
Verfassers so anziehend und in keiner Weise ermüdend wirken, im Auszug aber vielleicht
eine weniger günstigere Wirkung äußerten. Was den Inhalt der zwei Bände
im Großen und Ganzen betrifft, so befaßt sich der erste mit der linkerheinif en Textilindustrie,
zunächst mit der Aachener Tuchindustrie und schildert zuerst die handwerksmäßige
Weberei, die Zunftverfasfung der Weberei, die Ordnung des Betriebs, die
Stellung der Arbeiter zur Zeit des Zunftregiments, das Erstarren und Ausarten der
unftorganisation und den theils damit und theils mit anderen Gründen zusammenängenden
Verfall dieser Industrie. Mit der französischen Herrschaft ergibt sich für
achen ein neuer Aufschwung; die alte, überlebte Hunftverstesn muß dem hausindustriellen
und allmählich auch dem Fabrikbetrieb mit seiner vollständig anders gearteten
Organisation weichen. An Stelle der einzelnen Meister treten eigene Verleger oder
Kaufleute, die den Vertrieb der Tücher besorgen und die Weber beschäftigen. .
die atzverhältnisse werden andere, günstigere und blühendere als vorher; aber au
die Arbeiterverhältnisse werden verändert, und zwar diese wesentlich zum Schlechtern —
niedere Löhne, Ausnützung der Arbeiter, Anwendung des Trucksystems u. dgl. bilden
bis zum Ende der 40er Jahre eine traurige Signatur jener Fabriken. Eine günstige,
eilich nur allzu kurz dauernde Entwicklung brachten der Industrie, wie den in .
eschäftigten die Glanzjahre 1870—73. Thun schildert die Berufstüchtigreit der Fabrikanten
und Arbeiter, den moralischen Fond, den fie diesen berauschenden Zeiten entgegenbrachten,
die Art, wie sie dieselben auszunützen verstanden, den Aufschwung und
der Rückgang der Industrie in den plötzlich folgenden Nothjahren, die Wirkungen der
Konjunktur auf die Arbeiter. Ein eigener abschnit! ist den gegenwärtigen Wohnungs-,
Lebens= und Einkommensverhältnissen der Aachener Arbeiter gewidmet, dem ein eigener
Bochmitt über die Lage des Fabrikantenstandes, seine Entstehung, seine gegenwärtige
Phy enomie und Fin Verhalten gegenüber dem Wechsel der letzten Jahre solgt.
as zweite Kapitel Wandet, die linksrheinische Seiden= und Sammetindustrie
mit dem Hauptsitz in Crefeld und ist den Lesern dieser Zeitschrift nach seinen interessantesten
Theilen bekannt. Auch hier schickt der Verfasser eine Geschichte dieser Industrie
voraus, in der er ihre Entstehung aus der Leinenindustrie zu Ende des 17. Jahrhunderts,
ihre Organisation zur Zeit des Monopols, die allmähliche Entstehung der