Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

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und  der  Flüssigkeit  verhindern  und  die  Verbreitung  des  Geruches

thunlichst  verhüten.  Auf  letzteres  ist  auch  für  die  Art  der  Beladung

  und  Entladung  Bedacht  zu  nehmen.

4. Das  Zusammenladen  mit  anderen  Gütern  ist  unstatthaft.

5. Die  Eisenbahn  kann  die  Vorausbezahlung  der  Fracht  bei  der

Aufgabe  verlangen.

6.  Die  Kosten  etwa  nöthiger  Desinfektion  fallen  dem  Absender  beziehungsweise
  dem  Empfänger  zur  Last.

7.  Die  Bestimmungen  über  die  Zeit  und  Frist  der  Beladung  und  Entladung  wie

der  An-  und  Abfuhr,  imgleichen  die  Bestimmung  des  Zuges,  mit  welchem  die
Beförderung  zu  erfolgen  hat,  steht  der  Verwaltung  zu.

LIII.

Frische  Kälbermagen  werden  nur  in  wasserdichte  Behälter  verpackt
  und  unter  folgenden  Bedingungen  zur  Beförderung  angenommen:
1.  Sie  müssen  von  allen  Speiseresten  gereinigt  und  derart  gesalzen
Sein,  dass  auf  jeden  Magen  15  bis  20  Cramm  Kochsalz  verwendet

  ist.

2.  Bei  der  Verpackung  ist  auf  den  Boden  des  Gefässes  sowie  auf
die  oberste  Magenschicht  je  eine  etwa  1  Centimeter  hohe  Schicht
Salz  zu  streuen.

3.  Im  Frachtbriefe  ist  von  dem  Absender  zu  bescheinigen,  dass
die  Vorschriften  unter  1  und  2  beobachtet  sind.

4.  Die  Eisenbahn  kann  die  Vorausbezahlung  der  Fracht  bei  der
Aufgabe  verlangen.

5.  Die  Kosten  etwa  nöthiger  Desinfektion  fallen  dem  Absender
beziehungsweise  dem  Empfänger  zur  Last.





Dementsprechend  sind  die  Verweisungen  im  §.  50  A4  der  Verkehrs-Ordnung
wie  folgt  zu  ändern:
in  lit.  a  und  b  die  Nr.  XXXVI  in  Nr.  XXXVa,

"  "       c                           Nr.   XXXVIb        "     XXXVc,

"   "        d                          Nr.  XXXVIa        "    XXXVb  und
"  "                                     Nr.  XLIV            "    XLIII,

     "       e                          Nr.   XLIII           "    XIIIa.  

 

Die  Bestimmungen  der  neuen  Anlage  B  unter  XX  Absatz  3,  XXXVb
und  XXXVc  treten  sofort,  die  übrigen  Aenderungen  am  1.  April  1895  in  Kraft.

Berlin,  den  9.  Februar  1895.

Der  Reichskanzler.
Fürst  zu  Hohenlohe.