Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

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die  für  die  Bewachung  des  beladenen  Schiffes  erforderlich  gewordenen
Kosten  und,  wenn  zur  Erleichterung  des  Schiffes  die  Ladung  ganz
oder  theilweise  in  Leichterfahrzeuge  übergeladen  worden  ist,  der  Leichterlohn,
  sowie  der  durch  die  Leichterung  entstandene  Schaden  gemäß  der
Bestimmung  unter  Nr.  2.

§.  83.

Wird  außer  dem  Falle  des  §.  82  Nr.  5  das  Schiff  genöthigt,  die  Reise
zu  unterbrechen  und  an  einem  Zwischenorte  liegen  zu  bleiben,  so  gehören  die
durch  den  Aufenthalt  an  diesem  Orte  entstehenden  Kosten  und  Schäden  nicht  zur
großen  Haverei.

§.  84.

Wenn  durch  die  Auseinandersetzung  unter  den  Betheiligten  Kosten  entstehen,
so  gehören  auch  diese  Kosten  zur  großen  Haverei.  Dies  gilt  insbesondere  von
den  Kosten  für  die  Ermittelung  der  Schäden  und  für  die  Aufstellung  der
Rechnung  über  die  große  Haverei  (Dispache).

§.  85.

In  Bezug  auf  den  Umfang  und  die  Berechnung  der  für  die  große
Haverei  zu  beanspruchenden  Vergütungen  und  der  für  dieselbe  zu  leistenden  Beiträge
  finden  die  auf  die  Seeschiffahrt  bezüglichen  Bestimmungen  der  Artikel  711
bis  722,  724  bis  726  des  Handelsgesetzbuchs  entsprechende  Anwendung.  Güter,
welche  sich  zur  Zeit  des  Havereifalles  in  einem  Leichterfahrzeuge  befunden  haben
(Handelsgesetzbuch  Artikel  720),  sind  jedoch  nur  unter  der  Voraussetzung  beitragspflichtig,
  daß  sie  sich  mit  dem  Schiffe  in  Gefahr  befunden  haben.  Auch  findet
bei  der  Ermittelung  des  von  der  Ladung  zu  leistenden  Beitrags  (Handelsgesetzbuch
Artikel  721)  ein  Abzug  des  Zolles  für  gerettete  Güter  nur  insoweit  statt,  als  der
Zoll  noch  nicht  entrichtet  ist.

Bei  der  Schadensberechnung  bleiben  die  Beschädigungen  und  Verluste
außer  Ansatz,  welche  betreffen:

1.  diejenigen  Güter,  über  die  weder  ein  Frachtbrief  oder  Ladeschein  ausgestellt

  ist,  noch  das  Manifest  oder  Ladebuch  Auskunft  giebt;

2.  die  Kostbarkeiten,  Gelder  und  Werthpapiere,  welche  dem  Frachtführer

nicht  bezeichnet  sind.

Die  Ausnahme  unter  Nr.  1  gilt  nicht  für  den  Hafenverkehr.

§.  86.
Die  Vertheilung  der  Schäden  erfolgt  an  dem  Orte,  wo  die  Reise  endet.
§.  87.

Die  Dispache  ist  von  dem  Schiffer  unverzüglich  aufzustellen.
Derselbe  ist  berechtigt  und  auf  Verlangen  eines  Betheiligten  verpflichtet,
die  Aufstellung  einem  Sachverständigen  (Diepacheur)  zu  übertragen.  In  Er-Reichs-Gesetzbl.
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