Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

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In  den  evakuirten  Seuchenställen  des  Gehöftes  muß  die  Desinfektion  schon
vor  Aufhebung  der  Schutzmaßregeln  vorgenommen  werden.

Zur  Abfuhr  und  Unterpflügung  des  Düngers  der  an  der  Lungenseuche
erkrankten  oder  der  Seuche  verdächtigen  Thiere  sind  fremde  Rindviehgespanne
nicht  zu  benutzen.

Die  Polizeibehörde  hat  den  Besitzer  anzuhalten,  die  erforderlichen  Desinfektionsarbeiten
  ohne  Verzug  ausführen  zu  lassen.

Ueber  die  erfolgte  Ausführung  der  Desinfektion  hat  der  beamtete  Thierarzt
  der  Polizeibehörde  eine  Bescheinigung  einzureichen.

§.  91.
Die  Seuche  gilt  als  erloschen,  und  die  angeordneten  Schutzmaßregeln  sind
von  der  Polizeibehörde  aufzuheben:
wenn  der  ganze  Viehbestand  getödtet  oder  zum  Schlachten  ausgeführt
ist,  oder  wenn  das  erkrankte  und  der  Seuche  verdächtige  Rindvieh
beseitigt  und  unter  dem  der  Ansteckung  verdächtigen  Vieh  (§§.  78
und  80  a)  während  einer  Zeit  von  mindestens  sechs  Monaten  nach
der  Beseitigung  des  letzten  Krankheitsfalles  keine  neuen  Erkrankungen
vorgekommen  sind,
und
wenn  die  vorschriftsmäßige  Desinfektion  erfolgt  ist.
Das  Erlöschen  der  Seuche  ist  wie  der  Ausbruch  derselben  zur  öffentlichen
Kenntniß  zu  bringen  (§.  77).

F.  Pochenseuche  der  Schafe.

§.  92.

Wenn  ermittelt  wird,  daß  der  Verdacht  der  Erkrankung  oder  der  Ansteckung
bisher  seuchefreier  Schafe  mit  Rücksicht  auf  eine  nachgewiesene  unmittelbare
Berührung  derselben  mit  pockenkranken  Schafen  oder  aus  anderen  Ursachen  vorliege,
  ein  Ausbruch  der  Schafpockenseuche  jedoch  zur  Zeit  nicht  festgestellt  werden
kann,  so  hat  die  Polizeibehörde  die  betreffenden  Schafe  unter  polizeiliche  Beobachtung
  zu  stellen.

Erklärt  der  beamtete  Thierarzt  (§.  2  Absatz  3  des  Gesetzes)  nach  Ablauf
von  vierzehn  Tagen  den  Verdacht  für  beseitigt,  so  ist  die  polizeiliche  Beobachtung
wieder  aufzuheben.

§.  93.
Ist  der  Ausbruch  der  Schafpocken  festgestellt  (§.  12  des  Gesetzes),  so  hat
die  Polizeibehörde  denselben  unverzüglich  auf  ortsübliche  Weise  und  durch  Bekanntmachung
  in  dem  für  amtliche  Publikationen  bestimmten  Blatte  (Kreis-,

Amtsblatt  u.  s.  w.)  zur  öffentlichen  Kenntniß  zu  bringen.
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e.  Aufhebung
der  Schutzmaßregeln.

a.  Verdacht  der
Seuche  oder
der  Ansteckung.

b.  Ausbruch  der  Seuche.