Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

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3.  Der  Dünger  und  die  Streu  sind  ohne  Benutzung  von  Rindvieh  aus
anderen  Gehöften  aufs  Feld  zu  fahren  und  unterzupflügen;  ist  letzteres  nicht  alsbald
ausführbar,  so  ist  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  der  Zutritt  von  Rindvieh  zu  dem
Dünger  etc.  mindestens  vierzehn  Tage  lang  gehindert  wird.

4.  Nach  Beendigung  der  Seuche  sind  die  Seuchenställe  und  sonstigen
Räumlichkeiten,  Geräthe  etc.  nach  den  Vorschriften  in  §§.  4  bis  8  und  §.  10
Nr.  1  bis  5  und  7  zu  reinigen  und  zu  desinfiziren.

Schafpocken.

§.  16.

Es  ist  für  gute  Lüftung  des  Stalles  zu  sorgen  und  darauf  zu  halten,  daß
diejenigen  Personen,  welche  mit  kranken  Thieren,  Kadavern  oder  Kadavertheilen
in  Berührung  gekommen  sind,  beim  Verlassen  des  Seuchenstalles,  des  Gehöftes
oder  der  Schlachtstätte  die  Hände,  die  Kleider  und  das  Schuhwerk  oder,  sofern
sie  barfuß  gehen,  die  bloßen  Füße  gründlich  reinigen;  das  Schuhwerk  ist  mit
Wasser  abzubürsten.

Der  Dünger  und  die  Streu  sind  gemäß  §.  97  der  Instruktion  aufs  Feld
zu  fahren  und  unterzupflügen.

Die  Reinigung  und  die  Desinfektion  der  Stallungen  und  Räumllichkeiten,
in  welchen  pockenkranke  Schafe  gestanden  haben,  der  Geräthe  etc.  erfolgt  nach  den
Bestimmungen  in  §§.  4  bis  9.

Beschälseuche  und  Bläschenausschlag.
§.  17.
Bei  der  Beschälseuche  und  dem  Bläschenausschlage  bedarf  es  keiner  Desinfektion.

Räude.

§..  18.

1.  Bei  der  Räude  bildet  die  Reinigung  und  Desinfektion  der  Unterkunftsräume
  und  Geräthschaften  eine  nothwendige  Ergänzung  des  Heilverfahrens.  Sie
hat  daher  gleichzeitig  mit  der  Behandlung  der  kranken  Thiere  zu  beginnen.

2.  Die  Reinigung  und  Desinfektion  der  Stallungen  und  Räumlichkeiten,
in  welchen  räudekranke  Pferde  oder  Schafe  vorübergehend  aufgestellt  gewesen  sind,
oder  in  welchen  die  vor  der  Einleitung  eines  Heilverfahrens  getödteten  Pferde
oder  Schafe  gestanden  haben,  sowie  der  Geräthe  erfolgt  nach  den  Bestimmungen
in  §§.  4  bis  9.

3.  Bei  der  etwa  der  Radikalkur  vorangehenden  Schmierkur  der  Schafe
bedarf  es  einer  gründlichen  Desinfektion  nicht,  sondern  nur  einer,  je  nach  dem
Grade  der  Krankheit  in  kürzeren  oder  längeren  Zwischenräumen  zu  wiederholenden
Reinigung  des  Stalles  und  der  Stallgeräthschaften  nach  §.  5  Nr.  1  bis  3.