Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1895. (29)

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Anlage  B.

 

Anweisung
für  das
Obduktionsverfahren  bei  ansteckenden  Krankheiten  der  Hausthiere.

I.  Allgemeine  Bestimmungen.

§.  1.

Die  dem  beamteten  Thierarzte  unter  Mitwirkung  der  von  dem  Besitzer
etwa  zugezogenen  Sachverständigen  obliegenden  Obduktionen  sollen  in  Gegenwart
des  leitenden  Beamten  der  Polizeibehörde  oder  eines  von  demselben  beauftragten
Beamten  ausgeführt  werden.

§.  2.

Die  Obduktionen  müssen  in  der  Regel  so  schnell  als  möglich,  bei  Rotz  und
Tollwuth  aber,  wenn  es  angänglich  ist,  erst  nach  dem  Erkalten  der  Kadaver  vorgenommen

  werden.
Die  von  dem  Tode  der  Thiere  bis  zur  Obduktion  verstrichene  Zeit  ist  im

Protokolle  zu  erwähnen.
§.  3.

Die  Sachverständigen  haben  dafür  zu  sorgen,  daß  die  zur  Verrichtung  der
Obduktion  nothwendigen  Sektionsinstrumente  zur  Stelle  und  im  gehörigen  Zustande
  sind.

§.  4.

Die  Obduktionen  sind  an  einem  passenden  Orte  auszuführen.  Die  Polizeibehörde
  hat  für  die  zur  Ausführung  der  Obduktion  etwa  erforderliche  Hülfsmannschaft

  zu  sorgen.
II.  Verfahren  bei  der  Obduktion.

§.  5.  

Die  Obduktionen  haben  den  Zweck,  über  den  Ausbruch  einer  Seuche  Gewißheit
  zu  erlangen  oder  die  Krankheit  eines  Thieres  rücksichtlich  der  Entschädigungsleistung
  festzustellen.  Die  Obduzenten  haben  diesen  Zweck  beim  Erheben  des
Befundes  zu  beachten  und  alle  Mittel  zur  Erreichung  dieses  Zweckes  zu  erschöpfen.

§.  6.
Die  Obduzenten  haben  die  Verpflichtung,  über  alle  Verhältnisse  (den  Krankheitsverlauf
  und  die  an  den  Thieren  beobachteten  Krankheitserscheinungen),