56 Nahrungsmittel.
suchungen bewiesen haben. So kann man also tatsächlich eine Zeit vom eigenen
Fette leben!
Gewiß hat manche Leserin schon von einem „Stickstoffgleichgewicht"“
gehört; man versteht darunter Anpassung an das zugeführte Eiweiß der
Nahrung, Sättigung der Blutflüssigkeit mit demselben und eine der Zufuhr
entsprechende Ausscheidung des Stickstoffes, wenn die Sättigung überschritten.
ist (wir erinnern daran, daß Eiweiß anuch Stickstoff enthält). Es wird durch
diese Erscheinung bewiesen, daß übermäßig zugeführtes Eiweiß nicht abgelagert
wird und uns daher keinen Nutzen bringt. Die täglich durch den
Harn ausgeschiedene Stickstoffmenge beträgt etwa 24 gr.
Moöchten unsere Leserinnen gerade die vorstehenden in möglichster Kürze
gebrachten Erläuterungen mit aller Aufmerksamkeit lesen, da nur ihr volles
Verständnis sie befähigt, den Anforderungen, welche die Küche an sie stellt,
im vollen Maße gerecht zu werden.
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Die menschlichen Uahrungsmittel.
Wenn der Mensch wachsen und gedeihen soll, muß seine Nahrung Eiweiß,
Fett, Stärke oder Zucker, mineralische Bestandteile und Wasser
enthalten. Man stellte die Forderung auf, daß ein normaler Mensch von
mittlerer Arbeitsleistung nicht weniger als 120 gr Eiweiß, 60 gr Fett und
500 gr Stärke und Zucker täglich aufnehmen müsse, um leistungsfähig zu
bleiben. Es wäre demnach das Verhältuis des Eiweißes zu den Kohlenhydraten.
wie 1:4, d. h. viermal so viel Mehle und Zucker als Eiweiß.
Beobachtungen aber haben gelehrt, daß die Einhaltung dieses Maßes
häufig zum Masttypus führt, während die arbeitende Bevölkerung tatsächlich
oft kaum ein Verhältnis von 1:10 oder 1:15 erzielt und dabei gesünder
und widerstandsfähiger ist als die wohlhabenden Klassen, die sich die „bessere",
d. i. eiweißreichere Nahrung leisten können. Weitere Vergleiche unter verschiedenen
Naturvölkern haben ergeben, daß auch diese keineswegs ein Verhältnis
der Eiweißkörper zu den Kohlenhydraten wie 1:4 haben. Der Araber
lebt von Datteln und einer Schale Kamelmilch, in den Polargegenden
ist Speck das gesuchteste Nahrungsmittel; den Mais, den Reis der Südländer
kennt man u. a. mehr (siehe „Unsere Nahrungsmittel“ von Petersohn).
Die eiweißreichen Nahrungsmittel des Menschen sind: Fleisch, Eier,
Milch, Käse, viele andere enthalten kleinere Mengen Eiweiß. Die Zusammensetzung
der Eiweißkörper besteht durchschnittlich aus 53 % Kohlenstoff,
7% Wasser, 22 % Sanerstoff, 16 % Stickstoff und 1—2 % Schwefel.
Das Fett erhalten wir durch Fleisch, welches stets mehr oder minder
Fett enthält, durch Milch, aus welcher unser feinstes Fett, die Butter,
stammt, und aus verschiedenen fetthaltigen Früchten wie Nüsse, Mandeln usw.