Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Wörth  —  Wrangel.

1815  kam  der  bisher  französische  Teil
gleichfalls  an  Hessen-Darmstadt.

2)  Ehemalige  Reichsstadt,  am  linken
  Ufer  des  Rheins  gelegen,  hat  durch
das  Wormser  Konkordat  23.  Sept.
1122,  welches  den  Investiturstreit  (s.
Keiarich  5)  beendete,  ferner  durch  den

eichstag  von  1495,  auf  welchem  der
Ewige  Landfriede  beschlossen  und  das
Reichskammergericht  eingesetzt  wurde,  und
denjenigen  von  1521,  auf  welchem  Luther
  vor  Kaiser  Karl  V.  verhört  und  das
Wormser  Edikt  geeten  seine  Anhänger  erlassen
  wurde,  für  die  deutsche  Geschichte
eine  besondere  Wichtigkeit  erlangt.  Daselbst
  wurde  auch  13.  Sept.  1743ein  Bündnis
  zwischen  England,  Osterreich  und
Erkininn  abgeschlossen  (s.  Schlesische

riege).

m#i#½  Marktflecken  im  Unterelsaß,
Kreis  Weißenburg,  berühmt  durch  den
Sieg  der  deutschen  dritten  Armee  unter
dem  Kronprinzen  Friedrich  Wilhelm  von
Preußen  über  die  Franzosen  unter  Mac
Mahon  .  Aug.1870.  Dieser  hatte  eine  Defensivstellung
  längs  des  Sauerbachs  zwischen
  den  Dörfern  Neuweiler,  Morsbronn
und  Eberbach  mit  dem  Zentrum  in  Fröschweiler
  und  Elsaßhausen  bezongen.  Er  versügte
  über  das  1.  Korps  und  eine  Division
des  7.  Korps,  zusammen  45,000  Mann,
und  hoffte  auch  auf  Unterstützung  von  seiten
  des  5.  Korps,  welches  bei  Bitsch  stand.
Das  Oberkommando  der  dritten  deutschen
  Armee  hatte  für  6.  Aug.  noch  keine
Schlacht  in  Aussicht  genommen.  Doch
entspannen  sich  am  kühen  Morgen  des
6.  Aug.  mehrere  Gefechte  zwischen  den
Vortruppen  beider  Heere.  Auf  dem  äußersten
  rechten  Flügel  wurde  eine  Division
vom  2.  bayrischen  Korps  in  ein  Gefecht
verwickelt,  das  sie  10½  Uhr  auf  Befehl
des  Oberkommandos  abbrach,  aber  11½
Uhr  wieder  begann.  alsvom  b.  preußischen
Korps  (Kirchbach)  die  Meldung  eintraf,
daß  dies  den  Angriff  auf  die  Wörther
Höhen  beschlossen  hall  und  auf  die  Mitwirlung
  der  Bayern  rechne.  Die  Vorhut
des  5.  Korps  hatte  schon  am  Morgen  W.
besetzt,  und  General  v.  Kirchbach  befahl
den  Angriff  auf  die  dabeiliegenden  Höhen.
Aber  alle  Versuche  der  10.  Division  wa-Dautsche

  Geschichte.

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ren  vergeblich,  da  die  Stellung  der  Franzosen
  auf  den  Abhängen  in  Weinbergen
und  Gärten  zu  gün  ¾F;1  war.  Ebensowenig
  Erfolg  hatte  der  Versuch  der  21.  Dibiston
  des  11.  Korps,  den  Niederwald  südlich
  von  W.  zu  erobern.  Um  Mittag  war
daher  die  Lage  der  dritten  Armee  recht
mißlich,  jedoch  beschloß  Kirchbach,  den  Angriff
  auf  die  französische  Stellung  zu  erneuern,
  da  ein  Zurückziehen  der  Truppen
dem  Gegner  das  Recht  gegeben  hätte,  sich
den  Si  zuzuschreiben.

Um  1  Uhr  traf  der  Kronprinz  ein
und  übernahm  den  Oberbefehl.  Das
5.  Korps  erstürmte  nun  den  Höhenrand
über  W.  gegen  Fröschweiler  zu;  zugleich
bemächtigte  sich  auf  dem  linken  Flügel
das  11.  Korps  des  Dorfs  Morsbronn
und  schlug  einen  Angrif  der  französischen
  Kürassierbrigade  Michel  siegreich  ab.
Dann  ward  der  rechte  neris  Flüel
  in  den  Niederwald  zurückgeworfen,
isser  nach  heftigem  Kampf  genommen
und  Elsaßhausen  erstürmt.  Zur  Unterstützung
  des  11.  Korps  trafen  jetzt  (3
Uhr)  auch  die  Württemberger  ein.  Auf
dem  rechten  Flügel  der  Deutschen  wurde
um  4  Uhr  das  Dorf  Fröschweiler,  der  beherrschende
  Punkt  der  französischen  Stellung,
  nach  erbittertem  Kampf  erstürmt.
Nun  löste  sich  ein  Teil  des  französischen
Heers  in  wilder  Flucht  auf,  alles  strömte
auf  den  Straßen  nach  Reichshofen  und
Niederbronn,  wo  das  5.  französische  Korps
die  Flüchtigen  aufnahm,  wofern  sie  nicht
von  den  Deutschen  gefangen  wurden.  Die
Dunkelheit  machte  der  Verfolgung  ein
Ende,  und  unter  dem  Schutz  der  Nacht
setzten  die  Peanzosen  ihren  Rückzug  nach

abern  und  durch  die  Vogesen  fort.  Sie

tten  in  der  Schlacht  8—9000  Mann
an  Toten  und  Verwundeten,  9000  Gefangene
  und  33  Geschütze  verloren.  Die
Deutschen  mußten  den  Sieg  mit  einem
Verlust  von  10,600  Mann  erkaufen.

Wraugel,  Friedrich,  Graf  von,
preuß.  Feldmarschall,  gct.  13.  April  1784
u  Stettin,  trat  1796  in  die  preußische

rmee,  zeichnete  sich  schon  im  Befreiungskrieg
  aus  und  avancierte  1815  zum  Oberst.
Während  der  folgenden  Friedensjahre  erwarb
  er  sich  umdie  Ausb  ang  der  preußi-9