Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aum̃mer  2211

——4—

Das  Gemeindekollegkum  beschließt  nach  kurzer
  Debatte,  welche  von  den  Gemeindebevollmächtigten
  Geymayr,  Rais  und  Holmayr  in
zuslimmendem  Sinne  geführt  wird,  daß  die
Schaffung  einer  Volkslüche  in  Instruktlion  genommen
  und  zur  Beschaffung  der  nötigen  Mittel
  auch  eine  Sammlung  ins  Auge  gesaßt  werden
  soll.

Zur  Frage  der  Projekte  des  Schulhaus-  u.
des  Bürgerspitalneubaues  stellt  der  Vorsitzende
einen  eingehend  begründeten  Antrag,  das  Kollegium
  möge  beschließen,  daß  das  Projekt  dieser
  Neubanten,  namentlich  wegen  der  Schwierigleit
  der  Mittelbeschaffung,  voreril  als  Mittel
  zur  Bekämpfung  der  Arbeitslosigkeit  nicht
weiter  in  Betracht  kommen  möge.

Nach  kurzer  Beratung  sindet  dieser  Antrag
einstimmig  Annahme.

(Gemeindewahlen  1919,  hier  Verschiebung
  des  Wahltermins.
Aus  den  in  der  Presse  schon  vielfach  erörlerten
  Gründen  spricht  sich  das  Kollegium  einstimmig
  für  die  Verschiebung  der  Gemeinde
wahlen  in  Uebereinstimmung  mit  dem  Magijirate

  aus.

Hieben  wurde  von  dem  Vorsitzenden  festgestellt,
  daß  von  den  genau  680  Nosenheiwer
Bürgern  nun  Über  100  zum  Heeresdienste  einberusen
  sind.

Die  Jahrmärkte.

Schließlich  frägt  G.-B.  Wendl  an,  wie  es
während  des  Krieges  mit  den  Jahrmärkien
gehalten  werden  soll,  und  gibt  der  Meinung
Ausdruck,  daß  sehr  wohl  der  Simon=  und
Judä--Markt  im  Oktober  abgehalten  werden
lönnte.

G.-B.  Bauer  äuhert  sich  in  gleicher  Weise.

Das  Kollegium  beschließt,  an  den  Stadtmagistrat
  die  Anfrage  zu  richten,  ob  der
Simon=  und  Judä-Warenmarkt  abgehalten  werde,
  wenn  bis  dahin  die  Maul-  uno  Klauenseuche
  dies  zulasse.

Cokalnachrichken.

Rosenheim,  21.  Sept.

Aus  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Metzger  Joses  Sterzl  aus  Rosenheim,  Reservist
  im  B.  Inf.-Reg.;  Maschinist  Matth.
Fußeder  aus  Bruckmühl;  Unteroffiner  Joh.
endinger  im  16.  Inf.-Reg.,  aus  Traunslein:
Maierbauer  Alois  Thaller  aus  Burgstall  bei
Schnaitsee;  Geschäftsführer  Joh.  Krombart  aus

ühldorf;  Oberblümhuberbauerssohn  Joseph
Kainzmaier  von  Oberneulirchen,  Soldal  beim
16.  Infanterieregiment.

Ehrenvolle  Auszeichnung.  Dem  Unterofsizier

  Ludwig  Schill  des  preuß.  Inf.-Neg.
Nr.  152  wurde  für  schneidiges  Verholten  vor
dem  Feinde  das  Eiserne  Kreuz  verliehen.  Schill
ist  der  Sohn  unseres  Kaiserbad-Direklors  Paul
Schill.  Wir  gratulieren!
Cin  Opfer  des  öslerreichisch  russischen
  Krieges.  Der  österres.husch-russtiche
Krieg  hat  auch  aud  unserem  schönen  Inntake  bereils
  ein  Opfer  gefordert.  In  einer  der’Schlachten
  an  der  galizisch-russischen  (Greus  fand  den
Veldentod  Johann  Techner,  Poininerbauer  in
Hocheck,  der  Besitzer  des  herrlich  gelegenen  Bauernhoses
  oberhalb  Oberaudork,  weller  insbeso
  ders  den  winterlichen  Rodelfahrern  wohlbelaunt
  ist.  Der  Vater  des  Gefallenen,  ein  Tirhleraus
  Thiersce,  hat  vor  etwa  J0  Jahren  das
Pointnergut  in  Hocheck  durch  Kauf  erworben.
allein  weder  er  noch  sein  Sohn  und.  Gutsnachfol-=###haben
  die  bayerische  Staats#angehörkaleit
anworben,  sondern  sind  Tiroler  geblieben.  Insolgedessen
  mußte  Johann  Lechner  sofoct  nach
Ausbruch  des  Krie#  in  seinem  Tiro##e#r  Kaiierjager-Regiment
  ein=  und  an  die  russisch:  Gren##
ausrücken,  um  nicht  wieder  in  seinen  schönen
Bauernhof  zurüclzulehren.  Johann  Leckner
hatte  erst  im  Mai  dieses  Zahres  das  elterlicke
Anwesen  übernommen  und  geheiratet.  Unter
riesiger  Beteiligung  fand  am  letzten  Mittwoch
der  Trauergottesdienst  ftatt.

In  französischer  Gefangenschaft.
Noch  ein  Rosenheimer  ist  in  franz.  Gefangenschaft
  in  Montbrison.  Es  ist  der  Schlossergehilfe
  Johann  Kotz,  welcher  seit  einer  Reihe
von  Jahren  bei  Herrn  Schlossermeister  Ewald
in  Diensten  stand.  Als  Landwehrmann  rückte
er  am  23.  August  aus  München  aus  und  am
27.  August  war  er  bereits  in  Gefangenschaft
geraten.  ·

Gymnasisten  im  Felde.  Von  den  Ober-Uassen
  des  K.  (öymnasiums  Nosenheim  stehen
18  Schüler  im  Felde.  Chre  den  tapferen  Vaterlandsverteidigern!
  Die  Gesamtfrequenz  des
K.  Gymnasiums  Nosenheim  beträgt  im  neuen
Schuljahr  207  Schüler.  -
Bahndienst.  Der  Stationsdiener  im  gemischten
  Dienst  Sebastian  Heber  in  Schwindegg
ist  unter  Anerkennung  seiner  Dienstleistung  in
den  daue  enden  Ruhesiand  versetzt  worden.  Veördert
  wurden  in  etatsmäßiger  Weise  zu
Amtsassistenten  die  Amtsgehilfen  Jos.  Weilert
  und  Simon  Kaltenmarktner  bei  der  Bahn-Station
  Kufstein.  Ernannt  wurde  in  etatsmä-Piger
  Eigenschaft  ab  1.  Sept.  1914  zum  Ober-Jwagenmeister

  der  Wagenmeister  Jos.  Summer
in  Kufstein.

„Todes  fall.  Eine  allen  Besuchern  des
Viltualienmarttes  lehr  bekannte  Person  ist

 

 

Rosenhelmer  Anzeiger.

heute  gestorben.  Es  ist  die  Händlersgattin
Frau  Kreszenz  Maier,  welche  setzt  nach  längerem
  Leiden  im  Alter  von  48  Jahren  verschieden
  ist.  Ein  Schwiegersohn  steht  zurzeit  im
Felde.  Sie  ruhe  im  Frieden!

Die  Kriegsfürsorge  in  Rosenheim
finnet  auch  in  der  „Munchner  Pl“  Anerien-=nung.
  Das  Blatt  schreibt  in  Nr.  221  vom  24.
September:  „In  Nosenheim  genährt  die
Stadtgemeinde  den  bedürftigen  Frauen  und  Kindern.
  deren  Männer  und  Väter  zum  Krieg  einbezogen
  wurden,  ein  reichliche  Mittagessen,  das
bfsoher  allgemeines  Lob  janr.  Täglich  werden
bie  zu  500  Personen  auf  diese  Wesse  Jesreist.“
Fernie  schreibt  das  Blalt:  „In  RNieseroselden
k##  lebhaft  darüber  gellagt,  daß  oie  Lebens—
mittelpreise  eine  enorme  Höhe  erreicht  haben.
Das  Pfund  Kalb-  und  Schmeinefleisch  mun  mit
35  Pfg.  be:ahlt  werden,  ein  Preis,  der  zu  dem
Einkanfopreio  in  gar  teinem  Verhälluis  flebt.
Man  erwartel  von  den  zustandigen  Stellen,  daß
sie  regulierend  eingreifen.“

Die  Landsturmriege  des  Turuvereinsd
  von  13860  rersammett  sich  heulte  abend
.  Uhr  in  der  Kaiserstraße.  Uebungestoff:

Formveränderungen  während  des  Marsches.
Schötzenlinic.
Meitere  Ausbreitung  der  Marlund

  Klauenseuche.  Am  21.  September
wurde  unter  dem  auf  der  Schlipfgrubalm  (Gemeinde
  Brannenburg)  befindlichen  Vieb  bede
des  Bauern  Kaspar  Gasteiger  in  Aich,  Gemeinde
Brannenburg,  dler  Ausbruch  der  Maul-  und
Klauenseuche  amtstierärztlich  festgestelil.  Ferrer
  nurde  am  22.  September  unter  den  Vieh-=beständen
  der  Bauern  Martin  Kurz  und  Joht.
Bich  ler  in  Niederaudorf  der  Ausbruch  der  Manlund
  Klauenseuche  amtotierärztlich  zeslgestellt.

Eingemeiner  Betrüger.  Am  23.  ds.
Mi.,  abends  8  Uhr  seellte  sich  der  ledige  Knecht
Franz  Kistler  von  Aßling  am  Kircdeneingang
am  und  jammerte  den  Kirchenbesuchern  vor,
sein  Sohn  sei  im  Rriege  gefallen,  um  Mitlerd
du  erregen.  Er  wurde  fegenommen.

Feuer.  Am  23.  ds.  Mts.,  abends  brach
im  Hofraum  eines  Bälermeisters  am  Mar  Josejsplatz
  ein  Brand  aus.  Er  wurde  durch  vie
Haucbewohner  gelöscht.

Der  Helferinnenkurs  des  hiesigen
Frauenzweigvereins  vom  Noten  Kreuz  jand
vorgestern  in  Gegenwart  der  Vorstandschaf!  mit
einer  Prüsung  seinen  Abschluß.  Sie  umfaßte
erste  Hilfeleistung  bei  den  verschiedeniten  Ungiückssällen,
  Anlegen  von  Verbänden,  Ant'septik
und  Aseptik  usw.  und  lieferte  einen  sprechenden
Beweis  dafür,  wie  Lehrer  und  Schülerinnen  während
  der  7wöchigen  Kursdauer  in  Fieiß  und
Auedauer  wetteiferten.  Herr  Dr.  Heißlet  kann
mit  Stolz  und  Genugluung  auf  den  Ersolg  seiner
Shülerinnen  zurückblicken.  Diese  selbst,  ob  jie
nun  als  Helferinnen  der  Bernisschwestern  imchiesigen
  Lazarett  Verwendung  finden  oder  ihre
Kenntnisse  im  eigenen  Hauie  und  in  Famiilicn
verwerten,  gedenlen  gewiß  noch  in  späleren  Jahren
  dankbar  ihres  Lehrers.  Nach  Schiuf,  der
Prüfung  übermittelte  die  Schriftführerin  des
veranstaltenden  Bereins,  Frl.  Böhm.  Heirn  Dr.
Heißler  den  Dank  für  seine  Bemuhnungen  in  folgenden
  Worten:  „Von  Seite  des  Frauenzieeig-=nereins
  vom  Roten  Kreuz  ist  mir  der  ehrenvolle
Auftrag  geworden,  dem  hochverdienien  Leiter
##meres  Kurses  zu  danken,  daß  er  seit  saft?
Wochen  seine  ohnehin  larg  bemessenen  Mußesiunden
  dem  Roten  Kreuz  geopfert  hat.  Wenn
wir  zurückdenken  an  die  lehten  Julilage  dieses
Jahres,  welche  der  allgemeinen  Mobilmachung
v  rausgingen,  so  durchlebt  das  Rotz  Kreuz  im
Geiste  nich  einmal  Stunden  banger  Sorge.  Un-Leichreibliche
  patriolische  Begrillerung  hatte
Männer  wie  Frauen  ersaßt.  Jedes  ward  von
dem  Wunsche  beseelt,  zu  helfen,  sei  e3  mit  llingender
  Münze,  sei  cs  durch  Bereicherung  des
Wöscheschranks,  durch  Pflege  der  Soldaten,  im
Köchen=  und  Wirtschaftsbetrieb  der  29  zare“te,
Au  helfen  vor  Allem  aber  auch  jenen  Armen,  die
der  Schlachtenruf  des  Ernährers  beraubt,  je-#nen
  Frauen  und  Kindern,  die  der  Krieg  vielleicht
  zu  Witwen  und  Waisen  macht  und  die
nicht  in  der  Lage  sind,  in  Krankheit  und  Siechtum
  Hilfskräfte  zu  bezahlen.  Da  empfaad  fast
jede  deutsche  Frau,  jedes  Mädchen  eine  Lucke  in
ihrem  Können,  die  Krankenpflege,  Jere  trug
n#en  Wissensdurst  zum  Noten  Kreuz  und  dieses
sah  sich  vor  die  bange  Frage  gestellt:  „Werden
wir  all  die  Anmeldungen  zurückweisen  müssen?
oder  wird  Einer  der  wenigen  hier  zurückbleibenden
  Herren  Aerzte  sich  bereit  sinden,  unseren
  Frauen  in  seinen  Mußestunden  das  ABC
der  Krankenpflege  zu  lehren?  Der  erste  schũch
terne  Versuch  galt  Herrn  Doktor  Heißfer  und
—  er  ward  von  Erfolg  begleitet!  Die  fa#n  400
Anmeldungen  zu  dem  Kurie,  die  von  Vortrag
zu  Vortrag  wachsende  Begeisterung  und  nicht
zuietzt  das  Bedauern  Jener,  welche  wegen  Ueberfüllung
  zurückgewiesen  werden  mußten  mag
Herrn  Toktor  Heißler  ein  schwacher  Lohn  für
seine  liebenswürdige  Zusage  gewesen  sein.  Wir
ab#er  die  wir  bis  zum  Schlusse  ausharren  durflen
  wir  können  erzählen,  mit  welcher  Auf  wserung
  unser  hochverehrter  Lehrer  uns  in  die
Gcheimmisse  der  ersten  Hilfeleistung.  in  den  belfenden
  Dienst  im  Krankenzimmer  eingesuhrt  hat
und  ich  spreche  gewiß  im  Sinne  aller  Kursteilnehmerinnen,
  wenn  ich  Herrn  Doltor  Heißler
auch  in  Ihrem  Namen  den  herllichsten.  aufrich.
tigsten  Tank  ausspreche  für  die  hochinteressan- 



ten  Stunden,  die  er  uns  bereitet.
die  wir  nicht  Hinansziehen  können  mi:  Schwert
und  Geschutzen,  wir  haben  andere  Wafsen  ermähll
  die  Nächstenliebe  und  das  (Hottvertrauen,
ane  wenn  es  auch  Menigen  von  uns  belchieden
sein  wird  Krieger  gesund  zu  pflegen,  so  Hat  und
Ler  Dofktor  Heißler  wiederholt  auf  andere  saß
noch  notwendigeren  Aufgaben  hingewiesen.  Wir
wollen  in  diesem  Winter  ratend  u.  helbend  trelen
  zu  unseren  Bekannten.  in  die  Hütten  TArmer
  und  Bedrängter,  auf  daß  jede  Seiche,  jede
Epidemie,  wie  sie  ersahrungsgemäß  ein  Krieg
mit  sich  bringt,  v#r  unseren  Wassen  zie  Flucht
ergreift.  Und  wenn  es  Jeder  von  unz  auch  nur
cinmal  gelingen  sollte,  einen  solchen  Kamosf  siegreich
  zu  beistehen,  so  wäre  das  ein  schöner  Erfola
  unseres  Kurses  und  ich  bin  es  überzeugt
  unserem  hochverehrten  Lehre:  der
liebite  Danl  für  seine  viele  Mühe.  Mit  einer
gewonnenen  Schlacht  wird  sich  aber  gewin  Keine
von  uns  zufrieden  geben  das  geloben  wir  in
dieser  Stunde  wir  werden  mit  110  seren  erworbenen
  Kenntnissen  wuchern,  sie  immer  mehr
zu  befesilgen  trachten  und  reicher  Segen  wird
die  Folge  sein:  Segen  für  unsere  Stadt,  fur
unsere  Armen,  Segen  für  uns  selbst,  die  wir
nedes  Leid  gelindert  haben,  und  Segen  für  den
hochverdienten  Leiter  des  schönen  patriotischen
Werles.  In  sein  und  seiner  hochgeschätzten  Fami
  ie  Haus  möge  dieser  Segen  in  tausendfacher
Gestalt  wiederkehren.  Das  walte  Gott!“

Feldpofkbriefe  und  Feldpofkkarlen.

Rosenheim,  24.  Sept.

 

Einem  unter  dem  3.  September  geschriebenen
nach  Rosenheim  adressierten  Feldpostbrief,  entnehmen
  wir  folgendes:  „Verzagt  nicht,  den
Kopf  immer  noch!  Ihr  seht  doch,  daß  cs
immer  vorwärto  geht,  ein  Zurückgehen  gibt'#
ja  nicht.  Wir  verlieren  den  Mut  nicht.  Neben
dem  vielen  Elend,  das  jeden  Tag  neu  auftritt,
  sieht  man  lauter  frohe  Gesl##ter.  Nur
die  großen  Märsche  bei  großer  Hitze  machen  einen
  laput;  oft  50—70  Kilometer  im  Tag.
Schlechtes  Wetter  gibt  es  saft  nicht.  Da  quäl:
einen  der  Durst  oder  es  heißt  entbehren.  Sft
wmird  Wasser  mit  den  Pferden  getrunken  oder
aus  einer  Pfütze  genommen.  Meine  Kompagnie

  lag  schon  im  Gesecht.  Wir  gingen
gegen  ..  ..  vor.  Bald  wurden  wir  unter  Feuer

genommen,  dessen  ungeachtet  gingen  wir  vor.
Plötzlich  krepierte  unweit  von  uns  eine  feindliche
  Schrapnellkugel,  welche  wahrscheinlich  auf
die  Pferde  gerichtet  war.  Dann  gab  es  lein  Zogern

  mehr,  wir  gingen  im  Lauischeitt  vor.
immer  im  feindlichen  Feuer.  Als  wir  nahe

genug  heran  waren,  rissen  die  Rothosen  aus.  uir
schossen  ihnen  nach,  da  lugelten  ganze  Kom
pagnien.  Als  der  Gegner  im  Wa.###
schwand,  stellten  wit  das  Feuer  ein.  In  .  .  .  .
pflanzten  wir  auf  und  durchsuchten  ein  Haus
nach  dem  andern.  Da  Wajfen  nicht  gesunden
wurden,  blieb  der  Ort  verschont.  Abends  wur
de  requiriert.  Uns  erbarmien  die  alen  Leute.
welche  am  Bette  saßen  und  beteten.  Später  siel
ein  Schuß,  wir  machten  den  Missetäter  aus
findig,  ein  Zivilift.  Wir  erschossen  ihn  und
stecklen  sein  Haus  in  Brand.  Auch  lan  ein
Pferd  angelaufen,  auf  welchem  ein  Huiar  mit
ausgestochenen  Augen  ausgebunden  war.  Ein
französischer  Rachealt!  Wir  waren  in  ..  .  .  .  .
in  Ortsunterkunft.  Hier  gab  es  keine  Leute
mehr,  nur  noch  der  Bürgermeister  und  in  ei
nem  Haus  zwei  deutsche  Frauen,  eine  mit  cinem
  Beinbruch;  sie  wurde  von  uns  gepfiegt
Der  Bürgermeister  schoß  auf  und  und  hält:  und
vergisteten  Wein  vorgestellt.  Er  wurde  auf  der
Straße  auf  einen  Stuhl  gesetzt  und  mußte  zusehen,
  wie  sein  Haus  ein  Naub  der  Flammen
wurde.  Am  nächsten  Morgen  wurde  er  er
schossen.  Sein  Knecht  mußte  Zeuge  sein.“

Aus  dem  Gerichlssaale.
Strefkammer  des  Kgl.  Landgerichts  Traunstein.
Ein  Unverbesserlicher.

Traunstein,  23.  Sept.  Der  Dienstknecht
Johann  Aschenbrenner  von  Prien  ist  schon
neunmal  wegen  Diebstahlo  und  Betrugs  bestraft.
  Im  heurigen  Sommer  war  er  bei  einem
Bauern  in  Gensbach  bedienstet.  Dort  entwendete
  er  den  Hausbewohnern  nach  und  nach
etliche  Geldbeträge.  Im  Hinblick  auf  seine  vielen
Vorstrafen  erhielt  er  jetzt  6  Monate  Gefängnis.


 

—d
Oberbayerisches  Schwurgerichk.
Eine  Rabenmutter.
Munchen,  23.  Sept.  Vollständig  unvorbereitet
  wurde  die  in  einem  Münchener  Holel
  als  Küchenmädchen  bedienstete  Anna  Priegler
  von  Grohgrundertshausen,  A.-G.  Mainburg,
  von  einer  Geburt  überrascht.  Sie  nahm
das  Neugeborene,  mißhandelte  es  durch  Stohe
  auf  den  Hals  und  Schläge  an  den  Kopf,
sodann  warf  sie  den  armen  Wurm  in  eine  Kehrichttonne.
  Lebend  fanden  Hotelbedienstete  das
Kind  noch  vor,  doch  auf  dem  Wege  zum  Krankenhause
  starb  es.  Die  Angellagte  will  in  grober
  Aufregung,  zum  Teil  in  Bewußtlosigkeit
gehandelt  haben.  Sie  büßt  die  Untat  mit

Zu  Jahren  Gefängnis.

n———|.—,8:“
Wir  Alle,

 

Freitag,  26.  September  1914

Der  Weltkrieg.

Letzte  Telegramme  bis  nachm.  3  Uhr.

Ilclien  über  die  RVernichtung  der
Englischen  Kreuzer.

Rim,  24.  Sept.  Die  italienischen  Blätter
preisen  einstimmig  die  hervorragende  Tat  des
.I  “.  Der  „Popolo  Romano“  ichreibt:  Die
Tatl  ist  für  unsere  Marine  unter  Berütfithtigung
unserer  maritimen  Lage  von  ganz  herrorragender
  Bedeutung.  Dieser  Erfolg  ist  der  springende
Punlt  des  Tages,  während  die  Schlacht  zwischen
den  Franzysen  und  den  Deutschen  ohne  Dervorstechende
  Veränderungen  noch  andauert.  Man
acht  kaum  fehl.  wenn  man  sagt.  da  dieser
Erf#i  zur  See  für  die  Bedeutung  der  deutschen
Maditellung  holhler  anzuschlagen  ist  Jie  die
lielerigen  deufschen  Siege  zu  Lande.  Dah
oie  deutsche  Armee  Siege  zu  verzeichnen  haben
  werde,  sei  hier  nie  bezweifelt  worden,  daß
qlu:  auch  die  Flotie  so  eklatant  bie  englische
Kebermacht  zu  schädigen  vermochte,  hätte  man
hicr  nicht  fur  möglich  gehalten.  Das  fei  ein
Erfolg  hder  in  ganz  befonderer  Weise  eingeschätt
uno  gebucht  werden  müssc.  *

Auf  eine  Mine  gestoßen.

Grimsbey,  24.  Sept.  Ein  S#llepper  ist
auf  eine  Mine  gestoßen.  Sechs  Mann  der
Besatzung  sind  getötet  worden.

Heldentat  eines  ehemaligen  Fremlegionärs.


Rastatt,  24.  Sept.  Eine  besondere  Auszeichnung
  wurde  dem  in  einem  hiesigen  Lazxrelt
  liegenden  Gefreiten  Vreidenbroich  zuteil.
Er  wurde  wegen  besonderer  Tapferkeit  vor  dem
Feinde  zum  Unteroffizier  beforder'  und  mit
dem  Eisernen  Kreuz  ausge  zeichnet.  Breikenbroich
hatie,  de  er  in  das  Regiment  eintrat,
Jahre  in  der  Fremdenlegion  gedient  und  es
dort  ebensalls  zum  Unteroffijier  gebracht.  Seine
  in  der  Fremdenlegion  erwordenen  Renntnisse
  des  franz.  Kriegswesens  erbiöglichien  es
ihm,  im  Aufklärungsdienit  Hervorragendes  zu
leislen.  Er  verkleidete  sich  als  franz8  Soldat
und  gelangte  inmitten  des  feindlicher  Lagers.
Dort  erfuhr  er  die  gewünschten  und  sehr  wi
ligen  Nachrichten  über  den  Feind  und  konnte
diese  unserer  Heeresleitung  unbeschad#t  zurückbringen.


Belgische  Fluchilinge.

Rotterdam,  21.  Sept.  57  600  Flüchtlinge,
  zumeist  Belgier,  sind  nach  einer  Meldung
aus  London  vom  27.  August  bis  17.  September
in  Falkestone  eingetroffen.  %

Botha  als  Oberkommandant.

Kapstadt,  21.  Sept.  Botha  übernimmt
das  Oberkommando  gegen  Deutsch-Südwest-Afrila.
  «

 

Für  das  Rote  Kreuz  sind  ferner  ber  uns
eingegangen:  ·

Uebertrag:  3077.01  Mark

Von  den  Gästen  im  Flötzinger-16.—
  Mark
Gymnasiallehrer  O.  L.  30.—  Mark

Summa:  3093.01  Mark

Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen.
———  1*

Für  die  Angehörigen-Unterflützung  sind  ferner
bei  unserer  Inseratenverwaltung  eingegangen:
Uebertrag:  2359.10  Mark

Tarock  beim  Floßinger  (Haus)  2.30  Mark
A.  L.  .—  Mark
Aus  den  leßzten  Extrablältern

des  „Rosenheimer  Anzeiger"  102.35  Mark
E.  K.  J.  —  Mar
J.  K.  2.—  Mark
Gymnasiallehrer  O.  L.  30.—  Mark

Summa:  7565-35  Mark

Weiteren  Gaben  sehen  wir  gerne  entgegen.

 

Detter  bericht
Für  Freitag,  den  25.  September:
oder  nebelig,  Nachtfrost.

Heiter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sm  e2
RiIEE  ——
—26624  tauis·
Gatuns|  ELS  3  1####—
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S##rKIB  a
wenen  -  r4  74  o  aisia  ob
Kom  —  19  18  18  —  o-  1  lzl
ven.
Satar  l  lieolieslirsl  -l  slai  ar
Saattorn  A  14.

 

Saatweilzen  Aa  15.

1
Kofele
(F  MFR.  Kole.  Suppen
#oJe#Gemusendie  beptseeig
Detc.  leicht  verl##hche  un

mohrnaste  Kronkenkost.