Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1898. (32)

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§.  633.
Mit  der  Nichtigkeitsklage  kann  nur  eine  Klage  auf  Feststellung  des  Bestehens
oder  Nichtbestehens  einer  Ehe  zwischen  den  Parteien  verbunden  werden.
Eine  Widerklage  ist  nur  statthaft,  wenn  sie  eine  Nichtigkeitsklage  oder  eine
Feststellungsklage  der  im  Abs.  1  bezeichneten  Art  ist.

§.  634.

Der  Staatsanwalt  kann,  auch  wenn  er  die  Klage  nicht  erhoben  hat,  den
Rechtsstreit  betreiben,  insbesondere  selbständig  Anträge  stellen  und  Rechtsmittel
einlegen.

§.  635.

Das  Versäumnißurtheil  gegen  den  im  Termine  zur  mündlichen  Verhandlung
nicht  erschienenen  Kläger  ist  dahin  zu  erlassen,  daß  die  Klage  als  zurückgenommen
  gelte.

§.  636.

Wird  ein  Rechtsmittel  von  dem  Staatsanwalt  oder  einer  Privatpartei  ein—
gelegt,  so  sind  im  ersteren  Falle  die  Privatparteien,  im  letzteren  Falle  die  übrigen
Privatparteien  und  der  Staatsanwalt,  sofern  derselbe  Partei  ist,  für  das  Rechts—
mittelverfahren  als  die  Gegner  anzusehen.

§.  637.

In  den  Fällen,  in  welchen  der  als  Partei  auftretende  Staatsanwalt  unter—
liegt,  ist  die  Staatskasse  zur  Erstattung  der  dem  obsiegenden  Gegner  erwachsenen
Kosten  in  Gemäßheit  der  Bestimmungen  des  fünften  Titels  des  zweiten  Abschnitts
des  ersten  Buchs  zu  verurtheilen.

§.  638.

Die  Vorschriften  der  §§.  633,  635  finden  auf  die  Klage,  welche  die  Fest—
stellung  des  Bestehens  oder  Nichtbestehens  einer  Ehe  zwischen  den  Parteien  zum
Gegenstande  hat,  entsprechende  Anwendung.

§.  639.

Im  Sinne  dieses  Abschnitts  ist  unter  Scheidung  auch  die  Aufhebung  der  ehe—
lichen  Gemeinschaft  zu  verstehen.

Zweiter  Abschnitt.

Verfahren  in  Rechtsstreitigkeiten,  welche  die  Feststellung  des  Rechts—
verhaͤltnisses  zwischen  Eltern  und  Kindern  zum  Gegenstande  haben.

§.  640.

Auf  einen  Rechtsstreit,  der  die  Feststellung  des  Bestehens  oder  Nichtbestehens
eines  Eltern-  und  Kindesverhältnisses  zwischen  den  Parteien  oder  die  Feststellung  des
Bestehens  oder  Nichtbestehens  der  elterlichen  Gewalt  der  einen  Partei  über  die  andere

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