Vorbereitung der »AMiscellanea«. 151
schaftliche Werke zu bereichern wünschte!. Dem gelehrten Publieum
endlich etwas von den Arbeiten der Societät vorzulegen und
dem König etwas Bedeutendes zu zeigen, war Lermsnizens Hauptsorge;
denn er hatte sich ilım gegenüber geradezu verpflichtet, dass
die Societät einen Band wissenschaftlicher Abhandlungen herausgeben
werde Sein Wort und seine Ehre standen auf dem Spiel.
Um den König sich geneigt zu erhalten und den immer noch schwebenden
Hauskauf durchzusetzen, sicherte er sich das Vertrauen der
Kronprinzessin — »je vous connais de mes amis«, schrieb sie
ihm” — und trat mit Madame pe GAcEToOT, der Oberhofmeisterin,
in Verbindung”. Dem Lord RAgy schrieb er noch einmal einen für
den König bestimmten Brief‘. Mit Recht konnte er hier darauf
hinweisen, dass der König die besten Intentionen in Bezug auf die
! Er stand schon zur Societät in Beziehung. In einem Brief an Leimnız vom
26. Mai 1708 (Hannov. Bibl.) schreibt er: »Ich vernehme auch. das S.K.M. in
Preussen nun mehro eine Commission zu Errichtung der universalen Schulbücher
angeordnet und dass mit der Grammatica der Anfang gemacht werden solle; weilen
ich nun nicht weiss, ob den Verlag dieser Grammatica die Societät über sich nehmen
wird. u.5.w.« Vr möchte diesen Verlag Namens der Societät erhalten. Siehe dazu
seinen Brief an Leiıpxız in Secr.- Leis. Nr.77 vom 3. Juli 1708. Die Granmatiken
und Schriftsteller - Ausgaben für die Gymnasien der Mark wurden wirklieh von einigen
Directoren und Conrectoren der Gymnasien auf Befehl Frır:vrıcw’s I. bearbeitet und
erschienen in der Officin von Pape, s. darüber Fıscner, FriscH - Leisxız S. 23.
29. 59f. Die Öberleitung hatte eine Commission. Der Secretar JaeLoxskı schreibt
am 21. Juli 1708 an Leisniz (Nr.78): »Mit der neuen Anstalt bei dem Schuhresen
ist der Anfang zwar gemaclıt und ein Versuch getlan worden, zu einer Conformität
mit der lateinischen Grammatik zu gelangen. Allein weil die Directores solcher
Sache mit mehr andern Geschäften beladen. können sie dieses nicht mit genugsamen
Fleiss warten. Hr. Cuuno und mein Bruder sind zwar auch zu denen diesfalls
angestellten Berathschlagungen gezogen worden, jener vigore commissionis
regiae, dieser bloss pro consilio. der Societät in corpore aber ist noch nichts zugemutliet
worden; ich glaube auch nicht, dass. wenn sie daran Theil nehmen wollte,
man sie gerne zulassen würde. nachdenı gewöhnlicher Maassen ein Jeder hie über
seinem Ansehn eifert und nicht gerne etwas davon vergiebet«. Augenscheinlich
hatte LeEisxız gewünscht, dass die Societät hinzugezogen werde; hatte er doch
durch seine Vorschläge über das Bücher-Comimissariat einen Anstoss zu der Sache
gegeben. Er hoffte gewiss auch, dass der Sorietät Einnahmen daraus erwachsen
würden. Aus dem Brief Parev’s (vom 3. Juli 1708) geht hervor, dass Director der
Universal- Einrichtung des Schulwesens der General- Commissarius von DAxckEn-MANN
war; Commissarii waren Professor Bexmaxx in Frankfurt, der Hofprediger
und Cux£eav. Der Societät vertraute man die Sache nicht an. Frıscn wünschte,
dass sie die Logik herausgäbe (Briefe Nr. 2ı und 22 von 7. und 20. November 1710):
»die Societät muss hier das Werk wegen Seientien angreifen und nebst der Ehre
auch den Profit ziehen«e. Zu vergleichen ist noch Nr. 105 des Urkundenbandex.
2 Siehe ihren Brief vom 29. October 1707 (Krore. 10. Bd. S. 415 f.).
’ 1.2.0.8. 416 t.
* Siehe Urkundenband Nr. 91.