Inhaltsverzeichnis : Amtliche Kriegsdepeschen Band 1 (1)

 
  

  

Aufruf  der  deutschen  Kaiserin.

An  die  deutschen  Frauen!

Dem  Rufe  seines  Kaisers  folgend,  rüstet  sich  unser  Volk  zu  einem  Kanpf
ohnegleichen,  den  es  nicht  heraufbeschworen  hat  und  den  es  nur  zu  seiner
Verteidigung  führt.

Wer  Waffen  zu  tragen  vermag,  wird  freudig  zu  den  Fahnen  eilen,  um  mit  seinem
Blute  einzustehen  für  das  Vaterland.

Der  Kampf  aber  wird  ein  ungeheuerer  und  die  Wunden  unzählige  sein,  die  zu
schließen  sind.  Darum  rufe  ich  euch,  deutsche  Frauen  und  Jungfrauen,  und  alle,
denen  es  nicht  vergönnt  ist,  für  die  geliebte  Heimat  zu  kämpfen,  zur  Hilfe  auf.  Es
trage  jeder  nach  seinen  Kräften  dazu  bei,  unseren  Gatten,  Söhnen  und  Brüdern  den
Kampf  leicht  zu  machen.  Ich  weiß,  daß  in  allen  Kreisen  unseres  Volkes  ausnahmslos
der  Wille  besteht,  diese  hohe  Pflicht  zu  erfüllen.  Gott  der  Herr  aber  stärke  uns  zu

dem  heiligen  Liebeswerk,  das  auch  uns  Frauen  beruft,  unsere  ganze  Kraft  dem  Vaterlande
  in  seinem  Entscheidungskampfe  zu  weihen.

Wegen  der  Sammlung  freiwilliger  Hilfskräfte  und  Gaben  aller  Art  sind  weitere
Bekanntmachungen  von  denjenigen  Organisationen  bereits  ergangen,  denen  diese
Aufgabe  in  erster  Linie  obliegt  und  deren  Unterstützung  vor  allem  vonnöten  ist.

Berlin,  den  6.  August  1914.  Auguste  Victoria.     32

 
      
    
    
    
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
  
 
    
  
 
 
 
 
 
 
 
  

Kalserlicher  Aufruf  an  Heer  und  Marine.

An  das  deutsche  Heer  und  die  deutsche  Marine.

Nach  dreiundvierzigjähriger  Friedenszeit  rufe  Ich  die  deutsche  wehrfähige
Mannschaft  zu  den  Waffen.

Unsere  heiligsten  Güter,  das  Vaterland,  den  eigenen  Herd  gilt  es  gegen  ruchlosen
  Ueberfall  zu  schützen.

Feinde  ringsum!  Das  ist  das  Kennzeichen  der  Lage.  Ein  schwerer  Kampf,
große  Opfer  stehen  uns  bevor.

Ich  vertraue,  daß  der  alte  kriegerische  Geist  noch  in  dem  deutschen  Volke  lebt,
jener  gewaltige  kriegerische  Geist,  der  den  Feind,  wo  er  ihn  findet,  angreift,
koste  es,  was  es  wolle,  der  von  jeher  die  Furcht  und  der  Schrecken  unserer
Feinde  gewesen  ist.

Ich  vertraue  auf  euch,  ihr  deutschen  Soldaten!  In  jedem  von  euch  lebt
der  heiße,  durch  nichts  zu  bezwingende  Wille  zum  Siege.  Jeder  von  euch
weiß,  wenn  es  sein  muß,  wie  ein  Held  zu  sterben.

Gedenkt  unserer  großen  ruhmreichen  Vergangenheit!

Gedenkt,  daß  ihr  Deutsche  seid!  Gott  helfe  uns!

Berlin,  Schloß,  den  6.  August  1914.  Wilhelm.