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nachdem die Entscheidung des Papstes die Polnischen Fürsten gebührlich
abgewiesen hatte, als den zuerst und allein zur Herrschaft
über Preußen Berechtigten betrachten.
Die Zahl der noch unbekehrten Landschaften war sehr groß, und
Christian erkannte wohl, daß er, bei der vorzüglich durch die Polnischen
Fürsten verschuldeten Gereiztheit, vor einem Angriffe der Heiden
gegen seine Bekehrten nicht sicher sei. Er mußte also darauf sinnen,
sein Land in Vertheidigungszustand zu setzen. Dazu reichten die Einwohner
selbst keineswegs hin. Er bedurfte eines Beistandes von
Außen her. Polnische Hülfe, auch wenn sie hätte geleistet werden
können, würde die Gefahr erhöht, die Bekehrten verletzt und die Selbstständigkeit
Christian's als des Landesherrn bedroht haben. Zudem
hatten die umliegenden christlichen Länder sich selbst gegen die Einsälle
der Preußen zu vertheidigen; und was hätte ein schwaches Hülfsheer
in dem Falle genützt daß diese mit vereinter Kraft über die
bekehrten Landschaften herfielen In dieser Noth gedachte Christian
des lebhaften Eifers, womit der Papst dem Fortschritt des Glaubens
in Preußen gefolgt war, und faßte den kühnen Gedanken, die Verkündigung
einer Kreuzfahrt nach Preußen bei ihm zu beantragen.
Ging der Papst hierauf ein, so kam eine Schutzmacht in's Land, die
ausreichte und von welcher Christian weder für sein Ansehen noch für
die Freiheit seiner Bekehrten etwas zu fürchten brauchte; ein christliches
Heer, nur durch höhere Beweggründe zusammengeführt, gewährte
die beste Bürgschaft für die Sicherheit und die Freiheit des Volkes.
Der Zeitpunkt freilich schien der Verwirklichung dieses Planes
nichts weniger, als günstig. Eben hatte das allgemeine Lateranensische
Concil beschlossen, daß im Sommer des Jahres 1216 ein großer
Kreuzzug zur Befreiung des heiligen Landes Statt finden sollte, und
in allen Reichen des Abendlandes wurde zur Fahrt nach Palästina
gerüstet. Noch betrübender war der am 16. Juli 1216 erfolgte Tod
des großen Innocenz, dessen glühender Eifer für Preußens Bekehrung