Metadata : Die Verfassungs-Urkunde für den Preußischen Staat vom 31. Januar 1850.

500  V.  Das  Abgeordnetenhaus.  6.  Hohenzollern.  c.  Regl.  v.  18.  Sept.  1893.  88  1,  2.

C.  Reglement  über  die  Ausführung  der  Wahlen  zum  Hause  der  Sbgeordneten
  in  den  Hohenzollernschen  Landen.
Vom  18.  September  1893.
(Publizirt  im  Reichs=  und  Staatsanzeiger  und  in  dem  Amtsblatt.)

Unter  Aufhebung  des  Reglements  vom  4.  September  1882  werden  zur
Ausführung  der  Verordnung  vom  30.  Mai  1849,  des  Gesetzes  vom  30.  April
1851  und  des  Gesetzes,  betreffend  Aenderung  des  Wahlverfahrens,  vom  24.
Juni  1891  die  folgenden  näheren  Bestimmungen  getroffen:

I.  Wahl  der  Wahlmänner.

§  1.

Die  Oberamtmänner  (Obervögte)  oder,  im  Falle  des  §  6  der  Verordnung
vom  30.  Mai  1849,  die  Gemeindeverwaltungsbehörden  (Bürgermeister,  Stadtschultheiß
  oder  Vogt  und  Gemeinderäthe)  haben  die  Aufstellung  der  Urwählerlisten
  zu  veranlassen  (§  15  der  Verordnung).  Dieselben  Behörden  haben  die
Urwahlbezirke  (§§  5,  6,  7  der  Verordnung)  abzugrenzen  und  die  Zahl  der
auf  jeden  derselben  fallenden  Wahlmänner  (§8  4,  6,  7  der  Verordnung)
festzusetzen.

Die  Zahl  der  Wahlmänner  des  Urwahlbezirks  und  dessen  allgemeine  Abgrenzung
  ist  auf  der  Urwählerliste  (§  3  dieses  Reglements)  anzugeben.

§  2.

Kein  Urwahlbezirk  darf  weniger  als  750  und  mehr  als  1749  Seelen
umfassen.

Bei  Berechnung  der  Seelenzahl  sind  die  zum  aktiven  Heer  gehörigen
Militärpersonen  der  Civilbevölkerung  hinzuzuzählen.

Maßgebend  ist  die  bei  der  letzten  allgemeinen  Volkszählung  ermittelte
ortsanwesende  Bevölkerung.

Wird  danach  bei  der  Bildung  der  Urwahlbezirke  die  Zusammenlegung
von  Gemeinden  aus  verschiedenen  Amtsbezirken  erforderlich,  so  sind  hierüber
die  näheren  Anordnungen  durch  den  Regierungspräsidenten  zu  treffen.

Die  Bewohner  der  vom  Hauptland  getrennt  liegenden  Gebietstheile
müssen,  soweit  sie  in  sich  keinen  Urwahlbezir  bilden  können,  mit  nächstgelegenen
Gemeinden  des  Hauptlandes  zusammengelegt  werden.

Sonst  muß  jeder  Urwahlbezirk  ein  zusammenhängendes  möglichst  abgerundetes
  Ganzes  bilden.