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erhalten dieselben aus den dazu bestimmten Fonds jährliche Unterstützungen. In
gleicher Weise dient zu Heranbildung von Lehrerinnen das Seminar zu Mark—
gröningen. In Eßlingen und Nürtingen ist Gelegenheit zu Erlernung des Taubstummenunterrichts,
in Gmünd zur Uebung im Unterricht von Taubstummen und
Blinden, in Markgröningen zur Vorbildung von Arbeitslehrerinnen gegeben.
Am 1. Januar 1881 waren vorhanden: 418 Schulpräparanden (Privatschulamtszöglinge);
ferner Zöglinge vom 3. bis 5. Bildungsjahr in den Staatsseminaren
537, in den Privatseminaren 215, bei einzelnen Lehrern 5; 70 weibliche Schulamtszöglinge;
im ganzen 1245, von denen 973 im Geschäftskreis der evangelischen, 272 in
dem der katholischen Oberschulbehörde. Das Lehrerpersonal an den Staatsseminaren
betrug 61, darunter 12 Rektoren und wissenschaftliche Hauptlehrer.
Die Statistik von 1879.80 erwähnt sodann noch 5 Privatschullehrerseminare
und 1 Privatpräparandenanstalt mit 17 Lehrern neben 6 Vorständen und 2 Theologen.
Im Hauptfinanzetat für 1881,82 ist das Volksschulwesen bedacht wie folgt:
Kap. 79 Schullehrerseminare 227262 MA, Kap. 80 Lehrerinnenseminar 20 719 (4,
Kap. 81 Unterstützungen von Privatschulamtszöglingen 98 178 MA, Kap. 82 Besoldungen
der evangel. Schuldiener 75 631 4 43 Pf., Kap. 83 Entschädigungen derselben
für Einkommensverluste durch Ablösungen 3 600 MA, Kap. 84 Sonstiger Aufwand
auf die evangel. Volksschule 64 800 MA, Kap. 85 Besoldungen der katholischen
Schuldiener 34 920 A 39 Pf., Kap. 86 Entschädigung derselben für Einkommensverluste
durch Ablösungen 1 471 M 24 Pf., Kap. 87 Sonstiger Aufwand auf die
kathol. Volksschulen 41 871 71 Pf., endlich Kap. 88 Alterszulagen für Schullehrer
und Beiträge an Gemeinden zu den Gehalien ihrer Schullehrer 769 000 IK.
Außerordentliche Verwilligungen aus dem Restvermögen scit 1858: 117 000 fl.
für Schullehrerseminare (1871 und 1872), 80 000 fl. Staatsbeiträge an Gemeinden
zu Schullehrerwohnungen (1865), ferner 36 000 A (1881) und für das Schullehrerseminar
in Saulgau 324 500 ∆ (1877 und 1879); dann aus der französischen
Kriegsentschädigung für das Seminar in Künzelsau 68 571.43 , für das in Nagold
640 000 4#.
Von den in Württemberg eingestellten Rekruten sollen 0,02 Proz. weder lesen,
noch ihren Namen schreiben können. Aehnlich die Erfahrungen in den Strafanstalten.
Als man in den letzteren vor einigen Jahren näher nachforschte, zeigte es sich, daß
die betreffenden keine Württemberger waren, und nur 1 derselben zwar aus dem
Lande, aber aus der Zeit lange vor Erlassung des Volksschulgesetzes vom 29. Sept.
1836 stammte.
J. Mit den Volksschulen sind vielfach Arbeitsschulen für Mädchen verbunden,
in welchen dieselben, meist nur im Winterhalbjahr, in wöchentlich 3.—4 Stunden in
den nöthigsten weiblichen Arbeiten (Stricken, Häkeln, Nähen, Flicken) Unterricht erhalten.
Letztmals 1870/71 wurden gezählt 975 solcher Schulen in evangel. Gemeinden,
564 in katholischen, dort mit 42949 Mädchen (und 629 Knaben) und
1 272 Lehrerinnen, in den kathol. Gemeinden mit 21 597 Mädchen (und 1157 Knaben)
und 672 Lehrerinnen. Staatsbeiträge 1881/83 Kap. 89 26 000 +∆ und 1 660 4
zu Abhaltung kleinerer Lehrkurse. Zu unterscheiden von den Arbeitsschulen sind
die Industrieschulen, unter der Fürsorge der Armenkommission und zum Erwerb für
arme Kinder bestimmt.
K. Die Erziehungsanstalten: die 3 Waisenhäuser in Stuttgart, Markgröningen
und Ochsenhausen und die Taubstummen= und Blindenanstalten zu
Gmünd, Eßlingen und Nürtingen; jenes öffentliche, zum Theil auf Kosten des Staats
unterhaltene Erziehungs= und Unterrichtsanstalten für rund 600 vermögenslose Waisen