Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

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und  die  badischen  Landeskommissariatsbezirke  Konstanz  und  Freiburg  in  beiden  Berichtsjahren  durch  außergewöhnlich
  hohe  Ziffern  auffallen.  Indessen  nicht  nur  im  Südwesten  des  Reiches,  auch  im  Norden  finden
sich  Gebiete,  in  denen  Todesfälle  durch  Neubildungen  ganz  besonders  häufig  verursacht  waren.  Der  Staat
Lübeck  hatte,  soweit  Angaben  vorliegen,  fast  dieselbe  Sterblichkeitsziffer  wie  Schwaben,  Hamburg  nahm
unter  den  66  zum  Vergleich  stehenden  Bezirken  im  Jahre  1892  die  neunte,  im  Jahre  1897  gar  die  fünfte
Stelle  ein,  ferner  ragen  durch  hohe,  den  Durchschnitt  überragende  Sterblichkeitsziffern  hervor:
im  Norden:  die  preuß.  Reg.-Bezirke  Schleswig,  Stralsund,  Hildesheim,  sowie  der  Staat  Bremen
im  Süden:  alle  Theile  der  Großherzogthümer  Hessen  und  Baden,  sowie  in  Bayern  noch  Mittelund
  Unterfranken,  Niederbayern  und  die  Oberpfalz,  in  Württemberg  noch  der  Neckarkreis
und  der  Jagstkreis,  in  Elsaß-Lothringen  die  Bezirke  Unter=  und  Oberelsaß;
in  Mitteldeutschland:  alle  Theile  des  Königreichs  Sachsen,  Berlin  und  —  soweit  zum  Bergleich
  stehend  —  Sachsen-Altenburg,  Braunschweig,  Schwarzburg-Sondershausen,  Anhalt,
Reuß  äl.  L.  und  Lippe.

Demgegenüber  war  die  Zahl  der  durch  Neubildungen  verursachten  Todesfälle  während  beider  Berichtsjahre
  besonders  gering  in  einigen  Regierungsbezirken  des  Ostens,  wie  Marienwerder,  Oppeln,  Posen,
Bromberg,  Gumbinnen,  ferner  in  den  Reg.-Bezirken  Aurich,  Münster,  Trier,  Koblenz,  Minden,  Arnsberg,
Düsseldorf,  Kassel,  Aachen,  Wiesbaden.  Im  Süden  und  Südwesten  des  Reiches,  wo,  wie  erwähnt,  die
Sterbeziffer  im  Allgemeinen  hoch  war,  bilden  der  württembergische  Schwarzwaldkreis  und  Lothringen
nebst  der  bayerischen  Pfalz  insofern  eine  bemerkenswerthe  Ausnahme,  als  hier  die  Zahl  der  betr.  Todesfälle
  unter  dem  Durchschnitt  blieb,  im  Küstengebiet  nehmen  die  preußischen  Reg.-Bezirke  Stade,  Aurich,
Lüneburg,  Osnabrück,  auch  Stettin,  Köslin,  Danzig,  Königsberg  eine  entsprechende  Ausnahmestellung  ein.
Die  Reihenfolge  der  66  bezw.  75  Staatsgebiete  (großen  Verwaltungsbezirke)  ist,  wenn  man  mit  der
höchsten  Ziffer  der  Todesfälle  durch  Neubildungen  beginnt,  mit  der  niedrigsten  aufhört,  die  folgende:

A.  im  Jahre  1892:  1.  Schwaben  (126),  2.  Konstanz  (115),  3.  Oberbayern  (108),  4.  Dresden  (100),
5.  Donaukreis  (99),  6.  Freiburg  (98),  7.  Mittelfranken  (93),  8.  Leipzig  (90),  9.  Hamburg  (80),
10.  Oberhessen  (87),  11.  Starkenburg  (85),  12.  Rheinhessen  (84),  13.  Bautzen  (84),  14.  Berlin
(82),  15.  Karlsruhe  (81),  16.  Mannheim  (80),  17.  Unterfranken  (79),  18.  Zwickau  (79),
19.  Bremen  (79),  20.  Unterelsaß  (78),  21.  Niederbayern  (73),  22.  Oberpfalz  (72),  28.  Schleswig
(72),  24.  Stralsund  (72),  25.  Jagstkreis  (70),  26.  Oberelsaß  (68),  27.  Hildesheim  (68),  28.  Neckarkreis
  (66),  29.  Sigmaringen  (64),  30.  Magdeburg  (61),  31.  Lothringen  (61),  82.  Pfalz  (60),
33.  Potsdam  (58),  34.  Köln  (58),  35.  Danzig  (57),  36.  Oberfranken  (57),  37.  Stettin  (57),
38.  Lüneburg  (57),  39.  Osnabrück  (56),  40.  Hannover  (56),  41.  Erfurt  (56),  42.  Schwarzwaldkreis
  (55),  48.  Breslau  (53),  44.  Wiesbaden  (52),  45.  Aachen  (517),  46.  Merseburg  (49),
47.  Liegnitz  (49),  48.  Stade  (49),  49.  Königsberg  (49),  50.  Kassel  (48),  51.  Düsseldorf  (48),
52.  Frankfurt  (46),  53.  Minden  (46),  54.  Arnsberg  (45),  55.  Gotha  (45),  56.  Coburg  (44),
57.  Gumbinnen  (43),  58.  Köslin  (41),  59.  Oppeln  (37),  60.  Münster  (37),  61.  Posen  (35),
62.  Koblenz  (32),  68.  Aurich  (31),  64.  Bromberg  (317),  65.  Trier  (30),  66.  Marienwerder  (30).
im  Jahre  1897:  1.  Schwaben  (138),  1  a.  Lübeck  (134),  2.  Konstanz  (126),  3.  Oberbayern  (126),
4.  Hamburg  (117),  5.  Donaukreis  (115),  6.  Dresden  (110),  7.  Freiburg  (106),  8.  Leipzig  (102),
9.  Berlin  (100),  10.  Mittelfranken  (99),  11.  Rheinhessen  (98),  12.  Oberhessen  (96),  18.  Bremen
(96),  14.  Starkenburg  (93),  15.  Karlsruhe  (93),  16.  Mannheim  (93),  17.  Stralsund  (92),
17a.  Sachsen-Altenburg  (90),  18.  Zwickau  90),  19.  Bautzen  (87),  20.  Niederbayern  (87),
21.  Unterelsaß  (87),  22.  Oberelsaß  (85),  23.  Unterfranken  (84),  24.  Oberpfalz  (84),  24  a.  Braunschweig
  (84),  24b.  Schwarzburg-Sondershausen  (83),  24c.  Anhalt  (87),  25.  Schleswig  (87),
26.  Neckarkreis  (80),  26  a.  Reuß  ä.  L.  (79),  27.  Oberfranken  (77),  27a.  Lippe  (73),  28.  Jagstkreis
  (71),  29.  Hildesheim  (71),  30.  Stettin  (69),  81.  Magdeburg  (69),  32.  Pfalz  (68),
33.  Hannover  (67),  34.  Danzig  (65),  35.  Potsdam  (65),  36.  Köln  (64),  87.  Osnabrück  (64),
38.  Liegnitz  (64),  39.  Breslau  (63),  40.  Lothringen  (61),  41.  Erfurt  (61),  42.  Coburg  539),
43.  Lüneburg  (59),  44.  Aachen  (58),  45.  Frankfurt  (56),  46.  Wiesbaden  (56),  47.  Düsseldorf
(56),  48.  Schwarzwaldkreis  (55),  49.  Merseburg  (55),  50.  Königsberg  (54),  50  a.  Sachsen-Meiningen
  (55),  51.  Kassel  (52),  52.  Köslin  (52),  53.  Sigmaringen  (49),  54.  Stade  (49),
55.  Minden  (48),  56.  Arnsberg  (48),  56  a.  Waldeck  (49),  57.  Gotha  (47),  58.  Gumbinnen  (46),
59.  Bromberg  (45),  60.  Aurich  (43),  61.  Oppeln  (39),  62.  Posen  (39),  63.  Koblenz  (37),
64.  Trier  (36),  65.  Münster  (54),  66.  Marienwerder  (32).

Vergleicht  man  die  beiden  Reihen  mit  einander,  so  zeigt  es  sich,  daß  in  dem  fünfjährigen  Zeitraum
von  1892  bis  1897  die  Zahl  der  Todesfälle  in  Folge  von  Neubildungen  fast  überall  wesent-B