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von Deutschland und Frankreich die Verpflichtung zu erlangen,
die belgische Neutralität achten zu wollen; bevor man aber eine
Intervention ins Auge fassen könne, müsse man die weitere Entwicklung
der Dinge abwarten.
Ich habe Sir Ed. Grey gefragt, ob die britische Regierung
mit der Intervention zuwarten wolle, bis der Feind in französisches
Gebiet eingefallen sei. Ich habe besondern Nachdruck
auf die Tatsache gelegt, dass die von Deutschland an unserer
Grenze bereits getroffenen Massnahmen die Absicht eines baldigen
Angriffs erkennen lassen, und wenn man eine Wiederholung
des Irrtums, den Europa im Jahre 1870 begangen hat,
nicht wieder erleben wolle, so sei es angezeigt, dass England
jetzt schon in Erwägung ziehe, unter welchen Bedingungen es
uns den Beistand leisten würde, auf den Frankreich zähle.
Sir Ed. “Grey hat mir geantwortet, die Meinung des Kabinetts
habe sich nur über die gegenwärtige Situation gebildet;
diese Lage könne sich ändern, und in diesem Fall würde man
sofort den Ministerrat einberufen, um darüber zu beraten.
Sir A. Nicolson, den ich beim Verlassen des Arbeitszimmers
des Staatssekretärs gesehen habe, hat mir gesagt, der Ministerrat
werde morgen wieder zusammentreten, und er hat mir im
Vertrauen zu verstehen gegeben, der Staatssekretär der auswärtigen
Angelegenheiten werde nicht ermangeln, die Verhandlungen
wieder aufzunehmen.
Ihren Weisungen gemäss habe ich das Nötige gemacht,
damit das Handschreiben, das der Präsident der Republik an
Seine Majestät den König von England richtet, dem Könige heute
abend übergeben werde. Dieser Schritt, der gewiss dem Ministerpräsidenten
gleich morgen früh mitgeteilt werden wird, wird
ohne Zweifel von der britischen Regierung in ernste Erwägung
gezogen werden.
Paul Cambon.