Contents : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

trachten  ist.

s.  Jahenani

a.  126

 

 

Der  Aosenheimer  Anzeiger  mit  dem  extich  und  iluntratzz
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ereischlnt.  Redaktion  und  Berlatz:  Nr.  72;  Inseraten-Abtellung:

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(mü  Ausnahme  der  6

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RKosenheimer  Anzeiger

Mitto#y,  2.  Uu###  1916

  

 

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siche  Posthoten  die
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Buchdruckerei  ##  #

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Rosenheimer  Tagblakt

Amfliches  Publikafions-Organ

 

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Scthwerr  französische  Niederlage  beim  Durchtruchsversuch  beil  Arras.  1

Welere  Erfolge  im  Unterseekrieg  gegen  „England.  —  Der  mißlungene  Fliegerangriff  auf  Ludwigshafen.  —  Englische  Enttäuschungen.
  —  Die  große  Schlacht  in  Galizien.  —  Die  Umklammerung  von  Przemyal.  —  Russische  Ausreden  für  die  Niederlage

  in  Galizien.  —  Fortschritte  der  deutschen  Südarmee  am  Stryj.  —

Jur  Versenkung  der  „Cusitania“.

Aus  der  Note  Deutschlands  an  die  Vereinigten
  Staaten  sei  über  die  Versenkung  der  „Lufilania“
  folgendes  hervorgehoben:

Wiaos  die  Verluste  an  Menschenleben  bei  der
Versenkung  des  britischen  Passagierdampfers
„Lusitania“  anlangt,  so  hat  die  Deutsche  Negierung
  den  beteiligten  neutralen  Regierungen
bereits  ihr  lebhaftes  Bedauern  darüber  zum
Ausdruck  petracht.  daß  Angehörige  ihrer  Staaten
  ihr  Leben  bei  dieser  Gelegenheit  verloren
Baben.  Die  Kaiserliche  Regierung  vermag  sich
im  übrigen  dem  Eindruck  nicht  zu  verschließen,
daß  gewisse  wichtige  Tatsachen,  die  im  unmittelbarsten
  Zusammenhang  mit  der  Versenkung  der
„Lwitania"  stehen,  der  Aufmerlsamkeit  der  Regierung
  der  Vereinigten  Staaten  entgangen  sein
könnten.  Sie  hält  es  deshalb  im  Interesse
des  von  beiden  Regierungen  angestrebten  Zieles
  einer  klaren  und  vollen  Verständigung  für
notwendig.,  sich  zunächst  davon  zu  überzeugen,
daß  die  den  beiden  Regierungen  vorliegenden
Nachrichten  über  den  Sachverhalt  vollständig
sind  und  übereinstimmen.  *

Die  Regierung  der  Vereinigten  Staalen  gehtl
davon  aus,  daß  die  „Lusitania“  als  ein  gewohnliches,
  unbewaffnetes  Handelsschiff  zu  be-Die
  Kaiserliche  Regierung  gestattet
sich  in  diesem  Zusammenhange  darauf  binzuweisen,
  das  die  „Lusitania“  einer  der  größten

und  Gisaellien  mit  Regierungomitteln  als  „Hilfskreu:er“

  gebauten  englischen  Handelsdampf:  t
war  und  in  der  von  der  englischen  Admiralität
herausgegebenen  „Navy  List“  ausdrücklich  aufgeführt
  ist.  Der  Kaiserlichen  Regierung  ist  jer—
ner  aus  zuverlässigen  Angaben  ihrer  Dienststellen
  und  neutraler  Passagiere  bekannt,  daß
schon  seit  längerer  Zeit  so  gut  wie  alle  wertvolleren
  englischen  Handelsschiffe  mit  Geschützen,
Munition  und  anderen  Waffen  versehen  und  mit
Personen  bemannt  sind,  die  in  der  Bedienung
der  Geschütze  besonders  geübt  sind.  Auch  die
„Lusitania“  hat  nach  hier  vorliegenden  Nachrichten
  bei  der  Abfahrt  von  Neuyork  Geschütze
an  Bord  gehatt,  die  unter  Deck  versteckt  aufgestellt
  waren.

Die  Kaiserliche  Regierung  beehrt  sich  ferner,
die  besondere  Aufmerksamleit  der  amerikanischen
Regierung  darauf  zu  lenken,  dah  die  britische
Admiralität  ihrer  Handelsmarine  in  einer  geleimen
  Anweisung  vom  Februar  dieses  Jahres
  empfohlen  hat,  nicht  nur  hinter  neutralen
Flaggen  und  Ab  Fichen  Schutz  zu  suchen,  sondern
  sogar  unter  besser  Verkleidung  durch  Rammen
  anigriffsweise  gegen  deutsche  Unlerseeboote
vorzugehen.  Auch  sind  als  besonderer  Ansporn
zur  Vernichtung  der  Unterseeboote  durch  Handelsschiffe
  von  der  britischen  Regierung  hohe
Preise  ausgesetzt  und  auch  bereits  ausgezahlt
worden.  Angesichts  dieser  ihr  einwandfrei  belannten
  Tatsachen  vermag  die  Kaiserliche  Regierung
  englische  Kauffahrteischiffe  auf  dem  vom
Admiralstabe  der  Kaiserlich  Deutschen  Marine
bezeichneten  Seekriegsschauplatz  nicht  mehr  als
„unverteidigtes  Gebiet“  anzusehen;  auch  sind
die  deutschen  Kommandanten  eneselgepesle  nicht
mehr  in  der  Lage,  die  sonst  für  das  Seebeute- 



verkrachte  Dardanellenunternehmen.

recht  üblichen  Regeln  zu  beobachten,  denen  sie
früher  stet5  nachgekommen  sind.

Endlich  muß  die  Kaiserliche  Regierung  besonders
  darauf  Bhinweisen,  daß  die  „Lusitania“
wie  schon  früher,  so  auch  auf  ihrer  letzten  Reise
lanadische  Truppen  und  Kriegsmaterial,  unter
diesem  nicht  weniger  als  5400  Kisten  Munition,
an  Bord  hatte,  die  zur  Vernichtung  tapserer
deulscher  Soldaien,  die  mit  Opfermut  und  Hingebung
  ibre  Pflicht  im  Dienst  des  Vaterlandes
erfüllen,  bestimmt  war.  Die  deutsche  Regierung
glaubt  in  gerechter  Selbstverteidigung  zu  hanudeln,
  wenn  sie  mit  den  ihr  zu  Gebote  fleö:  nden
Kriegsminteln  durch  Vernichtung  der  fur  den
Feind  bestimmten  Munition  das  Leben  ihrer
Soldaten  zu  sch  ützen  sucht.  Die  englische  Schiff
fahrtsgesellschaft  mußte  sich  der  Gefahren,  denen
die  Passagiere  unter  diesen  Umstanden  an  Vord
der  „Lusitania“  ausgeselzt  waren,  bewußt  sein.
Sie  hat,  wenn  sie  sie  trogdem  an  Bord  nahm.
in  voller  Ueberlegung  das  Leben  amerikanischer
Bürger  als  Schutz  fur  die  beforderte  Munition
iu  benutzen  versucht  und  ĩich  in  Widerspruck  zu
den  klaren  Bestimmungen  der  amerilanischen
Gesetzgebung  gesetzt,  die  die  Veforderung  von
Passagieren  auf  Schiffen,  die  Erplosiofloffe  an
Bord  hatben,  ausdrucklich  verbietel  und  mir
Strafe  bedroht.  Sie  hat  dadurch  in  frevelhafter
Weise  den  Tod  so  zahlreicher  Passagiere  verschuldel.
  Nach  der  auedrucklichen  Meldung  des
belressenden  lIIBoot  Kommandanten,  die  durch
alle  sonstigen  Nachrichten  lediglich  befläliat  wird.
lann  es  leinem  Zweiiel  unterliegen,  daß  der
rasche  Untergang  der  „Luilania“  in  eriler
Linie  auf  die  durch  den  Torpedoschus,  berur
sachte  Explosion  der  Munilionsladung  #urüc#-zuführen
  ist.  Andernialls  waren  die  Passagier:
der  „Lusitauia“  menschlicher  Voraussicht  nad,
geretiet  worden.

Die  Kaiserliche  Regierung  hält  die  im  vorsiehenden
  angefülrten  Tatsachen  für  wichtig  genug,
  um  sie  einer  aufmerlsamen  Prufung  der
amerikanischen  Regierung  eu  empfehlen.  Indem
die  Kaiserliche  Regierung  sich  ihre  endgulti  ge
Stellungnahme  zu  den  im  Zusammenlang  L
der  Versenlung  der  „Lusilania-  gestellten  Forderungen
  bis  nach  Eingang  einer  Antwort  der
amerikanischen  Regierung  vorbehalten  darf,
glaubt  sie  schliePlich  an  dieser  Stelle  darauf
hinweisen  zu  sollen,  wie  sie  seinerzeit  mil  Genugtuung
  von  den  Vermittlungsvorschlagen
Kenntnis  genommen  hat,  die  seilens  der  Amerikanischen
  Regierung  in  Berlin  und  London  unlerbreilet
  worden  sind,  um  einen  modus  vivendi
für  die  Führung  des  Seekrieges  zwischen  De  eutsch
land  und  Großbritannien  anzubahnen.  Die
Kaiserliche  Regierung  hat  damals  durch  ihr  bereitwilliges
  Eingehen  auf  diese  Vorschläge  ihren
guten  Willen  zur  Genuge  dargetan.  Die  Berwirklichung
  dieser  Vorschläge  ist,  wie  belannt.
an  der  ablehnenden  Haltung  der  großbritannischen
  Regierung  gescheitert.

·  .

Die  Cunard-Linie  und  die  „Lusitania“.



Zürich,  31.  Mai.  Dem  „St.  Galler  Tagblatt“

  wird  aus  Neuyorkl  geschrieben:  Das  amerikanische
  Kongrehmitglied  Hobson  hat  zum  Fall

 

„Lusitania“  folgende  aufsehenerregende  Erllärungen
  abgegeben:  „Eine  verwitwete  Kusine
von  mir  kam  zu  den  Bureaus  der  Cunard-Linie
und  wollte  eine  Karte  für  die  „Lufitania“  er
stehen,  als  ihr  einetr  der  Beamten,  ein  alter
Freund,  sagte  sie  solle  den  Dampfer  nicht  nebmen,
  da  er  Order  von  der  britischen  Admiralität
  habe.  Die  Dame  wurde  verpflichtet,  über
diese  Warnung  nicht  zu  sprechen,  bevor  die  „Lusitania“
  angekommen  sei.  Diese  Tatsache  notigt
  zu  der  eindringlichen  Frage:  Warum  hat
die  Cunardlinie  nicht  aus  menschlichen  (Gründen
allen  Passagieren  den  Rat  gegeben,  den  meine
Kusine  von  ihrem  alten  Freund  bekam?  Statt
eine  solche  Marnung  zu  geben,  lud  die  Cunardlinie
  den  Dampfer  mil  Passagieren  voli,  varunler
  vielen  hervorragenden  Amerikanern,  deren
Tod  der  Nalion  natürlich  auf  die  Nerven  gehen
mußte.“  Obwohl  diese  sensationelle  Erklärung
durch  die  offinielle  Nachrichtenagentur  weitergegeben
  wurde.  die  alle  großen  Zeitungen  versorgl,
  wurde  sie  doch  von  leiner  einzigen  englisch
  geschriebenen  Zeilung  gebracht.  ()...)

a  #  —

Die  Rriegsluge.
Ter  amtliche  österreichische  Vericht.
WITKN!1.  Amtlich  wird  ge#
meldet:

Wien,  31.  Mai.
Russischer  Kriegsschauplaß.

Am  San  und  oillich  des  Flusses  hal  gestern
lein  Kampf  stattgesunden.  An  der  Sudwestfront!
von  Prremnei  sowie  am  oberen  Onje#tr  wird
gelampft.

Zn  der  (Gegend  von  Sürj  erstürmten  die  verr
bündeten  Truppen  in  heftigem  Kampfe  mehrere
Ortschaften  und  eroberten  eine  feindlich:  Ba
terie.  Die  sonstige  Lage  im  Nordosten  ist  unverändert.


Italsenischer  Kriegsschauplatz.

Gestern  vormitlag  wurde  der  Angriff  eines
Alpini  Regiments  auf  einem  Abschnitt  unserer
  Befestigungen  auf  dem  Plateau  von  Loverano
  blutig  abgewiesen.

Nordöstlich  Paneveggio  begann  eine  feindliche
Abteilung  zu  schanze  ging  aber  vor  dem
Feuer  unserer  Patronila.  (osort  zurück.

An  der  kartnerischen  Grerze  sanden  kleinere.
für  unsere  Waffen  erfolgreiche  Kampfe  statt.

Oestlich  von  Karfreit  versuchte  der  Feind  ver
geblich,  die  Hänge  des  K#n  zu  ersteigen.

In  dem  Geschütztampf  im  kustenländischen
Grenzgebiet  begann  unsere  schwere  Artillerie  einäugreifen.


Der  stellvertr.  Thef  des  Generalstabes:

-  v.  Hoͤfer.
e  e  4

Das  Plateau  von  Lavarone  liegt  südlich  von
Levico;  Paneveggio  liegt  nördlich  vom  Nolle-RPah
  und  San  Martino  di  Castrotza,  an  der

 

Die  Gefechte  an  der  italienischen  Grenze.  —  Das

Kunststrabe,  die  aus  dem  Primör  ins  Fleimslal
  führt.

Bei  der  Abweisung  der  italienischen  Angriffe
auf  Lavarone  waren  auch  deutsche  Truppen  beteiligt.
  (Z.)

□J

"  I
Anfenfoegcqudstnemi.i
(Wiederholt  aus  einem  1Teil  der  letzten  Nummer.)

WIB.  Berlin,  31.  Mai.  Eine  Sonderausgabe
  des  Reichsanzeigers  veröffentlicht  eine
laiserliche  Verordnung  betreffend  den  Aufruf
des  Landsturms  vom  28.  Mai  1915,  nach  welcher
  sämtliche  Angehorige  des  Landsturms  1.
Ausgetots,  soweit  sie  nicht  schon  durch  die  Verordnungen
  vom  1.  August  und  15.  August
aufgerusen  worden  sind,  aufgerufen  werden.  Die
Anmeldung  der  Aufgerufenen  zur  Landsturmrolle
  hat  nach  näherer  Anordnung  des  Reichskanzlere
  zu  erfolgen.  Diese  Verordnung  findet
auf  die  königlich  banerischen  Gebietsteile  keine
Anwendung.  (Für  Bayern  gelien  Sonderbeslimmungen.)
  Sie  tritt  mit  dem  Tage  der  Verlündung
  in  Kraft.  Auf  Grund  dieser  Verordnung
  wird  durch  eine  Bekanntmachung  des
Stellrertreters  des  Reichskan  lers  zur  Kenntnis
gebracht,  daß  die  im  Inland  sich  aufhaltenden
Aufgerufenen  sich,  soweit  es  noch  nicht  geschehen
ist,  bei  der  Ortsbehörde  ihres  Aufenthaltsortes
in  der  Zeit  vom  8.  Jumi  bis  einschließlich  100.
Juni  1915  zur  Landfiurmrolle  anzumelden  haben,
  und  daß  sich  die  Aufgerufenen,  die  sich  im
Ausland  aufhalten,  soweit  möglich  und  dies
noch  nicht  geichehen  ist,  alsbald  schriftlich  oder
mundlich  bei  den  deutschen  Auslandsvertretungen
  zur  Eintragung  in  besondere,  von  diesen
zu  führende  Listen  zu  melden  haben.

 

Algemeines  vom  Krieg.

Englische  Stimmen  für  die  Beendigung
  des  Krieges.
London,  31.  Mai.  Wie  der  „Labour

Leader“  berichtet.  ist  ein  britisches  Anti.  Kriegs-Komilee
  gegrundet  worden.  In  einem  vorläufigen
  Zirlular  wird  gesagt.  daß  die  Zeit  gekommen
  sei,  eine  organisierte  Bewegung  einzuleiten,
  um  klar  auszudrucken,  daß  in  der  offentlichen
  Meinung  die  Stimmung  zugunsten
einer  friedlichen  Beilegung  der  jehigen  Konflikte
wackie.  Der  „Latbour  Leader“,  der  schon  seit
einigen  Wochen  Propaganda  fur  eine  Beilegung
des  Krieges  macht,  enthält  einen  Artikel,  in
dem  die  Arbeiterpartei  aufgefordert  wird,  im
Eegensatz  zu  der  gelben  Presse  Englands  für  die
Beendigung  des  Krieges  einzutreten.  An  die  unabhangige
  Arbeiterpartei  wird  der  Aufruf  gelichtet,
  ihre  ganze  Energie  dafür  einzusetzen  und
vor  allen  Dingen  von  der  Regierung  zu  verlangen,
  daß  sie  die  Bedingungen  bekonnt  gibt.
auf  Grund  welcher  sice  bereit  sei,  den  Frieden
zu  schließen.  (3.)

 

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