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ereischlnt. Redaktion und Berlatz: Nr. 72; Inseraten-Abtellung:
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RKosenheimer Anzeiger
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Scthwerr französische Niederlage beim Durchtruchsversuch beil Arras. 1
Welere Erfolge im Unterseekrieg gegen „England. — Der mißlungene Fliegerangriff auf Ludwigshafen. — Englische Enttäuschungen.
— Die große Schlacht in Galizien. — Die Umklammerung von Przemyal. — Russische Ausreden für die Niederlage
in Galizien. — Fortschritte der deutschen Südarmee am Stryj. —
Jur Versenkung der „Cusitania“.
Aus der Note Deutschlands an die Vereinigten
Staaten sei über die Versenkung der „Lufilania“
folgendes hervorgehoben:
Wiaos die Verluste an Menschenleben bei der
Versenkung des britischen Passagierdampfers
„Lusitania“ anlangt, so hat die Deutsche Negierung
den beteiligten neutralen Regierungen
bereits ihr lebhaftes Bedauern darüber zum
Ausdruck petracht. daß Angehörige ihrer Staaten
ihr Leben bei dieser Gelegenheit verloren
Baben. Die Kaiserliche Regierung vermag sich
im übrigen dem Eindruck nicht zu verschließen,
daß gewisse wichtige Tatsachen, die im unmittelbarsten
Zusammenhang mit der Versenkung der
„Lwitania" stehen, der Aufmerlsamkeit der Regierung
der Vereinigten Staaten entgangen sein
könnten. Sie hält es deshalb im Interesse
des von beiden Regierungen angestrebten Zieles
einer klaren und vollen Verständigung für
notwendig., sich zunächst davon zu überzeugen,
daß die den beiden Regierungen vorliegenden
Nachrichten über den Sachverhalt vollständig
sind und übereinstimmen. *
Die Regierung der Vereinigten Staalen gehtl
davon aus, daß die „Lusitania“ als ein gewohnliches,
unbewaffnetes Handelsschiff zu be-Die
Kaiserliche Regierung gestattet
sich in diesem Zusammenhange darauf binzuweisen,
das die „Lusitania“ einer der größten
und Gisaellien mit Regierungomitteln als „Hilfskreu:er“
gebauten englischen Handelsdampf: t
war und in der von der englischen Admiralität
herausgegebenen „Navy List“ ausdrücklich aufgeführt
ist. Der Kaiserlichen Regierung ist jer—
ner aus zuverlässigen Angaben ihrer Dienststellen
und neutraler Passagiere bekannt, daß
schon seit längerer Zeit so gut wie alle wertvolleren
englischen Handelsschiffe mit Geschützen,
Munition und anderen Waffen versehen und mit
Personen bemannt sind, die in der Bedienung
der Geschütze besonders geübt sind. Auch die
„Lusitania“ hat nach hier vorliegenden Nachrichten
bei der Abfahrt von Neuyork Geschütze
an Bord gehatt, die unter Deck versteckt aufgestellt
waren.
Die Kaiserliche Regierung beehrt sich ferner,
die besondere Aufmerksamleit der amerikanischen
Regierung darauf zu lenken, dah die britische
Admiralität ihrer Handelsmarine in einer geleimen
Anweisung vom Februar dieses Jahres
empfohlen hat, nicht nur hinter neutralen
Flaggen und Ab Fichen Schutz zu suchen, sondern
sogar unter besser Verkleidung durch Rammen
anigriffsweise gegen deutsche Unlerseeboote
vorzugehen. Auch sind als besonderer Ansporn
zur Vernichtung der Unterseeboote durch Handelsschiffe
von der britischen Regierung hohe
Preise ausgesetzt und auch bereits ausgezahlt
worden. Angesichts dieser ihr einwandfrei belannten
Tatsachen vermag die Kaiserliche Regierung
englische Kauffahrteischiffe auf dem vom
Admiralstabe der Kaiserlich Deutschen Marine
bezeichneten Seekriegsschauplatz nicht mehr als
„unverteidigtes Gebiet“ anzusehen; auch sind
die deutschen Kommandanten eneselgepesle nicht
mehr in der Lage, die sonst für das Seebeute-
verkrachte Dardanellenunternehmen.
recht üblichen Regeln zu beobachten, denen sie
früher stet5 nachgekommen sind.
Endlich muß die Kaiserliche Regierung besonders
darauf Bhinweisen, daß die „Lusitania“
wie schon früher, so auch auf ihrer letzten Reise
lanadische Truppen und Kriegsmaterial, unter
diesem nicht weniger als 5400 Kisten Munition,
an Bord hatte, die zur Vernichtung tapserer
deulscher Soldaien, die mit Opfermut und Hingebung
ibre Pflicht im Dienst des Vaterlandes
erfüllen, bestimmt war. Die deutsche Regierung
glaubt in gerechter Selbstverteidigung zu hanudeln,
wenn sie mit den ihr zu Gebote fleö: nden
Kriegsminteln durch Vernichtung der fur den
Feind bestimmten Munition das Leben ihrer
Soldaten zu sch ützen sucht. Die englische Schiff
fahrtsgesellschaft mußte sich der Gefahren, denen
die Passagiere unter diesen Umstanden an Vord
der „Lusitania“ ausgeselzt waren, bewußt sein.
Sie hat, wenn sie sie trogdem an Bord nahm.
in voller Ueberlegung das Leben amerikanischer
Bürger als Schutz fur die beforderte Munition
iu benutzen versucht und ĩich in Widerspruck zu
den klaren Bestimmungen der amerilanischen
Gesetzgebung gesetzt, die die Veforderung von
Passagieren auf Schiffen, die Erplosiofloffe an
Bord hatben, ausdrucklich verbietel und mir
Strafe bedroht. Sie hat dadurch in frevelhafter
Weise den Tod so zahlreicher Passagiere verschuldel.
Nach der auedrucklichen Meldung des
belressenden lIIBoot Kommandanten, die durch
alle sonstigen Nachrichten lediglich befläliat wird.
lann es leinem Zweiiel unterliegen, daß der
rasche Untergang der „Luilania“ in eriler
Linie auf die durch den Torpedoschus, berur
sachte Explosion der Munilionsladung #urüc#-zuführen
ist. Andernialls waren die Passagier:
der „Lusitauia“ menschlicher Voraussicht nad,
geretiet worden.
Die Kaiserliche Regierung hält die im vorsiehenden
angefülrten Tatsachen für wichtig genug,
um sie einer aufmerlsamen Prufung der
amerikanischen Regierung eu empfehlen. Indem
die Kaiserliche Regierung sich ihre endgulti ge
Stellungnahme zu den im Zusammenlang L
der Versenlung der „Lusilania- gestellten Forderungen
bis nach Eingang einer Antwort der
amerikanischen Regierung vorbehalten darf,
glaubt sie schliePlich an dieser Stelle darauf
hinweisen zu sollen, wie sie seinerzeit mil Genugtuung
von den Vermittlungsvorschlagen
Kenntnis genommen hat, die seilens der Amerikanischen
Regierung in Berlin und London unlerbreilet
worden sind, um einen modus vivendi
für die Führung des Seekrieges zwischen De eutsch
land und Großbritannien anzubahnen. Die
Kaiserliche Regierung hat damals durch ihr bereitwilliges
Eingehen auf diese Vorschläge ihren
guten Willen zur Genuge dargetan. Die Berwirklichung
dieser Vorschläge ist, wie belannt.
an der ablehnenden Haltung der großbritannischen
Regierung gescheitert.
· .
Die Cunard-Linie und die „Lusitania“.
Zürich, 31. Mai. Dem „St. Galler Tagblatt“
wird aus Neuyorkl geschrieben: Das amerikanische
Kongrehmitglied Hobson hat zum Fall
„Lusitania“ folgende aufsehenerregende Erllärungen
abgegeben: „Eine verwitwete Kusine
von mir kam zu den Bureaus der Cunard-Linie
und wollte eine Karte für die „Lufitania“ er
stehen, als ihr einetr der Beamten, ein alter
Freund, sagte sie solle den Dampfer nicht nebmen,
da er Order von der britischen Admiralität
habe. Die Dame wurde verpflichtet, über
diese Warnung nicht zu sprechen, bevor die „Lusitania“
angekommen sei. Diese Tatsache notigt
zu der eindringlichen Frage: Warum hat
die Cunardlinie nicht aus menschlichen (Gründen
allen Passagieren den Rat gegeben, den meine
Kusine von ihrem alten Freund bekam? Statt
eine solche Marnung zu geben, lud die Cunardlinie
den Dampfer mil Passagieren voli, varunler
vielen hervorragenden Amerikanern, deren
Tod der Nalion natürlich auf die Nerven gehen
mußte.“ Obwohl diese sensationelle Erklärung
durch die offinielle Nachrichtenagentur weitergegeben
wurde. die alle großen Zeitungen versorgl,
wurde sie doch von leiner einzigen englisch
geschriebenen Zeilung gebracht. ()...)
a # —
Die Rriegsluge.
Ter amtliche österreichische Vericht.
WITKN!1. Amtlich wird ge#
meldet:
Wien, 31. Mai.
Russischer Kriegsschauplaß.
Am San und oillich des Flusses hal gestern
lein Kampf stattgesunden. An der Sudwestfront!
von Prremnei sowie am oberen Onje#tr wird
gelampft.
Zn der (Gegend von Sürj erstürmten die verr
bündeten Truppen in heftigem Kampfe mehrere
Ortschaften und eroberten eine feindlich: Ba
terie. Die sonstige Lage im Nordosten ist unverändert.
Italsenischer Kriegsschauplatz.
Gestern vormitlag wurde der Angriff eines
Alpini Regiments auf einem Abschnitt unserer
Befestigungen auf dem Plateau von Loverano
blutig abgewiesen.
Nordöstlich Paneveggio begann eine feindliche
Abteilung zu schanze ging aber vor dem
Feuer unserer Patronila. (osort zurück.
An der kartnerischen Grerze sanden kleinere.
für unsere Waffen erfolgreiche Kampfe statt.
Oestlich von Karfreit versuchte der Feind ver
geblich, die Hänge des K#n zu ersteigen.
In dem Geschütztampf im kustenländischen
Grenzgebiet begann unsere schwere Artillerie einäugreifen.
Der stellvertr. Thef des Generalstabes:
- v. Hoͤfer.
e e 4
Das Plateau von Lavarone liegt südlich von
Levico; Paneveggio liegt nördlich vom Nolle-RPah
und San Martino di Castrotza, an der
Die Gefechte an der italienischen Grenze. — Das
Kunststrabe, die aus dem Primör ins Fleimslal
führt.
Bei der Abweisung der italienischen Angriffe
auf Lavarone waren auch deutsche Truppen beteiligt.
(Z.)
□J
" I
Anfenfoegcqudstnemi.i
(Wiederholt aus einem 1Teil der letzten Nummer.)
WIB. Berlin, 31. Mai. Eine Sonderausgabe
des Reichsanzeigers veröffentlicht eine
laiserliche Verordnung betreffend den Aufruf
des Landsturms vom 28. Mai 1915, nach welcher
sämtliche Angehorige des Landsturms 1.
Ausgetots, soweit sie nicht schon durch die Verordnungen
vom 1. August und 15. August
aufgerusen worden sind, aufgerufen werden. Die
Anmeldung der Aufgerufenen zur Landsturmrolle
hat nach näherer Anordnung des Reichskanzlere
zu erfolgen. Diese Verordnung findet
auf die königlich banerischen Gebietsteile keine
Anwendung. (Für Bayern gelien Sonderbeslimmungen.)
Sie tritt mit dem Tage der Verlündung
in Kraft. Auf Grund dieser Verordnung
wird durch eine Bekanntmachung des
Stellrertreters des Reichskan lers zur Kenntnis
gebracht, daß die im Inland sich aufhaltenden
Aufgerufenen sich, soweit es noch nicht geschehen
ist, bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltsortes
in der Zeit vom 8. Jumi bis einschließlich 100.
Juni 1915 zur Landfiurmrolle anzumelden haben,
und daß sich die Aufgerufenen, die sich im
Ausland aufhalten, soweit möglich und dies
noch nicht geichehen ist, alsbald schriftlich oder
mundlich bei den deutschen Auslandsvertretungen
zur Eintragung in besondere, von diesen
zu führende Listen zu melden haben.
Algemeines vom Krieg.
Englische Stimmen für die Beendigung
des Krieges.
London, 31. Mai. Wie der „Labour
Leader“ berichtet. ist ein britisches Anti. Kriegs-Komilee
gegrundet worden. In einem vorläufigen
Zirlular wird gesagt. daß die Zeit gekommen
sei, eine organisierte Bewegung einzuleiten,
um klar auszudrucken, daß in der offentlichen
Meinung die Stimmung zugunsten
einer friedlichen Beilegung der jehigen Konflikte
wackie. Der „Latbour Leader“, der schon seit
einigen Wochen Propaganda fur eine Beilegung
des Krieges macht, enthält einen Artikel, in
dem die Arbeiterpartei aufgefordert wird, im
Eegensatz zu der gelben Presse Englands für die
Beendigung des Krieges einzutreten. An die unabhangige
Arbeiterpartei wird der Aufruf gelichtet,
ihre ganze Energie dafür einzusetzen und
vor allen Dingen von der Regierung zu verlangen,
daß sie die Bedingungen bekonnt gibt.
auf Grund welcher sice bereit sei, den Frieden
zu schließen. (3.)
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