Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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chen  Mecklenburg  Ehre,  auf  sie  kann  Mecklenburg  stolz
sein.“

Der  alte  schlimmste  Fehler  der  Mecklenburger  war
und  blieb  die  Indolenz,  vie  provinzielle  Beschränktheit
und  Verdumpsung,  der  politische  Indifferentismus,  vurch
die  Binnenlage  des  Landes,  seine  Abgeschlossenheit  von  der
übrigen  Welt  herbeigeführt.  Eine  wahre  Plage  war
der  seit  dem  achtzehnten  Jahrhundert  zum  Erschrecken
angewachsene  Heuschreckenschwarm  der  Advocaten  des
Streitländleins:  1841  rechnete  man  über  dreihundert.
  „Der  Mangel  einer  klaren  bündigen  bestimmten
  Gesetzgebung,  sagt  selbst  ein  mecklenburgischer

Deutschland  befelgt  werden  sind,  aber  nicht  in  Mecklenburg,
wo  man  sie  kaum  kennt:  ehngeachtet  die  Helzpreise  in  den
letzten  Zeiten  durch  pflegliche  Cultur  und  die  Riesenschritte
der  Industrie  um  ein,  ja  zweihundert  Prozent  gestiegen  sind,
sind  sic  in  Mecklenburg  wohlfeil  geblieben  und  ras  hält  man
für  Glück  und  reibt  sich  die  Hände,  man  geht  sehr  unwirthschaftlich
  mit  dem  Helz  um:  Deputathelz  bekemmt  sast  Jerermann
  bis  zum  Tagelöhner  herab.  Daß  die  Wälder  auf  den
moôglichst  hehen  Ertrag  gebracht,  daß  dadurch  viele  Arbeiter
ernährt  werden  und  diese  bessern  Lohn  erhalten  können,
kümmert  ditjenigen  nicht,  die  „Alles  beim  Alten  lassen“  wol-I.
  u.  Die  Getreidepreise  sollen  steigen,  aber  der  Arbeitslehn
niedrig  bleiben.

4)  Auter  der  „Darstellung  der  Lanvwirthschaft  in  Meckburg“
  1831.  #engerke  war  in  Mecklenburg  selbst  ansässig,
  man  ließ  diesen  einsichtsrellen  Mann  wegziehen,  während
cine  Menge  Gutsbesitzer,  die  sich  in  Mecklenburg  angekauft
haben,  dert  ansässig  geblieben  sind,  aber  ihr  Geld  in  Berlin,
  Hamburg,  Wesiphalen  verzehren.