Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Aufünfer  122

17.  Infanterieregiment  Germersheim.  Joh.

Fuggentaller,  Halfing,  gefallen;  Joseph  Aschl,
Burgkirchen,  leicht  verwundet:  Joseph  Pöverlein,
  Miesbach,  leicht  verwundet.

18.  Infanterieregiment  Landau.  Heinr.  Hummel,
  Grub,  schwer  verwundel;  Mar  Gschwendtner,
  Obertaufkirchen,  gesallen.

Reserve-Infanterieregiment  Nr.  2.  Martin
Schwarz,  Schechen,  schwer  verwundet;  Johann
Schweiß,  Hörmannedorf,  gefallen:  Matthias
Keineder,  Penzing,  leicht  verwundet.

HFReserve-Infanterieregiment  Nr.  13.  Wilhelm
Ried,  Reichenhall,  leicht  verwundet;  Gefr.  Joh.
Litzfelder,  Kolbermoor,  schwer  verwundet:  Sebastian
  Braun,  Nohrdorf,  schwer  verwundet:
Gefreiter  Georg  Friedrich  Unterberger,  Pfafsenhosen,
  leicht  verwundet;  Franz  Euringer,
Ernsgaden,  leicht  verwundet.

Reserve-Infantericregiment  Nr.  17.  Johann
Ramsl,  Ampfing,  schwer  vermundet;  Mar  Lermer,
  Reit  i.  W.,  schwer  verwundet.

Reserve-  Jäger-Bataillon  Nr.  1.  Vizefeldw.
Franz  Lepperdinger,  Reichenhall,  leicht  verwundet.


Brigade-Erfatz  Bataillon  Nr.  11.  Joserh
Reszger,  Osterham,  sehmer  verw.;  Georg  Stadler,
  Fnestätt,  leicht  verwundet.

Flieger-Abteilung  6.  Hauptmam  (16.  Juf.=Reg.)
  Friedrich  Jägerhuber,  Reichenhall,  t5dlich
  verunglückt  16.  7.  15.

Ser#ter

Baachener  ##1  55  dst  —

München,  2.  Aug.  Der  Verband  der  oberbayerischen
  Milchwroduzenten  hielt  am  Sonnlag
  im  Kathol.  Gesellschaftshause  eine  auß  r
ordentliche  Generaiversammlung  ab,  um  Aussprache
  zu  pflegen  über  die  Milchpreisfrage.
Der  Vorsitzende  Eichner  u  (Jasberg!  verbreitete
sich  *sn*mH  das  Thema:  „Die  heutige  Milchpreis

 

irise“.  teuRedner  ging  von  der  Erregung
aus,  die  5  der  Stadt  gegen  die  Milchpreisfe
herrscht.  Die  jetzigen!  Milchpreise  Baben  cine

Reihe  von  Gründen:  die  bedeulende  Steigerung

der  Futtermittell  raire,  di:  an  sich  #rischegenn
gene  Mülcktron#ltiont  ögiichlei.  die  holen
Preif  e  für  Butier  und  Käse  usw.  Auch  die  sonsligen
  Betriebs  voftr-  zu  für  die  Bauern  sind  dur!“

wegs  gestiegen.  Die  Produzenten  werden  jiz,
den  vom  K.  Generallommando  etwa  festauf.
zenden  Köd  ipxreisen  hinsichilich  der  Lieserung
nach  Müncken  fügen;  das  zu  liefern.  de  Ouantitin
aber  wird  sich  nach  den  dafür  feugesetzten  Höc
Freisen!  richten;  jede  Verantwor#ung  dafür  leh
nen  wir  aber  ab.  Es  sei  zu  hoffen,  daß  bei
der  Festsetzung  von  Milchhöckstorei.  en  eine  befr
sere  Einsicht  walte,  wi:  bei  der  Festlegung  von
Höchstpreisen  für  Heu.  Die  Dielussionsredner

stellten  sich  nämlich  auf  den  Ztandpunkt  bhes
Referenten.  Landrat  Kurzenberger  verlangte
inebesondere  auch  Höchstrreise  für  Brangerü#.
Zum  Schlusse  wurde  ein  Antrag  des  Neseren.en
einstimmig  angenommen,  demgemäß  die  ober

bayerischen  Müchproduzenten  etn#aigen  dom  Ge
neralkommando  festgesetzten  Höchstpreisen  sich  fugen
  wollen,  das  zu  liefernde  Milchguantum  aber
von  der  Höhe  der  Höchstpreise  abhängig  machn.

 

e  sc

Swiesel,  30.  Junli.  Die  Waldbecrenernt
ist  im  Banerischen  Wald  nunmehr  im  beiier
uge.  Tie  Heidelbeeren  haben  teils  durch  Spöt
fron,  teils  In#c.  die  anhaltende  Trockenheit  ge
litten,  so  d  da-  den  niederen  Lagen  die  Ernie
wenig  ergiebig  #a#.  Dafür  trägt  sie  in  den
höheren  Lagen  sehr  ichane  und  reichliche  Frunn.
Die  Preiselbeeren,  deren  Ernr-  erit  Mitte  Au
gust  beginnt,  hat  durch  die  „ia,  n  Ursachen  gelitten
  und  liefert  nur  gering.)  n  Ertrag.  Die
Himbceeren  dagegen  tragen  heuer  ungemein  reich
lich  und  spenden  schöne  gute  Fruchl,  so  daß  mit
einer  vorzüglichen  Ernte  gerechnet  werden  lann.
Den  armen  Leuten  bringt  das  Vecrensammel-:
eine  reiche  Einnahme.  Eine  fleißige  Frau  ver
dient  sich  jetzt  jeden  Tag  sechs  Mark.

Sersn

Oberauborf,  2  r%,  Heute  nachmittag
murde  Hr.  Apotheker  Hagen,  der  sich  um  unsere
  Gemeinde  wie  um  das  ganze  Inntal  die
größten  Berdienste  erworben  hat,  unter  großem
Ehrengeleite  zu  Grabe  getragen.  Nach  der
Ueberführung  aus  München  wurde  die  Leiche
in  der  Kapelle  auf  dem  Friedhof  ausgebahrt,
während  eine  unendliche  Zahl  von  Kranzspenden
  aus  nah  und  sern  eintrafen.  welche  Zeugnis
dafür  ablegten,  wie  groß  die  Wertschätung  des
Verewigten  und  die  Anerlennung  für  sein  uner
müdliches,  ersprießliches  Wirken  ist.  Zur  Teilnahme
  an  der  Beerdigung  hatten  sich  namentlich
die  Feuerwehren  des  Bezirkes  Nosenheim  eingefunden;
  sämtliche  Wehren  des  Bezirkes  Rosenheim-Land
  waren  durch  größere  oder  lleinere
  Abordnungen  vertreten,  während  die  Wehfren
  von  Oberaudorf  und  den  Nachbarorten
vollzählig  ausgerückt  waren,  mehrere  mit  ihren
Fahnen.  Auch  die  Feuerwehr  von  Nosenheim-Stadt
  war  durch  eine  größere  Abordnung  mir
dem  ersten  Kommandanken  Hrn.  Stadtbaurat
Schlögl  an  der  Sypitze  erschienen.  Auch  die  Alpenvexeinssektion
  Rol  war  pertreten:

 

 

stand  ihr  doch  der  Verewigte  besonders  nahe
durch  seine  eifrige  Förderung  des  Brünsteinhauses
  und  der  Wegmarlierungen.  Den  schier
endlosen  Kondult  führte  unter  dem  Geläute
der  Oberaudorfer  Pfarrkirche  Hr.  Stadtpfarrer
Weber  von  Nosenheim.  Voraus  schritten  die
Volksschüler.  welche  die  vielen  Kranzspenden
trugen.  Dann  folgte  die  lange  Reihe  der  Feuerwehren,
  während  den  näch  sten  Angehörigen  hinter
  dem  Sarge  die  vielen  Trauergäste,  darunter
  auch  H.  H.  Geistl.  Rat  Beck  mit  noch  einem
H.  H.  Geistlichen  sich  anschlossen.  Der  Sarg.
der  mit  Kränzen  reich  bedeckt  war,  wurde  von
acht  Feuerwehrmännern  der  Oberaudorser  Wehr
getragen,  während  die  Oberaudorfer  Musin.
pelle  einen  Trauerchoral  spielte.  Von  der  Kapelle
  aus  bewegte  sich  der  Zug  an  der  Wohnung
  des  Verblichenen  vorbei  durch  die  Hauptstraße
  zurück  zum  Friedhof,  wo  die  Beisetzung
in  einem  Grabe  unmittelbar  links  am  Eingang
stattfand.  Kopf  an  Kopf  hielt  den  engen  Raum
um  das  Grab  besetzt.  Nach  den  kicchlichen  Gebeten
  hielt  Hr.  Stadtpsarrer  Webrr  die  Trauerrede,
  in  welcher  er  das  arbeitsreiche  Leben  des
Heimgegangenen,  sein  Wirken  und  Schaffen,
seine  Verdie  enste.  und  Erfolge  in  beredten  Worten
schilderte  und  ein  lebenswahres  Bild  des  Heimgegangenen
  zcichnete.  Dam  widmeten  die  Orte
feuerwehr,  der  Bezirksverband  und  der  Kreis-Ausschuf
  dem  Verstorbenen  ehrende  Nachrufe
und  Kranzspenden,  während  die  vielen  anderen
Kränze  früher  schon  an  der  Bahre  niedergelegt
worden  waren.  Die  Musik  spielte  noch  einen
Choral  und  ein  Sängerchor  sang  die  eindrucsvolle
  Weise  eines  Grabliedes  von  Reiserer,  welches
  der  heimische  Komponist  selbst  dirigierte.
Bei  allen  hinterließ  das  Lied  einen  tiesen  Eindruck.
  Boll  Wehmut  und  Trauer  nahm  man
dann  Abschied  von  dem  Grabe,  das  der  Besten
einen  birgt,  von  dem  Grabe  eines  Mannes,
dessen  Name,  dessen  Verdienste  bei  uns  sortleben
  werden.  Hr.  Apotheker  Hagen  und  sein
erfolgreiches  Wirken  wird  uns  unvergeßlich  bieiben.
  Er  ruhe  in  Frieden!

Kemmunoles.
Sitzung  des  Wagistrats-MWollegium=Rosenheim.

J0.  Juli  1915.
Verehelic.  —  erhalten:  Bahnschlosser
  Johann  Perr  mit  der  Wagenwärtergehil
fenstochter  Katb.  Schmid  von  hier;  Notaiatsassistent
  Frz.  -Hufner  mit  der  Damenschneiderin
  Ursula  Huber  von  Westerndorf.

Dem  pens.  Salinenarbeiter  Johann  Schös
von  hier  nird  das  Bürgerrecht  gebührenfrei
verliehen,  da  er  an  den  Feldzügen  1866  und
1870.71  teilgenommen  hat.

Nür  Rinnenpflasterung  beim  Wohnhausneubau
  der  (#ebr.  Aicher,  Jnnstr.  36,  werden
408  Ml.  aills  der  Pslasterzolllasse  genehmigt.

Dem  Kommssionsantrag  entsprechend,  find
die  wegen  des  Kriegs  zurückgestellten  Verhand
lungen  über  Aufstellung  eines  Elektromotorund
  einer  Hochdruck-Evolvrentenpumpe  in  dir
Pumpstatien  Hofmühle  wieder  aufzunehmen.

Gegen  den  vom  Stadtbauamt  im  Juni  ge
fertigten  Vaulinienplan  einschließlich  der  Höhen
lagen  zmisetfen  Münchener=  und  Wittelsbacher
straße  wird  eine  Erinnerung  nicht  erhoben.

Nach  Antrag  der  Baukommission  wird  von
der  Wieder:  ustandsehzung  der  äußerst.  baufälligen
Kegelbahn  im  Kaiserbad  mit  Räßsicht  auf  die
erforderlichn  hohen  Kosten  von  165700  Ml.  ab
gesehen  und  beschlossen,  die  Kegelbahn  zu  be
seiligen.  Für  Beseitigung  der  Kegelbahn  und
Herstellung  einer  Einfriedung  sowie  für  die  Ausführung
  der  im  stadtbauamtl.  Kostenanschlag
vom  25.  Juni  1915  genannten  rordringlichen
und  unausschiebbaren  Bauvornahmen  im  Koaiserbad
  wird  der  Betrag  von  2510)  Mk.  genehmigt.
  Die  Summe  ist  in  den  Gemeindcelat
1915  einzustellen.

Um  die  schweren  Nacteile,  welche  die  Rechte
der  Euigsieftenbesitzer  in  finanzieller  und  betriebstechnischer
  Hinsicht  dem  städtischen  Wasserwerk
  bringen,  zu  beseitigen  und  die  Ewigstejienvesizer
  jür  eine  Ablösung  ihrer  Rechte
geneigt  zu  machen,  wird  dem  Antrage  der  Kommission
  für  das  Wasserwerk  vom  29.  ds.  Mts.
entsprechend  beschlossen:  „denjenigen  Anwesensbesitzern,
  melche  Wasser  aus  der  slädtischen
Hochdruckleitung  in  Form  von  Erigftesten  beziehen
  und  bio  spätestens  31.  Dezember  1915
dem  Magistrat  gegenüber  den  Verzicht  auf  ihre
Enigsteften-Rechte  erllärt  haben,  werden  für
den  Wasserbezug  folgende  Vergünstigungen  eingeräumt:
  a  der  seinerzeit  für  den  Erwerb  je
eines  Ewigsteftens  an  die  Stadltgemeinde  geleistete
  Kaufschilling  wird  an  den  gegenwärtigen
Inhaber  des  Rechtes  zurückerstattet.  Hiebei
wird  für  den  Betrag  von  125  fl.  der  Betrag
von  250  Mk.  berechnet;  b)  weiter  wird  für  die
gesamte  dem  betreffenden  Anwesen  aus  der
städtischen  Hochdruckwasserleitung  zugeführte  und
durch  den  Aassermesser  angezeigte  Wassermenge
auf  die  Dauer  von  20  Jahren,  gerechnet  vom
Tage  des  Verzichts  ab,  am  Wasserzins  ein
Rabatt  von  500  Proz.  gewährt.“

Baugenehmigungen  erhalten:  1.  Bäckermeister
Taver  Buchecker  zur  Herslellung  einer  Entwäslerung
  und  W##rtanlage  im  Aumelen  Saus

 

 

Nr.  4  und  6  am  Esbaum;  2.  Postbote  Hubert
Rasp  zur  Herstellung  einer  .19
auf  dem  Grundstück  Plan  Nr.  966  an
Ellmaierstraße  durch  die  Vberböperische  Ueberlandzentrale
  (A.-G.).

———.—

Rosfenheim,  3.  August.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Fritz  Bayer,  Sohn  des  Kaufmanns  Josef  Bayer
in  Bad  Mbling,  Unteroffi  izier  im  13.  Res.-Inf.=Reg.;
  Josef  Winterer,  Feichtbauerssohn  von
Irlham,  Pf.  Oberbergkirchen,  Soldat  im  216.
Res.-Inf.-Reg.;  Seb.  Unterforsthuber,  Viktnalienhändlerssohn
  i  in  Rückl,  Pf.  Tauflirchen,  Soldat
  im  16.  Res.-Inf.  Reg.

Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Kriegsfreiwillige

  Kanonier  „Willy  Rösner,  Sohn  der
Fabrikbesitzerswitwe  Frau  Kathi  Rösner,  wurde
mit  dem  Eisernen  Kreuz  ausgezeichnet,  ebenso
der  Oekonomenssohn  Leonhard  Wiser  aus  Willing
  bei  Aibling,  welcher  als  Infanterist  im
2.  Res.-Inf.-Reg.  fteht.  Dem  Oberleutnant  Anion
  Grimm  im  1.  Jäger-Bat.,  früher  Lehrer  in
Bad  Aibling,  und  dem  Bezirksamts-Assistenten
  Hans  Kraus  in  Erding,  früher  in  Bad  Aibling,
  wurde  das  Eiserne  Kreuz  erster  Klasse
verliehen.  Der  Infanterist  Georg  Kaiser  im
Inf.  Leib-Neg.,  Sohn  des  Sparkassenbuchhalters
  Kaiser  in  Traunstein,  wurde  mit  dem  Eisernen
  Kreuz  2.  Kl.  ausgezeichnet.  Die  gleite
Auszeichnung  -  sich  der  Gefreite  Joses
(Gras  im  6.  f.  Reg.,  Sohn  des  Bezirlsamtesekretär
  Gaf  in  Mühldorf.

Vom  Landsturm-Inf.  Bat.  Rosenbeim.
  Das  Militärverdienstlreuz  J.  Kl.  mie
Schwertern  wurde  verliehen  den  Gefreiten  Julius
  Seidl,  Martin  Zaunbos  und  Michael  Hofreiter
  und  den  Landsturmmännern  Hieronymus
Opbacher  und  Kaver  Milkreiter.

 

Der  Opfertag  in  Rosenheim  hatte
ein  überaus  erfreuliches  Ergebnis.  Wie  wir  erfahren,
  stellt  es  sich  auf  insgesamt  5  246.70  Ml.
Davon  entfallen  4792.13  Mk.  auf  die  Sammlung
  und  452.57  Mk.  auf  das  Konzert.  Dazu
lommt  ein  weiterer  uns  heute  noch  übermittellter
  Beitrag  des  Hru.  Regierungsrates  Frhrn.
v.  Pechmann  mit  10  Mk.,  so  daß  sich  das  Ergebnis
  auf  5  254.70  Mk.  erhöht.  Für  diese
erneute  Opferwilligleit  unserer  Einwohnerschaf:
sei  auch  hier  Dank  und  Anerlennung  ausgesprochen,
  ebenso  all  jenen,  welche  sich  in  den  Dienst
des  Opfertages  stellten.  Auch  in  anderen  Or
len  des  bayer.  Oberlandes  hatte  der  Opfertag
schöne  Ergebnisse.  In  Traunstein  erbrachte  er
über  3000,  in  Miesbach  1  475  Mk.

K.  Oberzollinspektor  Pezold  r.
Eine  ansehnliche  Trauerversammlung  gab  a
Montag  nachmittag  dem  so  jäh  hinweggerafften
Vorstand  des  K.  Hauptzollamtes  Rosenheim,
Hrn.  K.  Oberzollinspeltor  Mar  Pezold  dalethte
  Geleite.  Die  Spitzen  der  staatlichen  und
slädtischen  Behörden,  Vorstände  und  Beamte
der  hiesigen  Aemter  waren  erschienen,  ihnen
gesellten  sich  zahlreiche  Herren  des  Magistratlollegiums,
  des  Kollegiums  der  Gemeindebe
vollmächtigten  und  riele  Freunde  und  Bekanutf
des  Verblichenen  zu.  H.  H.  Ceistl.  Rat  Stadl
pfarrer  Geßl  hielt  in  tiefergrei  ender  Weise  dir
Trauerrede  und  schilderte  mit  bewegten  Worten
die  edlen  Charaltereigenschaften,  die  Herzens
güte  und  den  Pflichteiser  des  Verewigten.  Wiwir
  der  Tranerrede  entnahmen,  wurde  Herr
Pezold  im  Jahre  1853  als  Sohn  eines  Ober
försters  in  Kronach  geboren.  Nach  Absolvie
rung  des  Gymnasiums  zu  Bayrenth  und  Bam
berg  vollendete  er  seine  Studien  an  der  Uni
versität  zu  München.  Seine  erste  Anstellung
als  Praltilant  erhielt  er  im  Jahre  1880  am
K.  Hauptzollamte  Rosenheim.  Im  Jahre  1817
übernahm  Herr  Pezold  als  Oberzollinspektor
die  Leitung  des  K.  Hauptzollamtes  Rosenheim,
  dem  er  bis  zu  seinem  Ende  seine  ganze
Kraft  widmete.  An  der  Bahre  trauern  7
der  tiesgebengten  Witwe  vier  Kinder;  2  Kinder
  sind  dem  Vater  im  Tode  bereits  voraus.
gegangen.  Nach  der  Trauerrede  widmeten  die
Beamten  des  K.  Hauptzollamtes,  das  Korps
Palatia,  der  Korpsphilister-Verband  Rosenheim
und  die  Gesellschaft  Harmonie  dem  Verewigten
unter  gleichzeiliger  Niederlegung  von  Kränzen
tiesempfundene  Nachrufe.

Eine  Jagd  nach  einem  Diebsgesellen
  war  am  letzten  Sonntag,  nachmittags  halb
2  Uhr  in  der  Frühlingsstraße  zu  beobachten.  Ein
junger  Mann  hatte  nämlich  bei  Metzgermeister
Rothmayer  ein  größeres  Stück  Hackbraten  mitgehen
  lassen  und  entfsernte  sich  dann  eiligst  auf
einem  Rad,  während  der  Bestohlene  und  ein
paar  Hunde  dem  Langfinger  nachsetzten.  Zur
Abwehr  des  ihm  zu  nahe  kommenden  Hundes
ließ  der  Dieb  den  Braten  fallen  und  entkam
so  den  Verfolgern.

der.

 

Wetterbericht
Wetterbericht  für  Mittwoch,  4.  Auguft:

 

—  —·  —4

Mittwoch,  4.  August  1014

Der  Welltkrieg.

Versenkt.

London,  3.  Aug.  (Reuter.)  Der  Dampfer
„Clintonia“  wurde  versenkt.  54  Mann  der  Besatzung
  sind  gerettet,  11  Mann  werden  als  verloren
  gemeldet.  Der  britische  Dampfer  „Benvorlich“
  wurde  versenkt.  Der  erste  Leutnant  und
6  Matrosen  wurden  gelandet.  Der  Kapitän  und
der  Rest  der  Besatzung  verließen  das  äi
in  einem  Boote.  (J.)

Diie  Ausstände  in  Amerika.

Newyork,  3.  Aug.  (Neuter.)  Die  Miliztruppen
  wurden  aufgerufen,  um  die  bewaffnete
ungarische  ausständige  Aluminiumfabrik  von
Massena  zu  überwältigen.  Die  Fabrilbeamten
schreiben  die  Bewegung  ausländischen  Einflüssen
zu.  Ein  Ausständiger  wurde  getötet,  mehrere
verwundet.

Die  Reden  in  der  Duma.

Berlin,  3.  Aug.  Man  muß  Sasanows
Aeußerungen  über  die  Neutralen  mit  seiner  herrischen
  Rede  zu  Beginn  des  Krieges  vergleichen.
  Am  eindruckvollsten  ist  der  Appell  am
Serbien,  es  möge  in  den  Drangsalen  dieser  Zeit

ut  zu  neuen  Opfern  schöpsen.  Aus  dem
Schüttzling  ist  also  der  ersehnte  Helser  geworden.
Sasanom  hat  in  der  letzten  Dumasitzung  in
hohem  Tone  verkündet,  Konstantinopel  müsse
an  Rußland  fallen.  Davon  hat  er  jetzt  weise
geschwiegen  und  nur  von  beinahe  unübersteigbaren
  Hindernissen  gesprochen.  Ferner  erwähnte
Sasanow  bei  dem  Italien  gespendeten  Lobe,
daß  Italien  zu  seinem  Verrat  von  Anfang  an
entschlossen  war.  Diesem  Zeugnis  Sasanow“
gegenüber  ist  alles  Leugnen  und  Zügen  der
Italiener  hinfällig.  (Z.

.
Das  Friedenshoffen  des  Papstes.  ·x

Brüssel,  3.  Aug.  Nach  Milteilungen  aus
der  Umgebung  des  Kardinals  Mercier  wird  "
der  Panxst  nach  der  Entscheidung  in  Polen  eine
neue  Friedensaktion  bei  allen  Staatsoberhäuptlern
  der  kriegführenden  Staaten  unternehmen.
Der  Papst  wünsche  vor  allem  einen  neuen  Winlerfeldzug
  vermieden  zu  sehen.  (33.)

Cholera  in  Italien.

Lugano,  3.  An  .  Seit  Tagen  laufsen  Gerüchte
  über  den  #####ruch  der  Cholera  in  Süditalien
  um.  Ein  Ministerrat  hat  einen  Erlaß
zur  Verschärfung  der  hygienischen  Maßnahmen
beschlossen.  (Z.)

Serbisches.

Nisch,  3.  Aug.  Nach  der  „Agence  Havas“
hat  der  serbische  Kronprinz  folgenden  Tagesbesehl
  erlassen:  Da  in  ganz  Frankreich,  Belgien,
Italien  und  in  den  Ebenen  von  Gaiizien  und
Russisch-Polen  blutige  Kämpfe  entbrannt  sind,
ist  es  unmöglich,  unsere  militärische  Aufgabe
als  beendet  zu  betrachten  und  unser  Schwert  in
der  Scheide  zu  lassen.  Wir  haben  die  Verpflichtung,
  unsere  nationale  Aufgabe  bis  zum  Ende
zu  erfüllen,  ebenso  unsere  Aufgabe  als  Verbündete
  gegenüber  dem  Russentum  und  Slaventum.
  (J.,

Die  japanische  Hilfe.

Kopenhagen,  3.  Aug.  Die  „Nationaltidende“
  erfährt  aus  Paris,  daß  die  Entsendung
  eines  japanischen  Hilselorps  von  einer
halben  Million  Mann  fest  beschlossene  Sache
sei.  Die  japanischen  Truppen  würden  über
Mladiwostok  an  die  russische  Front  gebracht
werden.  Die  englische  Presse  bespricht  die  Meldung
  von  der  japanischen  Hilfe  auch  heute  noch
sleplisch  und  zurückhaltend.  (3.)

Die  englischen  Verluste  an  den
Dardanellen.

Rotterdam,  3.  Aug.  Das  englische  W)
chenblatt  „The  Nation“  bemerlt  zu  den  Verlusten
  der  Engländer  an  den  Dardanellen,  daß
sie  bis  zum  183.  Juli  49000  Mann  acbetragen
haben  gegen  266u000  in  Franlreich.  Die  Verluste
  an  den  Dardanellen,  wo  die  Streitkräfte
laum  ein  Fünstel  der  Armee  in  Frankreich  betragen,
  seien  ganz  außer  Verhältnis  in  ihrer
surchtbaren  Schwere.  An  den  Dardanellen  lausen
  die  Engländer  eine  dreimal  größere  Gefahr
wie  in  Frankreich.  Die  Zahl  der  englischen  Verwundeten
  vor  den  Dardanellen  ist  so  groß  und
der  Mangel  an  Verbandmaterial  so  empfindlich,
daß  die  Engländer  genötigt  waren,  die  armsekigen
  Apotheken  auf  den  Inseln  ganz  auszuplündern.
  Ein  Uugengeuge  erfährt,  daß  insolge
  des  Mangels  an  Heilmitteln  befonders
zahlreiche  farbige  Soldaten  der  Nuhr  erlegen
sind,  und  versichert,  daß  die  haufigen  Fe-#
von  Zuchtkosigkeit  viel  Wi  die  *  pörung
bestuführen  sind,  die  sich  der  Truppen  angesichts

  der  unzureichenden  eern  der  Ver-###
  ###  bat.  —

—  —  —

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