Beilagen.
Jum ersten Zeitraum gehhrig von Siffer 1—5 incl.
1. Bei den Alten führte die Gegend südlich von der mittleren und
unteren Donau die Namen Vindelizien, Raetien, Norikum und
Pannonien. Vindelizien hieß das Land vom Bodensee, von der Wertach
und dem untern Lech bis zum Inn; vom Inn bis zum Kahlenberge bei
Wien und von der Donau bis zum Kraingebirge erstreckte sich Norikum,
welches seit Hadrian in ein Ufer-Norikum (heutiges Ober= und Unterösterreich)
und in ein Binnen-Norikum (heutiges Steyermark und Kärnthen)
abgetheilt wuxde. Pannonien wurde die Strecke vom Kahlenberge bis an
den Einfluß der Save in die Donau genannt; was südlich von Vindelizien
zwischen den Quellen des Rheins und Norikum bis an die Grenze Jtaliens
reichte, hieß Rätien. Nach den Zeiten Hadrians hieß Vindelizien das
zweite Rätiten.
2. Daß die Bojer aus Gallien gekommen seien, ist ebenso wenig nachweisbar,
wie dies, daß die Bojer eine keltische Völkerherrschaft gewesen, die
in Gallien ihren Ursitz hatte. Darf aus dem historisch beglaubigten Zusammenleben
der bofischen Ueberreste in den oberen Donau= und Alpengegenden mit den
um die Mitte des sechsten Jahrhunderts nach Christus ebendahin eingewanderten
Bajoariern germanischer Zunge geschlossen werden, daß sich in der Sprache
und Schrift der heutigen Bayern die der alten Bojer einigermaßen erhalten
habe, dann läßt die auffallende Aehnlichkeit der süddeutschen Sprache mit
der griechischen vermuthen, daß die Bojer vor ihrem Zusammentreffen mit
den Kelten an der Donau (um 590 v. Chr.) in einer Gegend Asiens, vermuthlich
in Armenien, seßhaft gewesen und ihrer Abstammung nach den
Griechen weit näher gestanden seien, als den Kelten. Uebereinstimmend damit
sagen schon die Mon. bist. monaster. Tegernsee illustrantia ap. Bern.
Pez Thes. Anect. noviss. Tom. III. pag. 493: — Noricorum, ut dixi,
in ultimo Oriente circa Armeniam vel Indiam usque hodie manet origo,
ducd plene omnibus notum a probatissimis etiam nuper accepimus,
qui peregrinati illue Bawarizantes audierant. Daß Armenien die Heimath
der Bojer sei, behaupten auch Vitus Arnpeckh in seinem Chron.
Bajoar., Bernhardus Noricus ap. Hier. Pez scr. rer. austr. T. I.
p. 689, Andreas, Presbyter Ratisbon. in Joan. Boecleri Volum. rer.
Germ., Vincenz von Pallbausen in seiner Schrift: Garibald, erster
König Bajoariens (München 1810) in den Belegen S. 175 n. 86, wo auf
die Worte in einem Briefe des Themistokles Bezug genommen wird: In
navali pugna contra Kerxem Boji praeclare et fortiter dimicarunt, endlich
Felix Josoph Lipowsky in den urzgeschichten von München
(München 1815) II in der Vorrede S. 5 und 6.
3. Böhmen oder Beheim ist das Bojohemum des Vellejus, das Boihbe--mum
des Tacitus, das Bhovlac|kon des Strabo, die Heimath der Baoxcke