Motto: Die Wahrheit harret mit gerechter Waage
Im Morgen-Nebel spaͤt'rer Enkelzeit,
Verweht die Spren gedung'’ner Gleichzeit-Sage,
Zeigt, wie sie war, uns die Vergangenbeit;
Den Enkel schreckt auch nicht der Vorzeit Rache,
Spricht schonend zwar: „Laßt nur die Todten ruhn'’!“
Doch ihre Thaten bringt er frei zur Sprache,
Erwägt ihr Wollen, richtet ernst ihr Thun. —
Was oft die Mitwelt ängstlich sich verbarg.
Hob schonungslos die Nachwelt aus dem Sarg. —
Aus Staub und Moder steigen knöcherne Gestalten.
Zum ewig neuen Weltgericht empor,
Aus Actenhaufen und aus Knochenhalten
Reiht sich ein geisterhafter Zeugen-Chor. —
Der Fürst tritt mit dem Unterthan vor eine Schranke,
Die gleichgerecht die Nachwelt auferbaut,
Frei richtet hier das Herz und der Gedanke
An einen Richter, der's Verborg'ne schaut;
DO'rum, ewig wahr bleibt's, was der Dichter spricht:
„ Die Weltgeschichte ist das Weltgericht!“