Metadata : Unser Kaiser.

Der  Kalser  in  Jerusalem.  31

düsterer  wird,  mit  christlicher  Freundlichkeit  entgegen,  und
fasse  ihn  am  Gewissen.  Und  weil  er  ganz  genau  weiß,  daß
wir  die  einzigen  sind,  die  keinerlei  Annexionen  im  Sinne
haben,  glaubt  er  an  meine  uneigennützige  Freundschaft  und
hört  auf  mein  Wort.  Es  wird  sich  noch  zeigen,  wenn  einmal
alles  veröffentlicht  wird,  daß  ich  der  einzige  bin,  der  warm
für  die  Armenier  eingetreten  ist  und  ihnen  wirklich  genützt
hat.“

Seine  helle  Freude  hatte  der  Kaiser  an  dem  Aufblühen  und
an  der  ehrenvollen  Stellung,  die  sich  das  Deutschtum  in
Palästina  errungen  hatte.  Durch  Fleiß  und  Tüchtigkeit  hatten
die  Deutschen  damals  eine  geradezu  beherrschende  Stellung
im  ganzen  Lande.  Bei  den  Eingeborenen  waren  sie  beliebt.
In  Handel  und  Gewerbe  nahmen  sie  die  führende  Stellung
ein.  Mit  Deutsch  konnte  man  überall  durchkommen,  denn
allerorten  gab  es  auch  arabische  Männer  und  Frauen,  die
es  in  unseren  Anstalten  in  Wort  und  Schrift  gelernt  hatten.
„Ich  glaube  fest“,  sagte  er  einmal,  „an  die  Zukunft  des
deutschen  Volkes,  nicht  nur  in  der  Heimat,  sondern  auch
draußen.  Gott  hätte  unserem  Volke  nicht  so  große  Eigen—
schaften  verliehen,  wenn  er  ihm  nicht  eine  wichtige  Aufgabe
in  der  Welt  gestellt  hätte.“  Als  er  mich  fragte,  aus  welchen
Teilen  Deutschlands  das  Syrische  Waisenhaus  seine  vielen
Mitarbeiter  bekomme,  sagte  ich:  Aus  Süd  und  Nord;  aber
die  allermeisten  doch  aus  Württemberg.  Er  erwiderte:  „Das
ist  ja  doch  großartig  mit  diesen  Württembergern.  In  Haifa,
Jafa,  Rephaim  habe  ich  ihre  Bauerndörfer  gesehen,  deren
Ländereien  im  Gegensatz  zu  dem  verwahrlosten  Lande  wie
ein  Paradies  aussehen,  und  deren  schmucke  Dörfer  sich  von