Contents : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

Spiel  zu  setzen,  was  sie  schon  besitzt.  Man  könnte  sogar  sagen,  daß  dies
die  Ansichten  aller  Deutschen  ohne  Ausnahme  sind.  Die  geringfügige
Gruppe  der  Alldeutschen  ohne  Ansehen  und  Einfluß  braucht  man  wirklich
nicht  zu  rechnen.  Sie  macht  nur  durch  ihre  Broschüren  und  Zeitungen
einen  gewissen  Eindruck  im  Auslande;  letztere  geben  ihr  den  Anschein
einer  Bedeutung,  die  sie  nicht  besitzt.‘

Baron  Greindl.  Berlin,  Il.  Dezember  1905  (,„Fehlspruch‘‘,  S.  118)

1906

„Es  scheint  nicht,  daß  Deutschland,  wenn  der  Grundgedanke  seines
Denkens  der  Krieg  gewesen  wäre,  bis  heute  gewartet  haben  würde,  um
aus  der  Schwäche  Frankreichs  Nutzen  zu  ziehen,  dem  die  Zeit  für  den

Ausbau  seiner  Verteidigung  dienlich  ist.“
Paris,  16.  Januar  1906  (,Fehlspruch‘‘,  S.  118)

„Es  besteht  kein  Zweifel  mehr,  daß  es  der  König  von  England  gewesen
  ist,  der  unabhängig  von  seiner  Regierung  Herrn  Delcasse  in  eine
kriegerische  Politik  hineingetrieben  und  ihm  das  übrigens  nicht  ausführbare
  Versprechen  gepeben  hatte,  100  000  englische  Soldaten  in  Holstein
zu  landen.  Die  Einladung  des  Königs  an  Herrn  Delcassc  während  seines
Aufenthaltes  in  Paris  kann  nur  als  Herausforderung  ausgelegt  werden.
Könnte  darüber  noch  irgend  ein  Zweifel  bestehen,  so  würde  ihn  der  sonderbare
  Schritt  des  Obersten  Barnardiston  beim  General  Ducarne  zerstreut
haben.  Es  gibt  tatsächlich  in  England  eine  Hofpolitik,  die  neben  derjenigen
  des  verantwortlichen  Ministeriums  und  unabhängig  von  ihr

verfolgt  wird.
Baron  Greindl.  Berlin,  5.  April  1906  („Fehlspruch‘‘,  S.  120)

„Unter  den  Mitteln,  die  der  Isolierung  Deutschlands  dienen  sollen,
ist  eines  der  am  meisten  verwendeten  und  eines  der  wirksamsten  der
Feldzug  der  Presse.  Seit  Jahren  unterstellt  man  Deutschland  planmäßig
  machiavellistische  Machenschaften,  die  ihm  fernliegen,  und  ehrgeizige
  Pläne,  an  die  es  niemals  gedacht  hat.  Durch  Wiederholung  dieser
Falschheiten  hat  man  es  fertiggebracht,  in  der  deutschen  Politik  eine
Bedrohung  der  europäischen  Ruhe  zu  sehen  und  vergißt,  daß  sie  uns
35  Jahre  des  Friedens  verschafft  hat,  und  daß  die  Gefahr  nicht  von  Deutschland
  kommt,  das  mit  seinem  Besitze  zufrieden  ist,  sondern  von  den
Mächten,  die  bestrebt  sind,  die  europäische  Karte  zu  ändern...  Der
Dreibund  hat  während  langer  Zeit  den  Frieden  in  Europa  garantiert.
Es  ist  zweifelhaft,  ob  die  neue  Gruppierung  der  Mächte,  die  man  zustande

zu  bringen  sucht,  dieselbe  Sicherheit  bietet.‘
Baron  Greindl.  Berlin,  16.  Mai  1906  („Fehlspruch‘,  S.  121/122)

„Der  beherrschende  Gedanke  der  einer  Annäherung  an  Rußland
geneigten  englischen  Staatsmänner  scheint  hauptsächlich  der  zu  sein,  die
Isolierung  Deutschlands  zu  vervollständigen  und  aufrechtzuerhalten.

Baron  Greindl.  Berlin,  8.  Juni  1906  („Fehlspruch‘,  S.  122)
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