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Oktober.
blieb in den beiden Sicilien zurück, um die sociale Ordnung aufrecht zu
halten. Im Jahr 1848 versuchte das neapolitanische Volk noch einmal,
sich unter der bourbonischen Dynastie die Freiheit zu verschaffen; aber seine
besten Patrioten büßten dutch zehnjährige Gefangenschaft das Verbrechen,
ihr Vaterland befreien zu wollen. Was Wunder daher, daß die Neapolitaner
mißtrauisch geworden und grollerfüllt im Jahre 1860 die Bourbonen
abwarfen, wie England im Jahre 1688 die Stuarts abgeworfen hat?
„Man muß ohne Zweifel zugeben, daß es an und für sich ein Unglück
ist, wenn die Bande, die einen Souverän an seine Unterthanen knüpfen,
zerrissen werden. Die Begriffe von Unterthanentreue werden verworren,
die Erbfolge wird streitig, feindliche Parteien bedrohen den Frieden der
Gesellschaft; Rechte und Rechtsansprüche befehden sich und trüben die Harmonie
des Staates. Und doch muß man anderseits anerkennen, daß die
italienische Revolution mit seltener Mäßigung und Nachsicht bewerkstelligt
worden ist. Auf den Umsturz der bestehenden Gewalt folgte kein Ausbruch
der Volksrache, wie dies nur zu oft der Fall ist. Die äußersten Demokratenansichten
erlangten nirgendwo die Oberhand. Die öffentliche Meinung
hielt die Ausschweifungen des öffentlichen Triumphs im Zaume. Die
verehrten Formen der constitutionellen Monarchie gesellten sich zu dem Namen
eines Fürsten, der eine alte und glorreiche Dynastie vertritt.
„Da solches die Ursachen und Nebenumstände der italienischen Revolution
waren, so kann J. M. Regierung nicht erkennen, daß für den
strengen Tadel, welchen Oesterreich, Frankreich, Preußen und Rußland
über die Schritte des Königs von Sardinien ausgesprochen haben, ein
ausreichender Grund vorhanden war. J. M. Regierung wendet sich lieber
dem erfreulichen Anblick zu, den ein Volk gewährt, welches unter den
Sympathieen und guten Wünschen Europas das Gebäude seiner Freiheiten
errichtet und den Bau seiner Unabhängigkeit befestigt“.
27. Okt. Die Piemontesen machen einen Versuch Gaeta von der Seeseite
her zu bombardiren. Der französische Admiral Le Barbier de Tinan
verhindert es. Der Moniteur erklärt diese Maßregel Frankreichs aus
der Anwesenheit der königlichen Familie in Gaeta.
30. Garibaldi geht nach Sessa, um den König Viktor Emanuel zu
begrüßen als „König von Italien“.
24 Nundschreiben der Regierung des Königs von Neapel in Gaeta an
ie Mächte:
„. . .. Se. Maj. der König hatte sich über die Wichtigkeit der
Ereignisse, die in Sicilien zum Ausbruch gekommen, nie Täuschungen
hingegeben. Er wußte, daß die Landung der Bande Garibaldis
nur einer mächtigern Invasion zur Vorläuferin dienen werde.
Den Diplomaten der Regierung des Königs wurde von mächtigen
Cabinetten erwidert, daß Se. Maj. die Revolution mit den eigenen
Kräften bekämpfen solle, und sie ließen ihn hoffen, daß von seinen
Truppen errungene militärische Vortheile zum Stützpunkt für
die Unterstützung und die Sympathieen Europas dienen könnten. Dies
that der König im Augenblick, da er, um die Calamitäten des Kriegs
von seiner Hauptstadt abzuwenden, freiwillig den Vortheilen und Hülfsquellen
dieser reichen und großen Stadt entsagte. Die Welt sah, wie
die tapfern Truppen, welche der Verrath nicht verführen konnte, seit
anderthalb Monaten unter den ungünstigsten Umständen Capua und dic
Volturnolinie vertheidigten, um dann zur Offensive überzugehen und die
vereinigten Kräfte mit Erfolg zu bekämpfen.. Der König war im
Begriff, die Truppen der Revolution und Garibaldi zu besiegen,
und hatte allen Grund dies zu hoffen. Allein nunmehr ist ein unerwarteter
und mächtiger Rückhalt handelnd aufgetreten. Der König
von Sardinien hat an der Spitze seines Heers die neapolitanische