Mexico. 333
10. Dee. Ankunft des päpstlichen Nuntius, Msgr. Meglia, in Mexico.
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„ Der Kaiser empfängt in Audienz den päpstlichen Nuntius. Schreiben
des Papstes an den Kaiser über die Grundlagen eines mit
Mexico abzuschließenden Concordates (vgl. Nom). Der Keiser setzt
den Forderungen des Papstes einen wesentlich liberaleren Entwurf
entgegen:
1) Duldung aller Culten, die nicht gegen das bürgerliche Gesetz verstoßen,
und Anerkennung des Katholicismus als Staatsreligion; 2) Endgiltige
und förmliche Anerkennung der Säcularisation der Kirchengüter; 3) Dotation
des Clerus durch den Staat; 4) Vorbehalt von Seiten der Regierung
des Rechtes, in der ihr angemessen erscheinenden Zeit und Ausdehnung die
Führung von Cidvilstandsregistern in Mexico einzuführen. Die mexicanische
Negierung kündigt außerdem an, daß sie die alten Rechte der spanischen Krone:
Investitur der Prälaten, Oberaufsicht über weltliche Angelegenheiten der Geistlichkeit,
Regelung der geistlichen Sporteln und Beschränkung der Zahl religiöser
Brüderschaften und klösterlicher Orden für sich in Anspruch nehmen werde.
„ Der franz. General d'Hurbal beginnt die Belagerung der von dem
juaristischen General Porficio Diaz vertheidigten Stadt Oajaca, der
Hauptstadt der Provinz dieses Namens.
„ Da der Nuntius des Papstes ohne Vollmachten für Regelung des
unter dem republicanischen Regimente erfolgten Verkaufs der Kirchengüter
angekommen ist, so ordnet der Kaiser von sich aus und ohne
weitere Verständigung mit Nom eine Revision der betreffenden Gesetze
an, indem er die durch diese Gesetze geschaffenen Interessen als
berechtigte anerkennt.
Schreiben des Kaisers an den Minister Escudero: „Zur Beseitigung
der Schwierigkeiten, welche sich wegen des Reformgesetzes erhoben
haben, schlagen Wir die Anwendung eines Mittels vor, welches, während es
den Anforderungen des Landes genügt, den Frieden in den Gemüthern und
die Ruhe im Gewissen aller Bewohner des Reiches wieder herstellen soll. Zu
diesem Zweck knüpften Wir, als Wir Uns in Rom befanden, Unterhandlungen
mit dem heiligen Vater, als dem allgemeinen Haupt der katholischen
Kirche, an. Der päpstliche Nuntius weilt gegenwärtig in Mexico, hat jedoch
zu Unserm äußersten Erstaunen erklärt, daß er ohne Instructionen sei,
und dieselben von Rom aus erwarten müsse. Die unnatürliche Lage, in welcher
Wir Uns sieben Monate lang mühselig hingeschleppt haben, verträgt kein Zögern,
sondern erheischt eine sofortige Lösung. Demgemäß beauftragen
Wir Sie, sofort die geeigneten Maßregeln vorzuschlagen, zu dem Zweck, daß
das Recht ohne Ansehn der Person gehandhabt werde; daß die durch die
Gesetze geschaffenen berechtigten Interessen unter Abhülfe der in
ihrem Namen verübten Ausschreitungen und Ungerechtigkeiten sicher gestellt
werden; daß für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Gottesdienstes und den
Schutz anderer unter die Obhut der Religion gestellten heiligen Dinge Sorge
getragen werde; und schließlich, daß im ganzen Land die Sacramente gereicht
und andere Funktionen des heiligen gottesdienstlichen Amtes ausgeübt werden,
ohne irgendwelche Kosten oder Lasten für das Volk. Zu diesem
Zweck werden Sie Uns vor allem die Revision der in Bezug auf die Besitzungen
zur todten Hand und die Nationalisirung der Kirchengüter abgeschlossenen
Geschäfte vorschlagen, und dabei von dem Grundsatz ausgehen, daß
Verkäufe, die ohne Betrug und den Gesetzen gemäß, welche eine solche Amortisation
verfügten, bewerkstelligt wurden, zu ratificiren sind. Kurz, seien Sie