552 Griechesland). (Nov. 17. — Dec. 10.)
ungen, nicht als Zeichen kriegerischer Absichten, sondern als Vorsichtsmaßregeln.
Indessen erwarten wir, daß Europa, geleitet von der Gerechtigkeit
und zum Zweck eines dauerhaften Friedens im Orient, wirksame und geeignete
Schritte zur Erreichung dieses Doppelzieles unternehmen und uns damit
das Verharren in der Richtung erleichtern werde, die wir von vornherein
uns vorgezeichnet und festgehalten haben, zu deren weiterer Beobachtung
wir aber eine moralische Stütze bedürfen. In Wahrheit würde ich
der Offenheit ermangeln, wenn ich zu verhehlen suchte, daß fortgeseßzte
Unthötigkeit, wo es sich um die Zukunft der unterjochten Griechen handelt,
kaum denkbar, ja unmöglich für das Königreich Griechenland sein würde.
Was jene und die freien Griechen verbindet, ist nicht allein die Gemeinsamkeit
der Abstammung, Sprache, Sitten und nationalen Traditionen, es ist
in noch höherem Grade das Bewußtsein der großen Verpflichtung, die das
freie Hellenenthum allen Griechen schuldet; denn die Freiheit des griechischen
Königreiches ist nur durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Sichen errungen
worden, und keine Macht der Erde könnte Griechenland zur Ruhe und
Unthätigkeit zwingen Angesichts der zum Nachtheil der unterjochten Griechen
begangenen Ungerechtigkeiten.“
I7. November. Kammer: erklärt sich einstimmig für die Nothwendigkeit
umfassender Rüstungen und ertheilt dem Ministerium
Kumunduros ein Vertrauensvotum, indem sie einen Antrag der
Opposition, die Ausrüstungsproierte der Regierung für unzulänglich
zu erklären, mit 88 gegen 75 Stimmen ablehnt; die Minister und
19 andere Deputirte enthalten sich der Abstimmung.
23. November. Kammer: nimmt in erster Lesung die Gesetzvorlagen
betreffs außerordentlicher Rüstungen und der militärischen
Organisirung von 200,000 Mann (Linie, Landwehr und Bürgerwehr)
an.
30. November. Kammer: lehnt das von der Regierung vorgeschlagene
Steuerproject behufs Ausführung der beschlossenen Rüstungen
mit 79 gegen 78 Stimmen und 2 Enthaltungen ab.
— November. Die Hetärieen leben unter der griechischen Bevölkerung
der Türkei überall wieder auf.
3. December. Der außerordentliche Staatsgerichtshof spricht
die Mitglieder des ehem. Cabinets Bulgaris frei, fügt jedoch dem
Urtheil den Ausdruck strengen Tadels gegen dieselben bei.
5. December. Kammer: die Regierung bleibt bei einer wiederholten
Abstimmung über den Gesetzesentwurf wegen der Steuerauflage
mit 81 gegen 82 Stimmen in der Minderheit. Das Cabinet
Komunduros gibt definitiv seine Entlassung ein. Der König bildet
ein neues Ministerium aus der Opposition unter dem Vorsitze von
Deligeorgis.
10. December. Hammer: ertheilt dem neuen Ministerium
Deligeorgis mit 88 gegen 59 Stimmen ein Mißtrauensvotum.