438 Instralien und Lüdsee. (April Ende—November.)
kann. Dennoch schienen die Leute im großen und ganzen mit ihren bisherigen
Erfolgen zufrieden zu sein, namentlich die, die auf den Süd= und
Westabhängen der Baubeberge ihre Wäschereien angelegt haben. Mit dem
gewöhnlichen Optimismus der Goldsucher hofften alle auf Auffindung von
Goldadern und dadurch auf einen bedeutenden Verdienst. Diese Annahme
ist nun durchaus nicht aus der Luft gegriffen, sondern gründet sich auf
das Auftreten gewisser Formationen. Diese sind im großen und ganzen
wie folgt: Von der Mündung des Flusses Uario bis etwa nach Jaduna
besteht die Formation aus Tonschiefer und Letten; hier und da tritt auch
Sandstein zutage. Von einer Corallinischen Formation ist nirgends eine
Spur. Von Jaduna an tritt Syenit und Granit zutage, und wir finden
hier ein Gebiet ältester Formation, wie es bisher im Schutzgebiet nicht
beobachtet wurde. Die Hoffnungen der Goldsucher, in diesem Gebiet auf
Goldadern zu stoßen, sind demnach vollständig berechtigt. („Berl. N. Nachr.“)
Ende April. Durch einen Orkan an der Nordwestküste
Australiens werden viele Perlenfischerboote mit mehr als hundert
Personen vernichtet.
13. Mai. (Melbourne.) Verhandlung über die Staatsschulden.
Die Bundesregierung schlägt vor, die Staatsschulden zu übernehmen.
Die Konferenz der Premierminister stellt folgende Bedingungen dazu:
1. Die Staaten sollen jährlich einen festen Betrag zuzüglich eines verhältnismäßigen
Anteils an etwaigen Mehreinnahmen aus den Zöllen und
indirekten Steuern erhalten. 2. Die Staaten sollen allein, ohne Einmischung
des vorgeschlagenen Finanzrates, über die Aufnahme von Anleihen
entscheiden. 3. Von der Gesamtschuld der einzelnen Staaten soll
der Wert derjenigen Vermögensstücke in Abzug gebracht werden, welche
die Staaten der Bundesregierung überweisen.
15. Juli. (Marschall-Inseln.) Eine neue Zollordnung
tritt in Kraft, die Bier, Wein, Tabak usw. mit höheren Sätzen
belegt, im übrigen 10 vom Hundert des Wertes des eingeführten
Gegenstandes als Zollsatz annimmt.
August. Die amerikanische Flotte besucht die australischen
Häfen und wird glänzend empfangen.
30. Juli. (Sydney.) Schluß eines großen Ausstandes der
Straßenbahner, die vergeblich einen Generalstreik hervorzurufen
suchten. Die sozialistischen und übrigen Gewerkvereine stehen einander
gegenüber.
November. Ministerwechsel.
Am 6. kündigt der Führer der Arbeiterfraktion Fischer dem Kabinett
Drakin die Unterstützung. Am 11. bleibt die Regierung bei einer Abstimmung
in der Minderheit und tritt zurück. Am 12. bildet Fischer das
neue Bundesministerium. Es setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen,
von denen vier vom Premierminister Andrew Fisßher selbständig ernannt,
die übrigen durch Beschluß der Arbeiterpartei gewählt sind. Die Mehrzahl
ist aus dem Arbeiter= und Handwerkerstande hervorgegangen.