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g. 33.
Macedonianer. Apollinaristen.
In der Lehre von der Gottheit des Sohnes wußte man
doch noch, was man gegen einander wollte; aber in Ansehung
der Gottheit des heiligen Geistes hatten weder Vertheidiger noch
Gegner bestimmte Begriffe. Arianer und so genannte Semiarianer
waren ungewiß, ob sie den heiligen Geist bloß zu einer
Kraft in Gott, oder zu einem Geschoͤpf machen sollten,
und die katholische Partie, wenn sie auch dem heiligen Geiste
gönlliche Ehre gab, zauderte doch mit dem Namen Gott. Die
große Constautinoplische Synode vom Jahre 381 setzte endlich
auch hierüber einc gewisse Kirchenorthodorie fest, wozu gerade
damals Macedonius, der Vischof zu Constantinopel war, Selegenheit
gegeben zu haben scheint.
Nie ist übrigens diese Partie des Macedonius sortdaurend
stark geworden. Die Köpfe waren schon mit andern Fragen
zu sehr beschäftigt, Macedenius selbst scheint zu wenig Ehrgeiz
gehabt zu haben, den Anführer einer Secte zu spielen, und die
ganze Lehre vom heiligen Geist wurde immer mehr als Anhang
der Lehre vom Logos, denn als eigenes Capitel betrachtet.
Während der größten Gährung der Arianischen Streitigkeiten
aber erwachte in Sprien eine neue Controvers, zu welcher
selbst einer der eifrigsten Vertheidiger der Nicäischen Synode
Veranlassung gab. Apollinaris der jüngere, (wahrscheinlich)
Bischof zu Laodicea in Sprien, einer der gelehrtesten
und scharfsinnigsten Theologen seines Zeitalters, der aber
mehr Phillosophie als eregctische Kenntnisse besaß, gerieth auf
den Einfall, sich die Vorsiellung von der Person Christi dadurch
zu erleichtern, daß er annahm, der Logos habe in dem
Menschen Jesu die Stelle der vernünftigen Seele vertreten.
Spittler's sämmtl. Werke II. Bd. 7