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vnĩus voluminis texlum expositionem digessi plura addens,
plura minuens, plura eodem tremite digerens,
plura sensu ad sensum neglecto verborum
tramite allerens. Alle Zeugen von dieser Art sind
bei dieser Untersuchung ganz unnütze. Noch ist nur ein
einziger übrig, der weder Dionysens Uebersetzung abgeschrieben,
noch die Canones so willkührlich geändert bat —
Martin, Bischof von Braga in Spanien. Er lebte in der
letztern Hälfte des sechsten Jahrhunderts. Johann von Antiochien
ist noch vollkommen sein Zeitgenosse, und auch
Dionys der Kleine, zu Rom. Auf einer Pilgrimsreise nach
dem Orient lernte er griechisch und andre Wissenschaften, für
welche in den Abendländern damals noch kein Raum war.
Bei der Rückkunft in sein Vaterland fand er unter andern,
wie schlecht und unverständlich die gewöhnliche Uebersetzung
der griechischen Kirchengesetze sey, und wie sie durch Abschreiber
verändert und verderbt worden. Er machte sich also an eine
Perbesserung derselben nach dem Griechischen: und um diese
Kirchengesetze zum Gebrauch recht bequem zu machen, ordnete
er sie unter gewisse Hauptklassen zusammen. Hieraus entstund
collectio LXXXIV Ccanonum seu capitulorum.
Im ersien Theile derselben *) kommt unser Canon vor, aber
ohne das Verzeichniß der kanonischen Schriften. „Non oportet
psalmos compositos et vulgares in Ecclesia dicere:
neque libros, dui sunt extra canonem, logore nisi solos
oanonicos veteris et noui testamenti.“ Zwar setzt Martin
bei keinem Canon, woher er ihn genommen habe: aber man
sieht durchgängig, daß er Laodicenische Schlüsse gehabt hat,
und ist nicht dieses wörtlich genau unser Laodicenischer Canon,
) Justelli bibl. jur. can. vet. T. I. append. pag. 10. S. Ubrigens
die Berichtigung in der Gesch. des kanon. Rechts S. 291.