Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

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uche  obrigkeitliche  Stellen  werden  daher  ersucht,  ien  Deserteur  auf  Betreten  arretiren,  und  entweder  an
das  hiesige  Oberamt  oder  an  die  betreffende  Militär-Behörde  wohlverwahrt  einkiefern  zu  lassen.  Den  9.  Dit.
12o9.  ·  «»  «  Oberamts-Veweserei  daselbst.

Tuttlingen.  Simtliche  obrigkeitliche  Behörden  werden  geziemend  ersucht,  auf  den  beim  Kön.  Infanterie-Regiment
  von  Phull  gestandenen,  unterm  4.  Jun.  d.  J.  auf  einem  Gefangenen=  Transport  desertirten
Offtziers  -Berienten  Eusedius  Weinstein,  von  Irrndorf,  hiesigen  Oberamts  genau  zu  fahnden,  denselben  auf
Betreten  zu  arretiren,  und  entweder  hieher  oder  zum  Hochlöbl.  Regiments-Commando  einliefern  zu  lassen.
Den  27.  Sept.  1800.  «  ·  «  oͤn.  Oberamt.

Urach.  Der  unter  dem  leichten  Infanterie  Bataillon  v.  Wolf  gestandene  Gemeine,  Johaß  Präg,  von
bier,  ist  den  25.  Sept.  d.  J.  bei  Spiz  im  Oestreichischen  von  der  Schanz-Arbeit  desertirt.  Alle  obrigkeitliche
Behörden  werden  ersucht,  auf  denselben  zu  fahnden,  und  im  Betretungsfall  entweder  an  das  hiesige  Oberamt,
oder  an  das  Kön.  Hochlöbl.  Stadt-Commando  einzuliefern.  Den  17.  Okt.  1800.  Kön.  Oberamt.

Bietig  heim.  Beate,  eine  geborne  Baurin  von  Marbach,  verheurathet  an  den  hiesigen  Bürger  und
Bek  n  Jakob  Böhm,  mit  dem  sie  aber  nicht  ehlich  lebt,  hat  sich  zerschiedener  Betrügereien  besonders  durch
falsche  gersprechungen  auf  eine  ongebliche  Erbschaft  schuldig  gemacht,  und  ist  deswegen  tbeils  mit  dem  Juchthaus,
  tbeils  mit  Gefängnis  gestraft  worren.  Da  dieselbe  nun  wieder  auf  freien  Fus  gesezt  ist,  und  zu  befürchten
  steht,  sie  möchte  in  ibr  voriges  Bergehen  zurürfallenz  so  wird  hiemit  das  Publikum  vor  derselben  gewarnt,
  um  so  mehr,  als  sie  keinen  Schadens-Ersaz  leisten  kann,  und  bei  ihren  vorigen  Betrugs-Geschichten
Jziemliche  Gewandtheit  bewiesen  hat.  Den  21.  Okt.  1800.  Oberamt.

Heilbronn.  Der  hienach  bezeichnete  Verbrecher,  Johann  Jakob  Schmid,  von  Osterdingen  gebürtig,
zulezt  zu  Flosho.3z,  Oberamts  Oehringen  wohnhaft,  ist.  in  der  Nacht  vom  15.  auf  den  16.  Okt.  d.  J.  mittelst
  gewaltiamer  Surchbrechung  seiner  Fesseln  und  Aufbrechung  des  Fusbodens,  aus  seinem  Gefängnis  entflohen.
  Sämtliche  Civil  und  Militär  Behdrden  werden  geziemendst  ersucht,  auf  diesen  gefahrlichen  Verbrecher
zu  suhnden,  und  ihn  auf  Betreten  gegen  Ersaz  der  Unkosten  wohlverwahrt  bieher  zu  senden.  Signalement.
Johann  Jacod  Schmio,  37  J.  alt,  "  8“  hoch,  von  starker  untersezter  Statur,  hat  braune  Haare,  hohe  gewölbte
  Stirne,  braune  Augbraunen,  dlaue  Augen,  proportionirte  Nase,  gewöhnlichen  Mund,  schmale  Sippen,
rundes  Kinn,  starken  Bark,  gerade  Beine,  und  keine  sichtbare  Gebrechen.  Er  ist  bekleidet  mut  einem  brunlich
  grauen  Oberrok  mit  manchesternem  Kragen,  brauner  Weste,  graulichten  Hosen  und  Stiefeln.  Den  16.
Okt.  1809.  Koͤn.  Oberamt.

Reuttlingen.  Matthäus  Landel,  lediger  Wagnersgesell,  Sohn  des  Jakob  Landel,  Maurers  in  Willmamdngen,
  hat  sich  eines  Dibbstabls  theilhafti  gemahh,  und  ist  in  abgewichener  Nacht,  Morgens  halb  4  Uhr
zu  Wilmandingen  seinen  beiden  Wächtern  entsprungen  Derselbe  ist  22  Jahr  alt,  §  Fuß  11  Zoll  groß,  bat
eine  gewöldte  Stirne,  blaue  Augen,  gelbe  Haue  und  Augbraunen,  großen  aufgeworfenen  Mund,  große  Nase,
gelbe  Zähne,  rethes  Angesicht,  am  rechten  Fuß  einen  goßen  erhabenen  Knoten,  deßwegen  er  im  Gehen  etwas
  schwankt,  trägt  eine  weisbaumwollene  Kappe  mit  rorhem  Umlauf,  einen  neuen  Zwilchkittcl,  braun  tüchenes
  Brusttuch,  schwarzes  Halstuch,  golbe  hirschledene  Holen,  blau  wollene  Strümpfe,  und  Schuhe  mit  gelben
Schnallen;  c5  wirden  daher  sämtliche  Civil=  Behörden  er'ucht,  den  Landel  auf  Betreten  zu  arrctiren,  und  an
umterzeichnete  Belörde  einliefern  zu  lassen.  Den  18.  Okt.  1800.  uhn.  Oberamt.

RKottenburg.  ODer  von  der  Universität  Freiburg  im  Jun.  d.  J.  entwichene  Juris  stucjosus  Paul
Pebem,  aus  Roktenburg,  ist  im  höchsten  Grade  verdächtig  zu  den  Tirolern  In  urgenten  in  feindstliger  Absicht
#n  sein  Vaterland  übergegangen  zu  seyn,  daher  die  unterzeichnete  Stelle  vermöge  allerhöchsten  Auftrags  der

igl.  Hochpreißl.  Criminal-Commüussion,  jede  Ciril:  und  Militäh.  Behörde  geziemend  ersucht,  auf  den  gedachten
  Pehem  genau  zu  fahnden,  denselben  auf  Betreten  zu  arretiren,  und  durch  sicheres  Condukt  gegen  Erfa
der  Kosten  anher  einliefern  zu  lassen.  Signalement  des  Pehem:  Er  ist  22  J.  alt,  hager  r  Stakur,  6  Fu
2#L  Zoll  boch,  hat  schwarze  Haare  a  la.  Ticus,  hote  Stirne,  schwarze  Augbraunen,  braune  lebhafte  Augen,
lange  spizige  Nase  blasse  cingefallene  Wangen,  kleinen  Mund,  etwas  aulsgeworsene  Lippen,  gute  Zäbne,  spibiges
  Kinn,  etwas  schwarzes  blasses  länglichtes  Angesicht,  mit  schwarzem  Backenbart,  breite  Schuttern,  und
war  bei  seinem  Abgehen  ohne  dussere  Gebrechen.  Den  18.  Dkt.  1800.  Kön.  Oberamt.