Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

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sen  Fluͤchtling  zu  fahnden,  ihn  auf  Betreten  zu  arretiren,  und  entweder  an  sein  Regiments  -  Commando  oder
hieher  einzuliefern.  Den  13.  Nov.  1809.  Oberamt  Waiblingen.

 

 

Bietigheim.  In  der  vergangenen  Nacht  wurden  aus  dem  hiesigen  Pörch  3  spantsche  Hammel  gestohken.
  Der  Verdacht  dieses  Diebstals  fällt  auf  einen  Pursch,  der  sich  am  Tage  zuvor  unter  vewdachtigun  —
ständen  in  dem  benachbarten  Ort  Metterzimmern  aufgehalten  hat:  er  seie  ungefähr  26  Jahre  alt,  ziemlich
großer  starker  Statur,  vollkommenen  röthlichten  Aesche,  schwarzer  Haare,  starken  schwarzen  Bakenbarts
und  scharfer  Augenz  trage  die  Kleidung  eines  Schafknechts,  nemlich  einen  dreiekigten  Baurenhut,  scharlachene
Weste  mit  kleinen  platten  gelben  Knoͤpfen,  ein  grau  zwilchenes  Wammes  mit  #uother  Einfassung,  alte  schwarzlederne
  Bändel-Hosen,,  blaue  Strümpfe,  kurze  zwilchene  Gamaschen  und  Schuhe  mit  großen  gelben  Schnallen.
  Alle  Polizei  -Behörden  werden  daher  geziemnend  ersucht,  auf  diesen  Pursch  genau  zu  alsen  „  denselben
im  Betretungsfall  festhalten  und  gegen  Ersoz  der  Kosten  hieher  einliefern  zu  lassen.  *—  Nov.  1

·  «·  .»n.«beramt.

Böblingen.  *  Siegle  von  Mlieningen,  Stuttgarter  Amts-Oderamts,  von  MPoofession  ein
Sattler,  welcher  sich  einige  Zeit  beim  Sattlermeisker  Schorr  in  Böblingen  als  Gesell  oufgehalsen,  nunmehr
aber  vor  8  Tagen  sich  entfernt  hat,  nahm  beim  Rotgerber  Benz  in  Reuttlingen  ein  bedeutendes  Quantum  veder
  auf  Rechnung  des  Sattlermeisters,  Frierrich  Weinmann  von  Möhringen,  Stuttgarter  Amts-Oberamts,
ohne  dessen  Wissen  und  Willen  aus,  und  verkaufte  es  auch  an  megeh  rger  dieser  Gegend.  Da  nun  an
dieses  Betrügers  Beifahung  sehr  viel  gelegen  ist,  so  werden  alle  Hoch=  und  Wotulbl.  Tbrigkeiten  geziemend
arsucht  denselben  auf  Betreten  zu  arretiren,  und  entweder  an  das  Amts-L  beramt  Stuttgart  oder  an  das  hiesige
  Oberamt  gegen  Er  3  der  Kosten  wohlverwahrt  einliesern  zu  lassen.  Eignalement.  Derselbe  ist  27  J.
alt,  6  Fuß  hoch,  hat  hellbraune  a  la  Titus  rdnitten  Haare,  rundlichtes  glattes  blasses  Angesicht,  schwarze
Augen,  kurze  Stirne,  Stumpfnase,  kleinen  Mund,  kurzes  Kinn  Er  soll  bei  seinem  Abgange  von  Böblingen
  einen  dreiekigten  Hut,  rothgestreiftes  Halstuch,  dunke'graues  tüchenes  Wammes,  rothgedupftes  Gilet,
roth  und  rarge  eiste  krilchene  weite  Pantalons  u.  Stiefel  mit  braunen  Kappen  getragen  haden.  In  Stutt-#
  bngenen  oll  er  diese  Kleidung  mit  einem  blauen  Frak  und  grauen  langen  Beinkleidern  verkauscht  haden.

15.  Nov.  1809.  n.  amt.

Htring  en.  Ein  gewisser  Hirschhüters  Junge  Georg  Münz,  valgo  Johann,  dessen  Eltern  in  dem
Oberamt  Ingelfingenschen  Orte  Neufels  das  Wild  hüteten,  hat  sich  von  seiner  srühen  Jugend  an,  bis  jezt,
einer  bedcutenden  Anzahl  Diedstihle  schuldig  gemacht.  Erst  durch  die  Berhastung  einiger  seiner  Mitschuldigen
sind  diese  Diebereien  der  Gerechtigkeit  bekannt  worren,  und  als  man  ihn  arretiren  wollte,  ist  er  mit  einer
jungen  Dirne,  die  immer  mit  ihm  herumzeg,  entwichen.  Somtliche  obrigkeitliche  Behörden  muß  ich  daher
dringend  ersuchen  *  biese  beide  Flüchtlinge  nach  beifolgendem,  durch  mehrere  Angaden  erhodenen  Signalement
  zu  fahnden,  sie  auf  Betreten  zu  arretiren,  und  weblbegleter  zum  hiesigen  Oberamt  einliefern  zu  lassen.
Signalement.  Johannes  Münz  ist  r0.  Jahre  alt,  schlanker  Statur  und  hat  ein  blasses,  känglichtes  Angesicht,
  abgeschnittene  dunkelblonde  Haare,  mittlere  Stirne,  mittlere  graue  Augen,  mit  haargleichen  nicht  starken
  Augbrauncn,  eine  etwas  spizige  Nase,  dünnen  Bart,  schmale  Wangen,  mittleren  Mund,  volle  gute  340=#,
  dünne  Lippen,  länglichtes  Kinn,  dreite  Schultern,  gerade  Beine,  und  cusserlich  kein  Gebrechen.  Er
treibt  bei  seinem  Vaganten  Leben  noch  das  Gewerbe  eines  Keßlers,  Sägefeilers,  Schleifers  und  Spielmonns,
zu  welch  lezterem  Zwecke  er  eine  Geige  in  einem  weissen  Säkchen  mit  sich  führt.  Ben  seinem  Entweichen  war.
amit  einem  runden  schwarzen  Hut,  1  weissen  Wammes,  1  paar  neu  ledernen  schwarzen  Hosen,  und  r  Paar
tangen  weiß  leinenen,  mit  welchen  er  im  Tragen  abwechselt,  dann  r  Yaar  Schuh  mit  Schnallen  bekleider.
Die  mit  ihm  berumziehende  Dirn#r  ist  ohngefähr  10  bis  20  Jahre  alt,  mittelgroßer  Statur,  mit  2  Haube
nach  Hohenlohischer  Tracht,  r  Barchet  Muzle  mit  rothen  Streisen  und  r  rothem  Rock  bekleidet.  Sie  trägt.
ein  neues  helblaues,  mit  rothen  Blumen  bemahltes  Keßlerkistlen  und  ein  Bett  in  einem  weissen  Ziechben  mit
sich.  Den  3o.  Nov.  1800.  Klnigl.  Oberamt.

 

 

Berichtigung.

Das  im  rorigen  Blatt  S.  482.  dem  Königl.  Ober=  Tribun.  X.  zugeschriebene  Rechts-Erkennenis  gehöre
zu  den  Erkenntnissen  des  Kön.  Ober-Justiz=  Collegiü#  ll.  Senat.