Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

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Altdorf.  Der  bei  dem  Garnisons-Regiment  zu  Hohtn-  Aspera  gestandene  Gemeine  Anton  Grundler
vom  Tobel  ist  im  Nov.  1808.  besertirt.  Sämtliche  Hech=  und  Webllöbl.  Militair=  und  Civil-Obrigkeite#n
werden  daher  geziemend  ersucht,  ihn  im  Betretungsfall  zu  arretiren,  und  entweder  hieher,  oder  an  das  Sochlöbl.
  Regiments-Commando  gefälligst  einliefern  zu  lassen.  Den  20.  Jan.  1800.  Königl.  Oberamt.

Botenheim.  Johannes  Walter,  Gemeiner  unter  dem  Füselir-Regiment  von  Neubronn  ist  im  Urlaub
desertirt;  es  werden  daher  alle  Mititair=  und  Ciril-Obrigkeiten  ersucht,  auf  diesen  Deserteur  zu  sahnden,  und
ihn  entweder  dem  nächsteclegenen  Militair-Ermmwando  eder  dem  unterzcichnetcn  Oberamt  gegen  Erstateung
der  Kosten  wohlverwahrt  einzuliefern.  Den  1.  Febr.  1800.  Oberamt  Brakendcim.

Frittlingen.  Joseph  Wenzler,  Jäger  beim  Königl.  Fußickger=  Bataillon  von  Scharfenstein,“
24  J.  alt,  blonder  Haare,  und  gutem  Aussehen  ist  von  seinem  Bataillon  desertirt;  alle  Civil=  und  Militir-Behörden
  werden  daher  erlucht,  auf  denselben  zu  fahnden,  und  ihn  im  Betretungsfall  entweder  hieher,  oder
an  das  nächste  Königl.  Militair-Commando  zu  überliefern.  Spaichingen,  den  §.  Febr.  180.
Köôön.  Oberamt  allda.

Tübingen.  Der  unter  dem  Königl  Fußjéger-Bataillon  v.  Neuffer  gestandene  Gemeine  Jehann  Georg
Wagner  von  Gönningen  disseitigen  Oberamtö,  ist  den  0.  Jan.  d.  J.  aus  der  Garnison  Radolphszell  desertirt
Alle  Hoch  und  Löbl.  Obrigkeiten  werden  daher  ersucht,  den  Wagner,  wo  er  sich  betreten  lassen  sollte,  arreriren,
  und  entweder  dem  hiesigen  Oberame,  oder  der  Militair-Behörde  wohlverwahrt  einliefern  zu  lassen.  Den
10.  Febr.  1809.  Kön.  Oberamt  allda.

Wiesenstaig.  Der  bei  dem  Königl.  Fußjäger-Bataillon  von  Neuffer  gestandene  Gemeine  Anton
Eck,  von  hier  gebürtig,  ist  am  26.  I.n.,  d.  J.  aus  der  Garnison  Radolphzell  desertirt.  Alle  Obrigkeiten
werden  daher  geziemend  ersucht,  diesen  Flichtling  auf  Betreten  zu  arretiren,  und  wohlverwahrt  entweder  hieher
  oder  an  gedachtes  Bataillon  liesern  du  lassen.  Den  9.  Febr.  1809.  Oberamt  allda.

 

Cankstadt.  Jacob  Fnedrich  Mayer,  Bürger  und  Weingdriner  in  Münster,  fährt  aller  amtlichen
Warnungen  und  versuchter  Corrections-Mittel  ungeachtet  in  seinem  asotischen  Lebenswandel  sort,  so  daß  man
sich  genötbiget  fand,  ihn  von  Magistratswegen  für  mundtodt  zu  erklären.  Diß  wird  mit  dem  Anbeng  bekannt
  gemacht,  daß  sich  ohne  den  Kriegsoogt  seines  Eheweibs,  dem  Bürgermeister  Daniel  Reim  niem  and  aut
ihm  in  einen  Contrakt  einlassen,  und  daß  die  Glaubiger  desselben,  besonders  aber  die  Mirthe,  bei  welchen
Mayer  auf  Borg  zu  zechen  pflegt,  ihre  Forderungen  binnen  kurzer  Zeit  bei  gedachtem  Bürgermeisier  Reim
eingeben  sollen.  Den  23.  Jan.  1809.  Oberamt  allda.

Meinhard.  Der  bei  unterzeichnet  amtlichen  Behörde  in  Untersuchung  und  Verhaft  gekommene  unten
signalisirte  Johann  Joseph  Klein,  angeblich  von  Sommerndorf,  Königl.  alt  Baierscher  Herrschaft  gebürtig,
der  sich  auch  unter  dem  Namen  Johann  Schramm  umhertreibt,  und  wirklich  ein  sehr  gefährlicher  Mensch  ist,
hat  ungeachtet  seiner  festen  Banden  doch  Mittel  gefunden,  in  der  Nacht  vom  pien  auf  den  8.  dieses  zu  entweichen.
  Alle  Civil-und  Militairbehörden  werden  daher  nach  Standesgebühr  &  sub  oblati.  ne  reciproci  ersucht,
  auf  diesen  Flüchtling  zu  fahnden,  und  ihn  auf  Betreten  hieher  gegen  Ersaz  der  Fosten  auszuliefern.
Signalement.  Johann  Joseph  Klein  von  Sommerndorf,  Königl.  alt  Baierscher  Herrschaft  gebürtig,  ungefehr
35.  J.  alt,  seiner  Profehion  ein  Bürstenbinder,  kleiner  Statur,  mit  hellbraunen  Haaren,  mir  einem  Riß  an  der
linken  Seite  des  Kopfs,  niederer  etwas  runzlichten  Stirne,  hellbraunen  Augbraunen,  helltlauen  Augen,  etwas
stumpigter  Nase,  schmalen  Wangen,  mageren  Gesicht,  schmalem  Mund  und  erwas  schwarzlichten  Jähnen.  Er
krug  bei  seinem  Entweichen  einen  dunkelblauen  Ueberrok,  eine  blau  rothgesteinte  kottonene  Weste  „,  ein  schwarz
leidenes  Halstuch,  schwarze  hirschlederne  Hosen,  weite  wollene  gestreiste  Strümpfe  u.  eine  graue  wollene  Podelkappe
  mit  hedlblauen  Mesöen  Den  8.  Febr.  1809.  Fürstl.  Hohenlohe  Bartenstein.  Patr.  Obervogteiamt.

Weinsberg  Es  ist  hier  eine  Einrichtung  getroffen,  daß  jeder  und  jede  Familie  im  Oberamt,  wenn  sie
ehrlich  will,  Arbeit  und  Bezahlung  bekommen  kann.  Welche  Person  also  ausser  dem  Ober=  und  Souverainetäts=
  Amt  auf  dem  Bettel  und  sonsten  keiner  höheren  Polizei  zur  Erörterung  gehörigen  Laster  betretten  wird,
diese  an  hiesiges  Oberamt  auf  Kosten  der  Commun,  wo  sie  der  Aufsicht  entgangen,  einliefern  zu  lassen,  wird
hiede  Obrigkeit  ernsucht.  Den  10.  Jan.  1809.  Kng.  Oberamt  allda.