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Pf. 105, 21; lasz nicht den zorn zum herrseher über
dich werden, u. a. — Zusammensetzungen: Herrscherblick,
m. Blick wie ihn ein Herrscher hat. — Herrscherfamilic,
. Dynastie. — Herrscherkrone, f. Krone eines
Herrschers. — Herrscherton, m. Ton eines Herrschers
oder Gewalthabers: das gebein hört herrscherton herrusen
Klopstock Mess. 20, 899. — Herrscherwürde, (.
Würde eines Herrschers.
Herüber, über etwas weg und herwärts; mhd. noch
getrennt her uber, auch über her, später zusammengerückt
(vgl. herab, heran u. a.), bei Luther bisweilen
ecrüber (1. Macc. 5, 40); äußerste Kürzung in nicht gewählter
Rede ruber; mit Verben der Bewegung, bringen,
fahren, gehen, kommen u. s. w.; mit näherer Richtungsbestimmung:
nicht uber die bach heruber 1. Macc. 5, 41;
von druben herüber Bürger Pfarrers Tochter v. Taubenhain;
von weitem rauschte die Donau über die felder
herüber Eichendorff Taugen. 26; wenn der orgelklang
durch die bäume herüberkommt 37; die . auf
mich herüberblickte 139; mit dem Gegensatz hinüber:
es Schüttelt ihn wie fleber, hinüber und herüber
Bürger die Entführung; gedanken dic mir herüber
und hinüber gehen wider mich Goethe Faustl; da
gings! rick rack heruber, hinüber! alles todt geschlagen
Egm. 1; — zeitlich: die vorige nacht schien mir in den.
hcutigen tag herüber zu langen JPaul unf. Loge 3, 112.
Herm, um und herwärts; mhd. getrennt her umbe,
her umb, uhd. zusammengerückt, auch in der Form
erumb (Hiob 33, 30), und selbst rumb (Hes. 10, 11), was
als rum bis heute in gewöhnlicher Rede lebt; die Umkehrung
umhöér (s. d.) vertritt in heutiger edler Spr.
herum in dem abgeblaßten Sinne des hin und her (vgl.
unten); herum in schärfster Bed., örtlich, zum Ausdruck
einer kreisförmigen Bewegung, eigentlich nach dem
Sprechenden zu, im Gegenfatz zu einem hinum Cie
trillte den teller herumb und wieder hinumb Simpl.
4, 63) das aber in neuerer Spr. fast gänzlich wieder
Herrscherblick — herum.
untergegangen ist, daher denn auch der Hinweis auf.
einen Sprechenden nicht immer mehr scharf hervortritt;
mit Verben der Bewegung, biegen, drehen, gehen,
kommen, laufen, lenken u. s. w., übertragen in gewissen
festen Verbindungen: gedanken gehen, ziehen im kopfe
herum; Geschichten, Gerüchte werden herum geboten,
gebracht; wahrschcinlich ist die geschichte schon herum
Schiller Karl. 2, 8; einen herum bringen, von früherer
Meinung oder Entschließung ab und zu einer entgegengesetzten;
auch einen herum holen Kab. 1, 2; er kann
nicht herum kommen, seine vielfältigen Arbeiten nicht
bewältigen, u. a.; die Formeln hier, da, dort herum zum
Ausdruck einer ungefähren, auch kreisförmig gedachten
Ortsbestimmung: dort herum musz das dörfchen liegen;
es lebe hier herum ein jude Lessing Nath. 4,7; —
häufig in verblaßter Bed., nur ein unbestimmtes hin
und her angebend (in neuerer gewählter Spr. dafür
lieber umher, s. d.); mit Verben der Bewegung: sich
mit einem herum balgen; in der welt herum zu fahren
Goethe W. Meister 8, 3; wenn so ein musje von, sich
dort und hier schon herum beholfen hat Schiller
Kab. 1, 1; dasz mich der böse feind herumhetze 1,2;
an etwas herumkünsteln; sehlage ich mich mit ihm
herum Lessing Minna 1, 1; unsereiner musz sich in
der fremde herumschlagen Eichendorff Taugen. 40;
man schosz sieh so mehrere stunden lang herum
Droysen Nork 2, 130; darum sehleppen wir uns mit
lugen e#ig herum Heyse Par. 3, 13; als wenn zwei
kinder in der stube herumtollten Wildenbruch Nov.
51: (er) trieb sich auf allen kaffeehäusern herum
Goethe W. Meister 1, 17; in der welt herumvagiren
Eichendorff Taugen. 6; ziehe .. meine schüler an
der nase herum Goethe Faust I, u. s. w.; — zeitlich,
zur Bezeichnung von Umlauf und Vollendung: wie das
jar herumb laust Weish. Sal. 7, 19; ist die (Woche)
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noch nicht herumb Garg. 94; mein probejahr ist noch
nicht ganz herum Bürger Bruder Graurock; ungefähre
Zeitbestimmung: um weihnachten herum.
Hernnter, nach unten und herwärts; mhd. noch
getrennt her under, später zusammengerückt, bei Luther
auch erunter, in äußerster Kürzung gewöhnlicher Rede
runter (aus den wolken . . hängt der herrgott den
kriegsmantel runter Schiller Wallenst. Lager 8); in
ähnlicher Bed. wie herab und hernieder, teils scharf,
indem der Begriff des her, teils weniger scharf, indem
der Begriff des bloßen unter hervortritt; mit Verben
der Bewegung, auch näherer Richtungsbestimmung:
gieng herunter ins haus Judith 10, 2; das sie erunter
in den grund kemen Richter 1, 34; haltet cuch herunter
zu den niedrigen Röm. 12, 16; sein mantel fällt hinterwärts
herunter Goethe ital. Reise II; wie ca manchmal
ein stern weit in der ferne herunterfiel Eichendorff
Taugen. 46; liesz vergnugt meine beine über
dem wasser herunterbaumeln 128; der bräutigam, der
.. alle sterne vom himmel herunterschwor Heyse Par.
3, 155, u. s. w.; in lebhafter Rede und bei Befehl allein
stehend: herunter jungfrau, du tochter Babel Jes. 47, 1;
herunter, stolzes herz! Schiller Turand. 4, 6; mit
wollen, sollen, mussen, können; die hoffart jrer macht
mus erunter Hes. 30, 6; unsinnlicher und übertragen in
gewissen Verbindungen: er ist ganz herunter, kräftelos
oder ohne Mittel; die truppen waren auf das äuszerste
erschöpft, die pferde sehr herunter Droysen Nork
2, 133; einen herunter bringen, in Bezug auf Geist,
Kräfte, Vermögen; herunter kommen, in derselben Beziehung:
das ganze land ist herunter kommen Steinbach;
sich herunter lassen zu einem (Schiller
M. Stuart 2, 8), wie herablassen (f. d.); auch: etwas
von der forderung herunter lassen; ich wurde herunter
gepfändet (durch Pfänden zu Grunde gerichtet) Immermann
Münchh. 4, 28; einen herunter machen, reiszen,
setzen, durch schmähen, verkleinern; (mir träumte) ich
schält und hunzt und schlingelte mich herunter
Hr Kleist zerbr. Krug 3; weil die besten menschen ein
biszehen miszreden und heruntersetzen ihrer brüder
immer gern leiden mögen Goethe 49, 166; dasz . in
der presse der unwissendste korrespondent einen alten
erfahrenen minister herunterreiszt wie einen dummen
jungen Bismarck Reden 11, 47; statt des Acc. ein
Dat.: sie kann auch dem betrüger aus vollem halse heruntermachen
Schiller 3, 365, u. a.; — herunter verwechselt
mit hinunter: deine pracht ist herunter in die
hölle gefaren Jes. 14, 11; sie beredete ihn mit herunter
zu gehen Goethe W. Meister 3, 1, vgl. herab, herein.
Hervör, nach vorn zu und her; erst nhd., vorzüglich
seit 18. Ih., an Stelle eines ältern herfür (bei Luther
auch erfur) getreten, in demselben Maße, wie fur
(Bd. 1, 1004) durch vor ersetzt wird; herfür bleibt in
altertümelnder Rede auch der neueren Spr.: (als) der
abt herfür zog einen alten brief Schiller Tell 2, 2;
da drückt sich durch die dichte meng ein feiner knab
herfür Uhland 334; sonst gilt hervor, mit Verben der
Bewegung, auch mit näherer Richtungsbestimmung: die
wahrheit, die man sonst selten aus den verborgenen
tiefen eifersüchtiger virtuosen hervorhohlt Heinse
Ardingh. 1, 344; hellblaue augen leuchteten unter einer
hohen stirne hervor Goethe W. Meister 3, 4; unversehens
sind sie (die Reiter) hinter der weinhöhe hervorgedrungen
Götz 4; Vietorias hervorquellendes auge
CFMeyer Pesc. 41; neben der eigentlichen auch übertragene
Bed. in manchen Verbindungen: brach .. das
fröhliche schlesische wesen hervor Freytag Erinn.
170; eine lehre, folgerung geht hervor; etwas hervorheben,
verdeutlichend: indem man aus diesem bericht
Sstellen hervorhob Preußen i. B. 1, 58; auch: eine
gestalt hebt sich aus dem dunkel hervor; einrichtungen,
bauten hervorrufen, entstehen lassen; etwas springt
herunter — hervor.
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